Die Freude über ihre zweite Schwangerschaft war riesig – doch sie wurde schnell getrübt. Bereits im ersten Trimester hörte Florence Traunecker von ihrer Frauenärztin die Verdachtsdiagnose «Placenta accreta». Auf den Ultraschallbildern waren Anzeichen dafür zu sehen, dass der Mutterkuchen der 39-Jährigen mit ihrer Gebärmutter zu fest verwachsen war. Eine schwere Schwangerschaftskomplikation, die lebensbedrohlich ist für Mutter und Kind, vor allem zum Zeitpunkt der Entbindung und wenn diese am falschen Ort oder unvorbereitet erfolgen würde. Dank einer engmaschigen Behandlung und einem Kaiserschnitt im USZ sind beide wohlauf.
Als mir meine Gynäkologin mitteilte, dass nicht alles nach Plan verläuft, hatte ich grosse Sorgen. Das Wort «Risikoschwangerschaft» macht Angst. Relativ schnell war klar, dass eine natürliche Geburt nicht möglich sein wird und meine Gebärmutter durch die Verwachsung mit der Plazenta mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht erhalten werden kann. Als ich das erfuhr, traf mich das hart.
«Professionelle Ausführungen und menschliche Seite schufen Vertrauen»
In der 24. Schwangerschaftswoche überwies mich meine Frauenärztin ans USZ. Der Leitende Arzt, der mich dort behandelte, zeigte von Anfang an sehr viel Empathie für meine Situation. Seine professionellen Ausführungen und seine menschliche Seite schufen Vertrauen und waren sehr hilfreich. Alle zwei Wochen musste ich nun zur Vorsorgeuntersuchung. Es wurden – unabhängig von dem Plazentaproblem – verschiedene pränatale Tests durchgeführt, auch, weil am Anfang nicht klar war, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist. In einem frühen Stadium der Schwangerschaft hatte ich zudem Blutungen. Bei meiner Diagnose hätte es jederzeit zu weiteren Blutungen kommen können. Ich durfte nicht mehr verreisen, um im Notfall rechtzeitig im Spital behandelt werden zu können. Arbeiten ging nur noch im Homeoffice. In ständiger Alarmbereitschaft zu leben, war schwierig und nur möglich durch die Unterstützung meiner Familie und die gute, wohlwollende Betreuung am USZ.
«Ich lebe, ich habe meine Familie und ich halte mein gesundes Baby im Arm»
Der Kaiserschnitt wurde für die 36. Schwangerschaftswoche geplant. Mein Arzt am USZ hätte ihn lieber ein bisschen früher durchgeführt, um das Risiko für mich zu minimieren. Denn in dieser Situation ist es wichtig, geplant und bestens vorbereitet in die Operation zu gehen und keine Notfallsituationen zu riskieren. Er hörte mir aber zu und verstand, wie wichtig mir eine möglichst normale Schwangerschaftsdauer war, um meinem Baby von Anfang an die besten Chancen zu ermöglichen.
Für die letzten Untersuchungen und Gespräche musste ich ein paar Tage vor der Geburt ins USZ. Ich wurde vom ganzen Team sehr herzlich empfangen und gut auf die anstehende Operation mit Vollnarkose vorbereitet. Geplant war, dass der Kaiserschnitt und die wahrscheinliche Entfernung meiner Gebärmutter in verschiedenen Phasen der OP stattfinden würden. Das Ziel war, dass ich miterleben kann, wie meine Tochter zur Welt kommt. Dass ich bei diesem einmaligem und emotionalen Moment in einer Wachphase sein durfte, bedeutet mir sehr viel. Ich hörte den Schrei meiner Tochter und wusste, dass sie lebt und alles gut kommt. Ich konnte sie begrüssen, bevor ich in Narkose versetzt und weiter operiert wurde.
Die Operation verlief ohne Komplikationen. Wie erwartet, musste jedoch meine Gebärmutter entfernt werden. Ein Verlust, der mir anfangs Mühe bereitet hat. Denn eigentlich wollten mein Mann und ich noch ein drittes Kind. Aber ich lebe, ich habe meine Familie und ich halte mein gesundes Baby im Arm. Das ist das Wichtigste und aufgrund meiner Diagnose keine Selbstverständlichkeit.
Der Mann in der Frauenklinik
Nach der Geburt musste ich zwei Tage auf der Intensivstation des USZ verbringen. Unsere neugeborene Tochter war zum Glück robust und durfte direkt auf die Abteilung der Frauenklinik – zusammen mit meinem Mann. Statt mir lag er die ersten Tage mit unserem Baby im Spital-Wochenbett, kümmerte sich um die Kleine und wurde von den Hebammen dabei unterstützt. Da mir Stillen sehr wichtig war, pumpten diese mir ein paar Stunden nach der Operation Muttermilch ab. Das regte einerseits meine Milchproduktion an und machte es andererseits möglich, dass mein Mann unsere Tochter neben Säuglingsmilch von Anfang an zusätzlich mit Muttermilch versorgen konnte. «Du wirst sehen», sagte er zu mir, «die Hebammen und das Pflegeteam machen hier alles für dich. Du musst dir keine Sorgen machen.» Und er behielt Recht: Die Hebammen waren von Herzen lieb zu mir und standen mir unterstützend mit guten Ratschlägen zur Seite. So, dass ich das Kennenlernen meiner Tochter im Spital geniessen konnte.
Mittlerweile sind paar Monate vergangen und wir sind zuhause als Familie im neuen Alltag angekommen. Es geht uns gut und wir sind dankbar dafür. Auch dem USZ und seinen Mitarbeitenden. Denn in dieser schwierigen Lebenslage erlebte ich hier eine medizinische Top-Behandlung, höchste Professionalität und nicht zu vernachlässigen: grösste Empathie.
Geburt am USZ
Jedes Baby ist ein einzigartiges Wunder. Wir dürfen jedes Jahr rund 2’500 dieser Wunder auf die Welt begleiten. Unsere erfahrenen Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und Pflegefachkräfte sind rund um die Uhr im Einsatz, um Sie während der Schwangerschaft, der Geburt und den ersten Wochen mit Ihrem Kind professionell und liebevoll zu betreuen.