Die Ärztinnen und Ärzte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Therapeutinnen und Therapeuten des Schlaganfalldienstes arbeiten an verschiedenen Projekten zur Verbesserung der Diagnostik und Therapie im Bereich Schlaganfall. Eine Beteiligung an mehreren internationalen Studien stellt sicher, dass unsere Patientinnen und Patienten – im qualitativ und ethisch gesicherten Rahmen einer klinischen Studie – von modernsten Therapieansätzen profitieren.
Die geplante randomisierte kontrollierte MOSES Studie möchte bei Patientinnen und Patienten mit kryptogenem Schlaganfall die Hypothese prüfen, ob man mittels des Blutbiomarkers MRproANP die Patientinnen und Patienten selektionieren kann, welche von neuen oralen Antikoagulanzien im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie (Aspirin) profitieren.
Neurologie, Universitätsspital Basel Prof. Dr. med. Mira Katan
Prof. Dr. med. Susanne Wegener
Susanne.Wegener@usz.ch
Elina Kiessling
Elina.kiessling@usz.ch
Dr. med. Corinne Inauen
Corinne.Inauen@usz.ch
Schweizerischer Nationalfond (SNF)
In der Studie «Bildgebungsprädiktoren für die Erholung nach Schlaganfall 2.0 (PREDICT-2)» möchten wir in der Routinebehandlung erhobene klinische, Labor- und Bilddaten verwenden, um Schlaganfall zu verstehen, vorbeugen und behandeln zu können. Wir entwickeln Modelle, die uns Vorhersage zum Therapieansprechen bei Schlaganfall geben könnten. Dies ist wichtig, um für jede Patientin und jeden Patienten die individuell beste Behandlung auszuwählen.
Prof. Dr. med. Susanne Wegener
Schweizerischer Nationalfond (SNF)
Schlaganfall führt zu starken Veränderung im Blut. So konnten wir in experimentellen Studien nachweisen, dass neutrophile Granulozyten ihre Form und Struktur verändern, und kleinste Blutgefässe im Gehirn verstopfen. Das behindert den Erfolg unserer Schlaganfalltherapien. In CLOTSAFE möchten wir verstehen, was diese Entzündungszellen über Schlaganfallrisiko und Erfolg unserer Schlaganfalltherapien vorhersagen.
Prof. Dr. Susanne Wegener
Dr. med. Lukas Otto
lukasbastian.otto@usz.ch
Schweizerische Herzstiftung und SAMW
Um Hirnschlagtherapien zu verbessern, müssen wir verstehen, wer am meisten davon profitiert, und wer nicht. Für das Behandlungsteam ist es aber nicht einfach, das vorherzusagen. Trotz Thrombolyse und Katheter-gestützter Entfernung des Blutgerinnsels (Thrombektomie) erholt sich nur etwas mehr als die Hälfte der Patient*innen gut. Das ist sehr individuell, und wir verstehen die Einflussfaktoren nicht gut. In STOP Stroke fragen wir die Behandlungsteams direkt: wie sehr wird diese Patientin/ dieser Patient wohl von der Behandlung profitieren, und warum? Wir vergleichen die Angaben und schauen, bei welchen Patienten die Prognose stimmt und bei welchen nicht. Das wird uns helfen, die ganz individuelle Wirkung unserer Behandlungen besser zu verstehen.
Prof. Dr. Susanne Wegener
Dr. med. Laura Westphal
Dr. sc. Simone Huber
simone.huber@usz.ch
Kurt und Senta-Herrmann-Stiftung
In MAGIC haben wir uns mit anderen Europäischen Hirnschlag-Zentren verbunden, um Bilddaten und klinische Informationen zu Risikofaktoren oder Schlaganfall-Schwere zu sammeln. Der grosse Datensatz (anonymisiert und sicher) ermöglicht Studien zum besseren Verständnis von Hirnschlag und seiner Behandlung. Wir möchten zum Beispiel verstehen, wie unterschiedliche Menschen verschiedene Gefäss-Kreisläufe entwickeln, die sie vor Hirnschlag schützen können. Oder welche Patienten besonders gut von der Behandlung profitieren.
Prof. Dr. Susanne Wegener
Dr. med. Hakim Baazaoui
Koetser Foundation und SAMW
Bisher sind Menschen, die wegen einer Erkrankung «Blutverdünnung» (Antikoagulation) mit direkten oralen Antikoaguantien (DOAKs) einnehmen, und einen Schlaganfall erleiden, von der Thrombolysetherapie ausgeschlossen. In Do-IT untersuchen wir in einem randomisierten, kontrollierten Trial, ob diese Patienten nicht auch von einer Lysetherapie profitieren können.
