VECTRA: 3D-Ganzkörperfotografie für die Hautkrebsvorsorge

Die 3D-Ganzkörperfotografie mit VECTRA® ist ein nichtinvasives, hochauflösendes Bildgebungsverfahren zur standardisierten Dokumentation der gesamten Hautoberfläche. Am USZ wird die Methode seit Januar 2026 in der erweiterten Hautkrebsvorsorge eingesetzt, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Melanomrisiko. Sie ergänzt die klinische Untersuchung sowie die Dermatoskopie (Nahaufnahme) und unterstützt die strukturierte Verlaufskontrolle.

Mit der 3D-Ganzkörperfotografie VECTRA® steht an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich eine moderne Technologie zur erweiterten Hautkrebsvorsorge zur Verfügung. Das Verfahren ermöglicht eine standardisierte, dreidimensionale und hochauflösende Erfassung der gesamten Hautoberfläche innerhalb weniger Sekunden.

Besonders hilfreich ist die Methode bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko für den schwarzen Hautkrebs (Melanom), etwa bei vielen oder atypischen Nävi (Muttermalen), persönlicher oder familiärer Melanomanamnese oder genetischer Prädisposition. Durch die Kombination aus Ganzkörperbildgebung und sequenzieller digitaler Dermatoskopie (Nahaufnahmen) können Hautveränderungen über die Zeit präzise dokumentiert und beurteilt werden.

Was ist VECTRA?

VECTRA® ist ein 3D-Ganzkörperfotografie-System, das die Hautoberfläche standardisiert, dreidimensional und hochauflösend erfasst. Die Bildgebung dient als digitale Ausgangsdokumentation für spätere Verlaufskontrollen.

Die Methode ersetzt die ärztliche Untersuchung nicht, ergänzt sie jedoch sinnvoll. Auffällige oder kontrollbedürftige Läsionen können zusätzlich dermatoskopisch dokumentiert und im Verlauf gezielt verglichen werden.

Vectra 3D Gerät

Was leistet die digitale Verlaufskontrolle?

Die longitudinale Beurteilung anhand von Ganzkörperaufnahmen erlaubt es, neue oder sich morphologisch verändernde Läsionen frühzeitig zu erkennen. Dadurch können maligne Transformationen – die Entstehung von schwarzem Hautkrebs – schneller detektiert und unnötige Exzisionen vermieden werden.

Publizierte Daten aus der unserer Arbeitsgruppe zeigen, dass die 3D-Ganzkörperbildgebung unter Real-World-Bedingungen eine hohe diagnostische Leistungsfähigkeit in der Melanomfrüherkennung erreichen kann [1]. In einer Schweizer Umfrage bevorzugte die Mehrheit der Hochrisikopatientinnen und -patienten die Kombination aus 3D-Ganzkörperfotografie und ärztlicher Kontrolle gegenüber alleiniger klinischer Untersuchung, oder ergänzender 2D-Ganzkörperfotografie oder isolierten KI-Ansätzen [2].

Was bedeutet KI-unterstützte Risikobeurteilung?

Zusätzlich zur ärztlichen Untersuchung kann bei ausgewählten Muttermalen eine KI-gestützte Einschätzung eingesetzt werden. Dafür werden einzelne Hautveränderungen mit der digitalen Dermatoskopie stark vergrössert aufgenommen. Die KI analysiert diese Detailbilder und gibt eine Risikoeinschätzung, die die ärztliche Beurteilung ergänzt. Die finale Entscheidung trifft aber immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Wann kann VECTRA sinnvoll sein?

  • bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Melanomrisiko
  • bei persönlicher Anamnese oder Familienanamnese eines Melanoms
  • bei genetischer Prädisposition, zum Beispiel FAMMM-Syndrom
  • bei multiplen melanozytären Nävi, insbesondere ≥100Nävi
  • bei klinisch atypischen Nävi oder ≥5 dysplastischen Nävi
  • beim dysplastischen Nävus-Syndrom

Ihre Vorteile

  • nichtinvasive, schnelle, schmerzfreie Untersuchung
  • standardisierte 3D-Dokumentation der gesamten Hautoberfläche
  • hochaufgelöste Bildgebung als Grundlage für Verlaufskontrollen
  • Kombination mit digitaler Dermatoskopie einzelner Läsionen
  • optionale KI-unterstützte Risikobeurteilung einzelner Muttermale anhand dermatoskopischer Detailaufnahmen
  • frühzeitige Erkennung neuer oder veränderter Hautveränderungen
  • Unterstützung der ärztlichen Beurteilung bei erhöhtem Melanomrisiko
  • potenziell weniger unnötige Exzisionen durch objektivierbaren Bildvergleich

Wo liegen die Grenzen?

Die 3D-Ganzkörperfotografie und die optionale KI-unterstützte Risikobeurteilung sind sehr hilfreiche Zusatzinstrumente, ersetzen jedoch weder die klinische Expertise noch die Dermatoskopie. Auffällige, neue oder sich verändernde Läsionen müssen weiterhin ärztlich beurteilt werden.

Bei entsprechendem Verdacht bleibt die histologische Untersuchung nach Exzision oder Biopsie der diagnostische Referenzstandard.

Häufige Fragen zu VECTRA

Nein. Die Untersuchung ist nichtinvasiv und erfolgt ohne Gewebeentnahme. Die Bildaufnahme selbst dauert nur wenige Sekunden.

Nein. VECTRA ergänzt die klinische Untersuchung und Dermatoskopie. Besonders relevante oder auffällige Läsionen werden zusätzlich dermatoskopisch dokumentiert und im Verlauf gezielt beurteilt.

Besonders geeignet ist die Methode für Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Melanomrisiko, zum Beispiel bei früherem Melanom, familiärer Melanombelastung, genetischer Prädisposition, vielen Nävi oder atypischen beziehungsweise dysplastischen Nävi.

In geeigneten Situationen kann die strukturierte Verlaufskontrolle helfen, stabile Läsionen besser von neuen oder veränderten Läsionen zu unterscheiden. Ziel ist es unnötige Exzisionen zu reduzieren und relevante Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Die KI beurteilt vergrösserte Detailaufnahmen einzelner Muttermale und gibt eine zusätzliche Einschätzung zum Risiko. Das Ergebnis ist eine Entscheidungshilfe für die Ärztin oder den Arzt, nicht ein automatischer Befund und kein Ersatz für die persönliche Untersuchung.

Die Kosten für bis zu zwei Ganzkörperfotografie-Untersuchungen pro Jahr werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

Verantwortliche Fachperson

Lara Valeska Maul-Duwendag, Prof. Dr. med.

Leitende Oberärztin, Dermatologische Klinik

Tel. +41 44 255 11 11
Spezialgebiete: Stv. Leitung Dermatoonkologie und Leitung Hautkrebsvorsorge, Melanomdiagnostik mittels KI-unterstützter bildgebender Verfahren

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