Viele Menschen kennen das: Plötzlich setzt das Herz einen Schlag aus. Oder es schlägt scheinbar ohne Grund rasend schnell. Beides kann unangenehm werden und Angst machen. Nicht immer grundlos. Die gute Nachricht ist aber: Die meisten Arrhythmien sind gut behandelbar.
Täglich schlägt unser Herz rund 100’000 Mal. Durch rhythmische Kontraktionen wird das Blut aus den Vorhöfen in die Hauptkammern gepresst. Von der rechten Hauptkammer gelangt es in die Lunge, wo es mit Sauerstoff angereichert und über den linken Vorhof zum Herzen zurückgeführt wird. Die linke Hauptkammer pumpt das Blut sodann über die Hauptschlagadern in den Körper, zu Organen und Muskeln, um diese mit Sauerstoff zu versorgen.
Die Bewegungen der beiden Vorhöfe und Hauptkammern sind exakt aufeinander abgestimmt und werden vom sogenannten Sinusknoten aus über elektrische Impulse gesteuert. Ist die elektrische Leitung gestört, gerät das Herz ausser Takt und damit auch der koordinierte Blutfluss. Und das kann gefährlich werden.
Zwei Arten von Herzrhythmusstörungen
Bei Herzbeschwerden gilt es immer als Erstes abzuklären, ob die Ursache in einer zugrundeliegenden Erkrankung liegt. Das kann ein Herzinfarkt sein, aber auch Probleme mit den Herzklappen oder ein angeborener Herzfehler. In diesen Fällen wird zuerst die Grunderkrankung therapiert. Im besten Fall wird dadurch auch die Herzrhythmusstörung behoben. Findet sich dagegen keine Grunderkrankung, handelt es sich primär um ein elektrisches Problem. Das ist bei rund der Hälfte aller Patientinnen und Patienten, die wegen Herzrasen oder Herzstolpern in die Abklärung kommen, der Fall.
Wiederbelebung
Was gemeinhin als Herzstillstand bezeichnet wird, ist sehr oft auch das Gegenteil: Die Herzkammern «flimmern» mit bis zu 500 Schlägen pro Minute. Dadurch kommt der Blutfluss praktisch zum Erliegen, die lebensnotwendige Versorgung mit Sauerstoff versiegt. Jetzt zählt jede Sekunde: Die Überlebenschance sinkt in diesem Zustand um 10 Prozent pro Minute. Reanimation mittels Herzmassage ist wichtig, um mechanisch einen minimalen Blutfluss zu gewährleisten. Stoppen lässt sich das Flimmern aber nur mit dem Defibrillator: Der starke Stromstoss kann wieder Ordnung in die elektrischen Ströme im Herzen bringen. Damit Vorhöfe und Kammern wieder rhythmisch im gewohnten Takt schlagen.
