Was ist Vulvakrebs?
Vulvakrebs (das Vulvakarzinom, umgangssprachlich auch Schamlippenkrebs genannt) ist eine seltene Krebserkrankung der äusseren weiblichen Geschlechtsorgane. Diese Krebsart betrifft hauptsächlich den äusseren Genitalbereich, wie z.B. Schamlippen, Klitoris, den Harnröhrenausgang, kann aber auch den Damm oder den Vaginaleingang befallen. Vulvakrebs tritt meist nach den Wechseljahren auf, kann aber auch bei jüngeren Frauen entstehen.
Ursachen und Risikofaktoren für Vulvakrebs
Die genauen Ursachen für die Entstehung von Vulvakrebs sind weitgehend ungeklärt. Chronische Haut- und Schleimhauterkrankungen der äusseren Geschlechtsorgane, wie Lichen sclerosus, begünstigen die Entstehung von Vulvakrebs. Ein weiterer Risikofaktor ist eine anhaltende Infektion mit bestimmten Typen des Humanen Papillomvirus (HPV). Andere sexuell übertragbare Infektionen wie Herpes oder Chlamydien können ebenfalls das Risiko erhöhen.
Symptome bei Vulvakrebs
Vulvakrebs kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen, darunter:
- Juckreiz im Bereich des äusseren Genitale
- Brennen oder Schmerzen in diesem Bereich
- Hautveränderungen wie Rötungen, Schwellungen oder Geschwüre
- Blutungen, die nicht mit der Menstruation zusammenhängen
- Schmerzen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr
Im Frühstadium sind die Symptome oft unspezifisch, was die Diagnose erschwert. In fortgeschrittenen Stadien können die Symptome deutlicher und belastender werden.
Vorbeugung und Früherkennung von Vulvakrebs
Ein wichtiger Schritt zur Vorbeugung von Vulvakrebs ist die Impfung gegen HPV. Diese Impfung schützt vor den HPV-Typen, die am häufigsten mit der Entstehung von Vulvakrebs in Verbindung gebracht werden. Regelmässige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Diagnose von Vulvakrebs
Die Diagnose von Vulvakrebs erfolgt durch eine gynäkologische Untersuchung. Dabei kann der Arzt verdächtige Hautveränderungen oder Geschwüre erkennen. Zur weiteren Abklärung können folgende Methoden eingesetzt werden:
- Biopsie: Entnahme einer Gewebeprobe zur mikroskopischen Untersuchung
- Kolposkopie: Untersuchung der Vulva mit einem speziellen Mikroskop
- Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder Computertomographie (CT) zur Beurteilung des Ausbreitungsgrades
Behandlung von Vulvakrebs
Die Behandlung von Vulvakrebs richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin. In unserem spezialisierten Zentrum für gynäkologische Krebserkrankungen erstellen wir für jede Patientin einen individuellen Therapieplan um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.
In der Regel wird der Vulvakrebs operativ behandelt, wobei das Ziel ist, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen und dabei so viel gesundes Gewebe wie möglich zu erhalten. Die Art und das Ausmass der Operation hängen vom Stadium und der Ausbreitung des Tumors ab. Wir legen viel Wert auf die Wiederherstellung der Form der Vulva durch wiederherstellende Operationsverfahren, ggf. auch in Zusammenarbeit mit der Plastischen Chirurgie am USZ. Ergänzend oder alternativ zur Operation können Strahlentherapie und Chemotherapie eingesetzt werden, insbesondere wenn eine Operation nicht möglich ist, der Tumor sehr gross ist oder bereits Lymphknoten befallen sind.
Prognose bei Vulvakrebs
Die Prognose von Vulvakrebs hängt stark vom Zeitpunkt der Diagnose und dem Stadium der Erkrankung ab. In einem frühen Stadium sind die Heilungschancen sehr gut. Bei fortgeschrittenem Vulvakrebs kann die Prognose jedoch ungünstiger sein. Regelmässige gynäkologische Untersuchungen sind daher entscheidend, um die Krankheit frühzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln.