Typisch sind sowohl körperliche als auch seelische Symptome, wie z. B.:
- Blähbauch (häufigstes körperliches Symptom)
- Spannungsgefühl in den Brüsten
- Kopfschmerzen
- Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen oder Traurigkeit (oft belastender als körperliche Beschwerden)
Diese Beschwerden können so stark sein, dass sie den Alltag, z. B. beruflich oder in sozialen Beziehungen, merklich beeinträchtigen.
PMDS ist eine ausgeprägte Form, bei der die seelischen Symptome besonders stark sind. Die genaue Diagnose und Behandlung erfolgt durch eine Ärztin oder einen Arzt und richtet sich danach, welche Beschwerden auftreten, wie stark diese sind und wie sehr sie die Lebensqualität beeinflussen.
Was ist ein prämenstruelles Syndrom?
Ein Syndrom ist das Auftreten von verschiedenen Krankheitszeichen, die in einem Zusammenhang miteinander stehen. Mehrere Symptome können also gemeinsam ein Syndrom bilden. Die Silbe „prä“ weist darauf hin, dass etwas zeitlich vor einem Ereignis liegt, in diesem Fall vor der monatlichen Menstruation. Bei einem prämenstruellen Syndrom (PMS) treten verschiedene körperliche und seelische Beschwerden, in den Tagen vor der Regelblutung auf. Meistens gehören dazu stärkere Stimmungsschwankungen und Schmerzen.
Körperliche oder emotionale Veränderungen vor der Monatsblutung sind sehr vielen Frauen bekannt. Von PMS oder einem prämenstruellen Syndrom spricht man, wenn diese Veränderungen das Wohlbefinden erheblich einschränken und im Alltag zur Belastung werden. Dies ist bei mehr als 20–30 % Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter der Fall. Für die Schweiz bedeutet das: Es gibt mindestens 360.000 Betroffene im Alter zwischen 15 und 50 Jahren, die unter einem prämenstruellen Syndrom (PMS) leiden.
Bei etwa 40.000 Frauen in der Schweiz sind die Zyklusbeschwerden so stark ausgeprägt und stehen die seelischen Beschwerden so klar im Vordergrund, dass man von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) spricht.
Ursachen: Wie entsteht ein prämenstruelles Syndrom?
Was sind die Ursachen von PMS/PMDS?
Die genauen Ursachen von PMS (prämenstruelles Syndrom) und PMDS (prämenstruelle dysphorische Störung) sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt aber viele Hinweise darauf, dass normale Hormonschwankungen im weiblichen Zyklus bei manchen Frauen stärkere Auswirkungen auf das Gehirn und das Nervensystem haben – besonders in der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase).
Was spielt im Körper eine Rolle?
Weibliche Hormone (Östrogen und Progesteron):
- Diese Hormone steigen und fallen im Laufe des Zyklus.
- Bei Frauen mit PMS/PMDS reagiert das Gehirn möglicherweise empfindlicher auf diese normalen Veränderungen.
- Werden die Hormone vorübergehend unterdrückt, so verschwinden die Symptome fast vollständig. Wenn die Hormone wieder zugeführt werden, kehren auch die Symptome zurück. Da die Hormone jedoch viele Aufgaben im weiblichen Körper haben, ist eine dauerhaftes Absenken der Hormone jedoch keine sinnvolle Behandlungsmethode.
Botenstoffe im Gehirn (Neurotransmitter):
- Besonders wichtig ist hier Serotonin, ein Stoff, der für Stimmung, den Schlaf und das Wohlbefinden zuständig ist.
- Frauen mit PMS haben oft eine geringere Serotonin-Aktivität in der zweiten Zyklushälfte.
Zusammenfassung:
- PMS/PMDS entsteht wahrscheinlich durch das Zusammenspiel von Hormonen und empfindlichen Reaktionen im Gehirn.
- Serotonin spielt dabei eine zentrale Rolle.
- Nicht die absoluten Hormonmengen sind entscheidend, sondern wie der Körper und das Gehirn darauf reagieren.
- Bei der Behandlung können Medikamente, Ernährung, pflanzliche Mittel und Lebensstilveränderungen helfen.
Symptome: Wie zeigt sich ein prämenstruelles Syndrom?
Die Begleiterscheinungen des prämenstruellen Syndroms (PMS) sind zahlreich und individuell verschieden und Symptome können bei einer Frau von Monat zu Monat variieren. Stimmungsschwankungen gehören jedoch fast immer dazu.
Das prämenstruelle Syndrom kann seelische und körperliche Beschwerden verursachen.
