Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter und kann zu unregelmässigen Menstruationszyklen, polyzystischen Ovarien und Hyperandrogenismus führen. Für Betroffene ist der Weg zur Schwangerschaft oft erschwert. Mit der richtigen Diagnostik und Behandlung kann Frauen mit PCOS geholfen werden, ihre Lebensqualität zu verbessern und einen Kinderwunsch zu erfüllen. Im PCOS-Zentrum des USZ bieten wir ein kompetentes, interdisziplinäres und individuell angepasstes Beratungs- und Therapieangebot für betroffenen Patientinnen.
Kann die PCOS- Diagnose in der gynäkologischen Praxis erfolgen?
Die Diagnose von PCOS kann auch durch eine niedergelassene Gynäkologin oder einen niedergelassenen Gynäkologen anhand der Rotterdam Kriterien erfolgen und umfasst mindestens zwei der folgenden drei Merkmale: Zyklusstörungen, polyzystische Ovarien oder ein hoher Anti-Müller-Hormon-Wert sowie klinischer oder laborchemischer Hyperandrogenismus.1 Wichtig ist dabei, andere Differenzialdiagnosen zu bedenken. Das late-onset Adrenogenitale Syndrom (AGS) beispielsweise zeigt ähnliche Symptome wie das PCOS, kann aber mit der frühzyklischen Bestimmung von 17-OH-Progesteron ausgeschlossen werden. Zu einer umfassenden Diagnose wie sie am PCOS-Zentrum in Zürich durchgeführt wird, gehört auch die Abklärung der Stoffwechsellage (Lipide, Glucose), der Ausschluss von gynäkologischen Karzinomen als potenzielle Folgen des PCOS sowie die Gewichts- und Blutdruckkontrolle.
PCOS-Zentrum Zürich
Als universitäres PCOS-Zentrum bieten wir Patientinnen, welche am Polyzystischen Ovarialsyndrom leiden, eine umfassende und ganzheitliche Diagnostik, Betreuung und Therapie an. Expertinnen und Experten verschiedenster Fachrichtungen arbeiten eng zusammen, um für jede Patientin einen exakt abgestimmten Behandlungspfad zu definieren.
Wie wahrscheinlich ist eine Schwangerschaft trotz PCOS?
Frauen mit PCOS haben grundsätzlich die gleiche Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, wie Frauen ohne PCOS, benötigen jedoch oft mehr Zeit.2 Während der Schwangerschaft besteht bei den Betroffenen ein höheres Risiko für Komplikationen wie Gestationsdiabetes oder Präeklampsie.3 Daher sind die frühzeitige Diagnose, die adäquate Behandlung und die kontinuierliche Überwachung entscheidend. Am PCOS-Zentrum Zürich begleiten wir viele Frauen rund um die Schwangerschaft und haben langjährige Erfahrung mit spezifischen Problematiken wie etwa der Frage, ob die Off-label-Gabe von Metformin bei Frauen mit PCOS weitergeführt werden soll. Dabei behalten wir stets die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit der Mutter und des Ungeborenen im Blick.
Welche Vorteile bietet die Zusammenarbeit mit dem PCOS-Zentrum USZ?
Das PCOS-Zentrum Zürich bietet eine umfassende Betreuung von betroffenen Frauen. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Fachpersonen aus der Reproduktions-Endokrinologie, Endokrinologie, Dermatologie, Ernährungsmedizin und Psychologie wird eine ganzheitliche Betreuung gewährleistet. Von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Unterstützung bei Kinderwunsch sind Ihre Patientinnen bei uns in den besten Händen.
Literatur
- Teede HJ, et al. Recommendations from the 2023 International Evidence-based Guideline for the Assessment and Management of Polycystic Ovary Syndrome†. Human Reproduction. 2023;38(9):1655-79.
- Persson S, et al. Fecundity among women with polycystic ovary syndrome (PCOS)-a population-based study. Hum Reprod. 2019 Oct 2;34(10):2052-2060.
- Farland LV, et al. Polycystic ovary syndrome and risk of adverse pregnancy outcomes: a registry linkage study from Massachusetts. Hum Reprod. 2022 Oct 31;37(11):2690-2699.