Mit der 3D-Ganzkörperfotografie VECTRA® steht an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich eine moderne Technologie zur erweiterten Hautkrebsvorsorge zur Verfügung. Das Verfahren ermöglicht eine standardisierte, dreidimensionale und hochauflösende Erfassung der gesamten Hautoberfläche innerhalb weniger Sekunden.
Besonders hilfreich ist die Methode bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko für den schwarzen Hautkrebs (Melanom), etwa bei vielen oder atypischen Nävi (Muttermalen), persönlicher oder familiärer Melanomanamnese oder genetischer Prädisposition. Durch die Kombination aus Ganzkörperbildgebung und sequenzieller digitaler Dermatoskopie (Nahaufnahmen) können Hautveränderungen über die Zeit präzise dokumentiert und beurteilt werden.
Was ist VECTRA?
VECTRA® ist ein 3D-Ganzkörperfotografie-System, das die Hautoberfläche standardisiert, dreidimensional und hochauflösend erfasst. Die Bildgebung dient als digitale Ausgangsdokumentation für spätere Verlaufskontrollen.
Die Methode ersetzt die ärztliche Untersuchung nicht, ergänzt sie jedoch sinnvoll. Auffällige oder kontrollbedürftige Läsionen können zusätzlich dermatoskopisch dokumentiert und im Verlauf gezielt verglichen werden.

Was leistet die digitale Verlaufskontrolle?
Die longitudinale Beurteilung anhand von Ganzkörperaufnahmen erlaubt es, neue oder sich morphologisch verändernde Läsionen frühzeitig zu erkennen. Dadurch können maligne Transformationen – die Entstehung von schwarzem Hautkrebs – schneller detektiert und unnötige Exzisionen vermieden werden.
Publizierte Daten aus der unserer Arbeitsgruppe zeigen, dass die 3D-Ganzkörperbildgebung unter Real-World-Bedingungen eine hohe diagnostische Leistungsfähigkeit in der Melanomfrüherkennung erreichen kann [1]. In einer Schweizer Umfrage bevorzugte die Mehrheit der Hochrisikopatientinnen und -patienten die Kombination aus 3D-Ganzkörperfotografie und ärztlicher Kontrolle gegenüber alleiniger klinischer Untersuchung, oder ergänzender 2D-Ganzkörperfotografie oder isolierten KI-Ansätzen [2].
Was bedeutet KI-unterstützte Risikobeurteilung?
Zusätzlich zur ärztlichen Untersuchung kann bei ausgewählten Muttermalen eine KI-gestützte Einschätzung eingesetzt werden. Dafür werden einzelne Hautveränderungen mit der digitalen Dermatoskopie stark vergrössert aufgenommen. Die KI analysiert diese Detailbilder und gibt eine Risikoeinschätzung, die die ärztliche Beurteilung ergänzt. Die finale Entscheidung trifft aber immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Wo liegen die Grenzen?
Die 3D-Ganzkörperfotografie und die optionale KI-unterstützte Risikobeurteilung sind sehr hilfreiche Zusatzinstrumente, ersetzen jedoch weder die klinische Expertise noch die Dermatoskopie. Auffällige, neue oder sich verändernde Läsionen müssen weiterhin ärztlich beurteilt werden.
Bei entsprechendem Verdacht bleibt die histologische Untersuchung nach Exzision oder Biopsie der diagnostische Referenzstandard.