Es sind viele verschiedene Beschwerden beschrieben worden – über 150 –, aber die meisten Frauen haben eine kleinere, typische Auswahl. Die Symptome lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
Emotionale und psychische Symptome (am häufigsten bei PMDS):
- Stimmungsschwankungen
- Reizbarkeit, Nervosität
- Traurigkeit oder depressive Verstimmung
- Ängste
- Heisshunger oder vermehrter Appetit
- Gefühl, schneller verletzt oder abgelehnt zu werden
- Weniger Lust auf Aktivitäten oder soziale Kontakte
Körperliche Beschwerden:
- Blähbauch
- Starke Erschöpfung
- Brustspannen
- Kopfschmerzen
- Schwindel oder Hitzewallungen (bei jüngeren Frauen ein Hinweis auf PMS/PMDS)
Stress kann dazu führen, dass Sie die PMS-Symptome intensiver erleben als in einer Phase, in der Sie ausgeglichen und entspannt sind.
Ein weiterer Faktor, der die Begleiterscheinungen des prämenstruellen Syndroms verstärken kann, ist die sogenannte Perimenopause: In dieser Zeit – in den Jahren vor der Menopause – treten bei manchen Frauen PMS-Symptome auf, die länger andauern, als es vor den Wechseljahren der Fall war.
PMS-Schmerzen betreffen zwar überwiegend Frauen im Alter ab 30 Jahren, doch auch junge Mädchen können schon unter dem prämenstruellen Syndrom leiden. Bei manchen von ihnen wird der monatliche Menstruationsbeginn regelmässig von krampfartigen Schmerzen im Becken und Unterleib begleitet. Eine solche schmerzhafte Menstruation wird in der Medizin Dysmenorrhoe genannt.
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Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)
Eine Dysphorie ist das Gegenteil von Euphorie und bezeichnet eine Stimmung, bei der die Betroffenen unzufrieden, gereizt, ängstlich, schlecht gelaunt und/oder depressiv sind. Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) ist eine schwere Form des prämenstruellen Syndroms (PMS). Die PMS-Symptome sind meist weniger ausgeprägt und stärker körperlich betont als die PMDS-Symptome.
Wie verläuft ein prämenstruelles Syndrom?
Von Frau zu Frau kann es beim prämenstruellen Syndrom (PMS) grosse individuelle Unterschiede geben. Das betrifft nicht nur die mögliche Zahl der Beschwerden und deren Intensität – auch der zeitliche Beginn und die Dauer der Symptome kann bei den von PMS Betroffenen ganz unterschiedlich sein.
Der Beginn und Dauer des prämenstruellen Syndroms
- Symptome beginnen meist ein paar Tage vor der Periode.
- Am stärksten sind sie in den letzten vier Tagen vor der Blutung bis etwa zwei bis drei Tage nach Beginn der Periode.
- Sie dauern im Schnitt sechs Tage pro Zyklus.
- Zwischen den Episoden sind viele Frauen völlig beschwerdefrei.
Diagnose: Wie erkennt man ein prämenstruelles Syndrom?
Die Kriterien für die Diagnose eines prämenstruellen Syndroms (PMS) sind ungenau. Das liegt vor allem an der Vielzahl der möglichen PMS-Begleiterscheinungen. Je nachdem, welche und wie viele dieser körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen eine Frau erlebt, kann eine PMS-Diagnose eindeutig, aber auch weniger zuverlässig gestellt werden. Hinzu kommt, dass es für die Feststellung eines prämenstruellen Syndroms keine international einheitlichen Kriterien gibt.
PMS oder PMDS?
Manchmal wird ein prämenstruelles Syndrom erst dann diagnostiziert, wenn die Zahl der körperlichen und psychischen Symptome mindestens eins und höchstens vier beträgt; mindestens ein Symptom muss nach dieser PMS-Definition die Gefühle (Affekte) betreffen, also psychischer Natur sein. Wenn mehr als fünf Symptome vorliegen (davon mindestens eines seelisch-emotional bzw. psychisch), lautet die medizinische Diagnose häufig nicht PMS, sondern PMDS (prämenstruelle dysphorische Störung).
Lassen Sie sich von solchen medizinischen Feinheiten nicht verwirren. Schliesslich kommt es weniger auf die korrekte Bezeichnung Ihres Leidens an, sondern welche Beschwerden es sind, die Ihnen zu schaffen machen – und wie man sie am besten beseitigt oder zumindest reduziert. Hier empfiehlt sie das Erarbeiten einer ganzheitlichen Strategie mit Unterstützung einer/s erfahrenen Ärztin/ Arztes.
PMS-Diagnose: mindestens drei Zyklen Symptome
Häufig wird in der medizinischen Literatur darauf hingewiesen, dass ein prämenstruelles Syndrom erst dann vorliegt, wenn die Beschwerden vor der Menstruation so ausgeprägt sind, dass sie den beruflichen oder privaten Alltag beeinträchtigen. Und: Eine PMS-Diagnose kann meist erst dann gestellt werden, wenn die Symptome nicht nur einmal aufgetreten sind, sondern mindestens drei aufeinanderfolgende Zyklen betreffen. Andernfalls wäre es möglich, dass die beobachteten Beschwerden nur scheinbar mit der monatlichen Regelblutung zusammenhängen und zum Beispiel Anzeichen einer Stoffwechselstörung sind.
