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Nachbericht: Patientenakademie zu Akuter Myeloischer Leukämie und Myelodysplastischen Neoplasien

Am 18. September 2025 fand in der Kleinen Aula des Universitätsgebäudes RAA die Patientenakademie des Comprehensive Cancer Center Zürich (CCCZ) statt. Zahlreiche Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik, Therapie und Betreuung bei Akuter Myeloischer Leukämie (AML) und Myelodysplastischen Neoplasien (MDS) zu informieren.

Ganzheitliche Krebsmedizin als Anspruch

In seiner Begrüssung hob Prof. Dr. Markus G. Manz hervor, dass das CCCZ den Menschen immer als Ganzes sehe – nicht nur die erkrankte Zelle, sondern die gesamte Lebenssituation. Ziel sei es, für jede Patientin und jeden Patienten den individuell besten Behandlungsweg zu finden. Präzisionsmedizin bedeute, sowohl die Tumoreigenschaften als auch das Umfeld und die persönliche Situation zu berücksichtigen – stets mit dem Anspruch, Lebenszeit zu verlängern und Lebensqualität zu bewahren.

Das CCCZ unterscheide sich dadurch von vielen anderen Zentren: Forschung, Patientenversorgung und Ausbildung greifen eng ineinander, Patientinnen und Patienten würden durch Veranstaltungen wie die Patientenakademie und durch die Zusammenarbeit mit Selbsthilfe- und Patientenorganisationen aktiv einbezogen.

Diagnose verstehen

Dr. Tobias Benoit erläuterte, dass die Diagnostik von AML und MDS viele Schritte umfasse – von Blutuntersuchungen über Knochenmarkpunktionen bis hin zu genetischen Tests. Die Vielzahl an Resultaten könne überfordernd wirken, entscheidend sei aber, aus den Daten eine sichere Diagnose, eine Prognose und – wenn möglich – gezielte Therapieansätze abzuleiten.

Therapieziele gemeinsam festlegen

Prof. Dr. Steffen Böttcher stellte die Behandlungsmöglichkeiten vor: „Das Therapieziel legen wir immer gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten fest – sei es Symptomlinderung, Lebensverlängerung oder Heilung.“

Faktoren wie Alter, Begleiterkrankungen, genetische Veränderungen und persönliche Präferenzen spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Bandbreite reicht von unterstützenden Massnahmen wie Transfusionen bis hin zu intensiver Chemotherapie oder einer allogenen Stammzelltransplantation. Immer wichtiger werde zudem, dass Forschungsergebnisse rasch in klinische Studien und neue Therapien überführt würden.

Forschung und klinische Studien

Prof. Dr. Alexandre Theocharides machte deutlich, dass zielgerichtete Therapien in den letzten Jahren grosse Fortschritte ermöglicht hätten. Er betonte, dass klinische Studien entscheidend seien, damit überprüft werden könne, welche neuen Medikamente tatsächlich wirksam sind.

Pflege und persönliche Erfahrungen

Erik Aerts, Leiter Pflege Hämatologie, betonte die wichtige Rolle der Pflege – gerade in komplexen Behandlungen wie der Stammzelltransplantation. Neben medizinischer Betreuung gehe es um Begleitung, Schulung und Unterstützung im Alltag.

Einen besonders berührenden Abschluss bildete der Erfahrungsbericht von Monika Kolly, die offen von ihrem Weg mit AML erzählte: „Es war mir wichtig, meine Erfahrungen hier zu teilen. Der Austausch mit Fachpersonen und anderen Betroffenen gibt mir Mut und zeigt, dass wir mit dieser Krankheit nicht alleine sind.“

Austausch und Nähe

Beim anschliessenden Apéro konnten Patientinnen, Angehörige und Fachpersonen ins Gespräch kommen, Fragen stellen und Erfahrungen teilen – ein direkter Austausch, der von vielen als wertvoll erlebt wurde.

Die Patientenakademie fand bewusst im Blutkrebs-Monat September statt und machte deutlich: Fortschritte in der Behandlung sind nur möglich, wenn Forschung, Versorgung und interdisziplinäre Zusammenarbeit Hand in Hand gehen. Genau dies ist die Mission des CCCZ: eine ganzheitliche Krebsmedizin nach höchsten Standards, zugeschnitten auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen – verbunden mit innovativer Forschung, klinischen Studien und der Ausbildung der nächsten Generation von Fachpersonen

Bildlegende: von Links nach Rechts;  Alexandre Theocharides, Markus Manz, Steffen Böttcher, Monika Kolly, Tobias Benoit, Erik Aerts

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