Neurologie, Universitätsspital Bern, Dr. med. Thomas Meinel und Prof. Dr. med. David Seiffge
Dr. med. Philipp Baumgartner
Dr. sc. Simone Huber
SNF
In dieser Studie untersuchen wir bei Patienten mit intrazerebralen Blutungen unter direkten oralen Antikoagulanien (DOAK), wie die Medikamentenspiegel im Blut mit der Erholung der betroffenen korrelieren.
Neurologie, Universitätsspital Bern, Prof. Dr. med. David Seiffge
Prof. Dr. Susanne Wegener
Dr. sc. Simone Huber
AstraZeneca (via UniversitätsSpital Bern, PI: Prof. David Seiffge)
Über nichtinvasive Bildgebung, erlaubt das Auge erlaubt einen faszinierenden Einblick in unser Gehirn. Die Blutgefässe des Auges widerspiegeln unser Alter, unsere Risikofaktoren, und wahrscheinlich auch unser Schlaganfallrisiko. Die Untersuchung dauert nur weniger Minuten. In der ROSE-Study (ab Juli 2026) werden wir bei Patienten mit vaskulären Risikofaktoren und nach einem Schlaganfall systematisch mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) untersuchen, ob wir durch das Auge Menschen mit hohem Risiko frühzeitig erkennen – um sie früher zu schützen.
Dr. med. Philipp Baumgartner
Dr. med. Annalisa Hauck
Iten Kohaut Stiftung
Der Hirnschlag ist ein Schock für die meisten Betroffenen; aber auch für ihre Angehörigen. In CODE QoL Care möchten wir verstehen, welche Sorgen und Nöte für Menschen mit Schlaganfall und ihre Familie am wichtigsten sind. Wir erfassen Stress über Fragebogen und über Cortisol-Messungen in einer kleinen Haarsträhne. Unser Ziel ist, die Betreuung unserer Patientinnen und Patienten zu verbessern, und ihre Familie mit einzubeziehen.
Prof. Dr. Susanne Wegener
Dr. med. Anton Schmick
Koetser Foundation und Herzog-Egli Stiftung
In dieser Studie, die wir gemeinsam mit unseren Kolleg*innen der interventionellen Neuroradiologie (Prof.Dr. med. Zolt Kulcsar) durchführen, werden verschiedene Methoden des Katheter-Eingriffes zur akuten Hirnschlagbehandlung untersucht.
Prof. Dr. med. Susanne Wegener und Prof. Dr. med. Zsolt Kulcsar
Prof. Dr. med. Susanne Wegener
SNF
Hirnschlag kann durch Vorhofflimmern ausgelöst werden. Bei EAST-Stroke, einem randomisierten, kontrollierten Trial, wird untersucht, ob Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern die Prognose von Hirnschlagbetroffenen verbessern kann. Diese Studie wird in Zusammenarbeit mit der Klinik für Kardiologie durchgeführt.
Prof. Dr. med. Susanne Wegener
Prof. Dr. med. Susanne Wegener
Horizon Europe
Hirnschlag kann klinisch “stumm” verlaufen – das bedeutet, Infarktnarben im Gehirn können gefunden werden, ohne dass die Betroffenen ein Symptome verspürt haben. Bei SILENT-2 werden solche Zufallsbefunde aus der Bildgebung des Gehirns systematisch abgeklärt. Insbesondere wollen wir herausfinden, ob die Implantation eines kardialen «eventrecorders» zur Langzeitaufzeichnung des Herzrhythmus Menschen identifiziert, die von einer Antikoagulation profitieren können, um erneute Hirnschläge zu verhindern. Diese Studie wird in Zusammenarbeit mit der Klinik für Kardiologie und Neuroradiologie durchgeführt.
Neurologie, Universitätsspital Bern, Dr. med. Thomas Meinel
Prof. Dr. med. Susanne Wegener
Dr. med. Philipp Baumgartner
Dr. sc. Simone Huber
SNF, Schweizerische Herzstiftung, Bangarter-Stiftung
Atherosklerose, also Plaqueablagerungen an den Hirngefässen, ist ein Risiko für Hirnschlag. AGELESS untersucht, ob durch einen Blutmarker, das Lipoprotein A bei Menschen mit Plaques an den Hirngefässen diejenigen früh erkannt werden können, die ein Risiko für Hirnschlag haben.
Neurologie, Kantonsspital St. Gallen, Prof. Dr. Gian Marco De Marchis
Prof. Dr. med. Susanne Wegener
Dr. med. Corinne Inauen
SNF