PMS-Diagnose: Symptom-Tagebuch
Wenn Sie glauben, an einem prämenstruellen Syndrom zu leiden, können Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt die Diagnose erleichtern, indem Sie ein Symptom-Tagebuch führen. Es sollte genaue Angaben über die Art Ihrer Beschwerden sowie deren Beginn und Dauer enthalten. Und natürlich alle Tage Ihrer Regelblutung. Wenn es Ihnen gelingt, diese Angaben mindestens zwei Monate lang (zwei Zyklen umfassend) zu notieren, kann das hilfreich sein: Die Aufzeichnungen lassen dann sehr wahrscheinlich erkennen, ob Ihre körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen von Ihrer Menstruation abhängen – und damit ein Indiz für PMS sind – oder eine andere Ursache haben.
Therapie: Was tun beim prämenstruellen Syndrom?
PMS: Was wirklich hilft – und warum es (noch) keine Wunderpille gibt
Viele Frauen mit prämenstruellem Syndrom (PMS) wünschen sich eine einzige Tablette, die alle Beschwerden vor der Monatsblutung auf einen Schlag verschwinden lässt. Doch diese „Wunderpille“ gibt es bislang nicht. Die Symptome des PMS sind zu vielfältig und von Frau zu Frau zu unterschiedlich. Trotzdem gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten – auch wenn sie individuell abgestimmt werden müssen. Dabei kann eine Tablette – nämlich die Antibabypille – durchaus Teil der Lösung sein. Ebenso stehen andere Medikamente und therapeutische Ansätze zur Verfügung, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen besprechen kann.
Alternative Behandlungsmöglichkeiten bei PMS
Lebensstil und Bewegung
Eine gesunde Ernährung, regelmässige Bewegung und ausreichend Schlaf können PMS-Beschwerden oft deutlich lindern. Auch Yoga und Entspannungstechniken wie Meditation oder progressive Muskelentspannung helfen, das körperliche und seelische Gleichgewicht zu stärken.
Mikronährstoffe (Nahrungsergänzungsmittel)
- Kalzium zeigt in Studien die besten Effekte.
- Auch Vitamin B6, Magnesium und Myo-Inositol können unterstützend wirken.
- Wichtig: Meist ist eine regelmässige langfristige Einnahme notwendig.
Pflanzliche Mittel
- Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) reguliert hormonelle Prozesse und kann körperliche wie psychische Beschwerden mindern. Studien zeigen eine Besserung bei 52–81 % der Anwenderinnen. Eine Einnahme über mindestens drei Monate wird empfohlen.
- Johanniskraut kann bei Stimmungstiefs helfen – bei gleichzeitig erhöhter Lichtempfindlichkeit ist aber Rücksprache mit dem Arzt ratsam.
Nicht-medikamentöse Therapien
- Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) hilft vielen Frauen, besser mit PMS oder PMDS umzugehen.
- Akupunktur wird ebenfalls eingesetzt – auch wenn die wissenschaftliche Beweislage noch nicht eindeutig ist.
Bei mittelstarken bis starken PMS Beschwerden
Medikamentöse Therapie
- SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), eine Form von Antidepressiva, können bei starken Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und depressiven Verstimmungen helfen. Sie können täglich oder nur in der zweiten Zyklushälfte eingenommen werden.
- Die Antibabypille, vor allem Präparate mit Drospirenon und kurzer Einnahmepause, kann zusätzlich helfen – besonders, wenn gleichzeitig ein Verhütungswunsch besteht. Reicht das nicht aus, kann die Kombination mit einem SSRI sinnvoll sein.
Wenn Standardtherapien nicht helfen
Bei sehr schweren PMS- oder PMDS-Beschwerden, die auf andere Therapien nicht ansprechen oder bei starker Medikamentenunverträglichkeit, kann ein sogenannter Hormon-Stopp mit GnRH-Analoga in Kombination mit einer Hormonersatztherapie versucht werden. Diese Behandlung setzt die körpereigene Hormonproduktion vorübergehend aus und sollte nur unter enger ärztlicher Begleitung erfolgen.
Was Sie selbst tun können
Auch ohne Medikamente lässt sich PMS oft positiv beeinflussen. Bewährt haben sich:
- Regelmässige Bewegung – ob Joggen, Schwimmen oder Yoga.
- Entspannungsübungen wie Meditation oder autogenes Training.
- Gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse – und möglichst wenig Alkohol, Zucker und Nikotin.
- Ausreichend Schlaf und bewusste Erholung im Alltag.
Diese Empfehlungen wirken vielleicht einfach – doch gerade beim PMS können sie einen grossen Unterschied machen. Viele Frauen berichten, dass schon kleine Veränderungen im Alltag grosse Wirkung zeigen.
Gynäkologische Endokrinologie / Hormonstörungen Sprechstunde
Die Klinik für Reproduktions-Endokrinologie beschäftigt sich spezialisiert mit den Hormonen, welche den weiblichen Zyklus steuern und die Frauengesundheit beeinflussen. Wir verstehen dies unter einem ganzheitlichen Ansatz, so dass wir in verschiedenen Bereichen eng mit anderen Kliniken und Institutionen zusammenarbeiten.
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