Die organerhaltende Operation – schonend und wirksam
Bei der Nierenteilresektion wird nur der Tumor entfernt, während das gesunde Nierengewebe erhalten bleibt. Dieses organerhaltende Verfahren hat sich nicht nur bei Patientinnen und Patienten mit nur einer funktionstüchtigen Niere bewährt, sondern zeigt auch bei gesunder Gegenniere klare Vorteile. Studien belegen, dass der Erhalt von Nierengewebe das Risiko für Folgeerkrankungen, etwa des Herz-Kreislauf-Systems, senken kann. Die langfristige Krebsprognose unterscheidet sich dabei nicht von der radikalen Entfernung der gesamten Niere (radikale Nephrektomie).
Der Eingriff erfolgt in den meisten Fällen minimal-invasiv, also über kleine Schnitte mit Unterstützung eines Operationsroboters, dem DaVinci-System. Dabei wird die Niere kurzzeitig vom Blutkreislauf getrennt, um den Tumor präzise zu entfernen. Anschliessend wird das verbleibende Nierengewebe sorgfältig verschlossen. Der schonende Zugang und die hohe Präzision führen meist zu einer schnellen Erholung und guten Erhaltung der Nierenfunktion. Die robotisch assistierte Nierenteilresektion zeigt im Vergleich zur offenen Operation in der Regel geringere Komplikationsraten, einen kürzeren Krankenhausaufenthalt und vergleichbare Ergebnisse sowohl in Bezug auf die Nierenfunktion als auch auf die Tumorkontrolle.
Nierenfunktion nach der OP
Ziel der Nierenteilresektion ist es, die gesunde Nierenfunktion so gut wie möglich zu erhalten. Da nur der Tumor entfernt wird, bleibt der Grossteil des Nierengewebes intakt. In den meisten Fällen bleibt die Nierenleistung nach dem Eingriff stabil. Leichte Einschränkungen sind möglich, vor allem bei vorbestehenden Nierenerkrankungen. Die Nierenfunktion wird vor und nach der Operation sorgfältig überwacht. Durch eine gesunde Lebensweise und regelmässige Kontrollen kann die Nierenfunktion langfristig gut erhalten bleiben.
Für wen kommt eine Nierenteilresektion in Frage?
Ob eine Nierenteilresektion im individuellen Fall umsetzbar und sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa von der Lage und Grösse des Tumors, der allgemeinen Nierenfunktion und dem Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten. Kleine Nierentumore unter 7 cm, die noch lokal begrenzt sind, sollten wenn das technisch möglich ist, organerhaltend operiert werden. In einem persönlichen Beratungsgespräch sowie einem interdisziplinären Tumorboard klären wir gemeinsam die beste Therapieoption.
Wann ist eine vollständige Nierenentfernung nötig?
In bestimmten Fällen ist eine vollständige Entfernung der Niere (radikale Nephrektomie, Nierenresektion) notwendig – zum Beispiel bei grossen Tumoren, mehrfachem Tumorbefall, ungünstiger Lage oder wenn der Tumor in Nachbarstrukturen einwächst. Zusätzlich werden meist die umliegenden Lymphknoten im Nierenbereich entfernt, um die Ausbreitung des Tumors besser beurteilen zu können. Auch dieser Eingriff wird in unserer Klinik minimalinvasiv und roboter-assistiert durchgeführt.
Zweitmeinung: Niere erhalten statt entfernen?
Die Entscheidung, ob eine Niere vollständig entfernt werden muss oder ob eine organerhaltende Operation möglich ist, sollte gut überlegt sein. Wenn Sie vor einer solchen Entscheidung stehen, bieten wir Ihnen gerne eine fachärztliche Zweitmeinung an. Gerade bei kleinen oder mittelgrossen Tumoren lohnt es sich zu prüfen, ob eine Nierenteilresektion in Ihrem Fall in Frage kommt – auch wenn Ihnen anderswo zur Entfernung der gesamten Niere geraten wurde. Unsere spezialisierten Urologinnen und Urologen nehmen sich Zeit für eine sorgfältige Beurteilung Ihrer Befunde und besprechen mit Ihnen alle Behandlungsoptionen.
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