Weisser Hautkrebs ist in der Schweiz rund zehnmal häufiger als das maligne Melanom. Früherkennung bleibt zentral, denn rechtzeitig diagnostiziert sind die Heilungschancen ausgezeichnet. Neue bildgebende Verfahren wie die KI-gestützte LC OCT sowie die bewährte Mohs-Chirurgie ermöglichen am USZ eine präzise, sichere und gewebeschonende Diagnostik und Behandlung. Sie helfen, unnötige Eingriffe zu vermeiden und die Versorgung von Risikopatientinnen und -patienten nachhaltig zu verbessern.
Weisser Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Wird er frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen sehr hoch. Darum sind präventive Hautinspektionen bei Risikopersonen ratsam. Verdächtige Hautveränderungen sollten zudem immer von einem Dermatologen beurteilt werden. Neben einer sorgfältigen klinischen Untersuchung stehen heute moderne bildgebende Verfahren zur Verfügung, welche die Diagnostik verbessern, ohne dass eine sofortige Biopsie notwendig ist.
Diagnostik mit KI in der Dermatologie des USZ
Die Line-Field konfokale optische Kohärenztomografie (LC-OCT), ein modernes, nichtinvasives, bildgebendes Verfahren wird seit kurzem in der Dermatologischen Klinik des USZ eingesetzt. Einer Histologie ähnlich, liefert es hochauflösende Echtzeitbilder der Hautstruktur auf zellulärer Ebene. Diese CE-zertifizierte und KI-unterstützte Technologie unterstützt Ärzte und Ärztinnen dabei, weissen Hautkrebs, namentlich Basaliome und Spinaliome, sowie Vorstufen, aktinische Keratosen, frühzeitig und zuverlässig ohne chirurgische Biopsie zu diagnostizieren.

Zusätzlich ermöglicht die Methode eine präoperative Kontrolle von Tumorrändern, wodurch operative Eingriffe gezielter geplant und durchgeführt werden können. Sie bietet zudem die Möglichkeit, den Verlauf von Therapien in Echtzeit zu überwachen und deren Erfolg unmittelbar zu beurteilen.
„Die Line-Field konfokale optische Kohärenztomographie (LC-OCT) stellt einen bedeutenden Fortschritt in der nicht-invasiven Bildgebung bei weissem Hautkrebs dar und kann die Patientenversorgung entscheidend verbessern und unnötige Eingriffe reduzieren.“
Mohs Chirurgie ist der Goldstandard
Die Mohs-Technik wird im USZ seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Schon in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre wurde die «Tübinger Torte» (Schnittrandkontrolle in Formalin und Paraffin) in der dermatologischen Klinik eingeführt und kommt weiterhin vor allem zur Schnittrandkontrolle bei grossen Tumoren oder Tumoren ausserhalb der zentralen Gesichtsregion zum Einsatz. Seit Einführung der schnellen Schnitttechnik im Jahr 2005 wurden über 15’000 Patientinnen und Patienten mit der mikrografisch kontrollierten Chirurgie nach Dr. F. Mohs erfolgreich operiert.
Dank der lückenlosen mikroskopischen Beurteilung der Schnittränder, ist sie besonders indiziert bei
- Tumoren im Gesicht (insbesondere Augenlider, Nase, Ohren, Lippen)
- Rezidivtumoren oder klinisch unscharf begrenzten Tumoren
- Histologisch aggressiven Subtypen (z. B. sklerodermiformes Basaliom)
Die Heilungsraten bei Primärtumoren liegen bei ca. 99 %, bei Rezidiven immer noch deutlich über herkömmlichen Verfahren. Besonders an kritischen Stellen im Gesicht kann man mit Mohs unnötig grosse Defekte verhindern. Und der wohl wichtigste Vorteil: Der Patient verlässt die Klinik erst, wenn die Ränder mikroskopisch sicher tumorfrei sind.
„Die Möglichkeit, dermatopathologische Befunde direkt im eigenen Haus zu erstellen, stärkt unsere diagnostische Sicherheit, beschleunigt Entscheidungsprozesse und verbessert die Patientenversorgung nachhaltig.“
Das chirurgische Team behandelt rund jeden dritten Patienten mit einem Basaliom oder Spinaliom mittels Mohs-Chirurgie in einem von drei Operationssälen am USZ Flughafen. Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem weissem Hautkrebs oder hochbetagte Personen werden einmal wöchentlich am USZ Campus im stationären Setting operiert. Die Zusammenarbeit mit internen Fachspezialisten, beispielsweise mit plastischen Chirurgen, mit Augenärztinnen oder Hals-Nasen-Ohren-Ärzten ist eng und erfolgt nicht nur anlässlich der regelmässig stattfindenden Tumorboards.
Bei weissem Hautkrebs senkt die Mohs-Chirurgie gegenüber der Standard-OP das Risiko für langwierige Zweit- und Dritt-Eingriffe massiv. Das spart den Patientinnen und Patienten viel Leid und Ihnen als Hausärztin oder Hausarzt Zeit bei der Nachsorge.
Spezialgebiet der Dermatologischen Klinik
Das zehnköpfige Team der operativen Dermatologie ist neben der chirurgischen Behandlung von Hautkrebs auch für die Entfernung von gutartigen Haut- und Nagelveränderungen zuständig. Zudem gehört auch die dermatologische Lasertherapie, medizinische Ästhetik, sowie die Wundbehandlung zum Aufgabengebiet.