Patient in der Beratung mit ärztlicher Fachperson

News aus dem Fachbereich

Diabetische Stoffwechsellage – ein Alarmzeichen!

Diabetes II und Bluthochdruck werden immer als «silent killer» beschrieben und das zurecht! In den meisten Fällen merkt man nicht, dass die Erkrankungen sich einstellen und ohne zumindest ein- bis zweimal jährliche Messung von Blutzucker und Blutdruck kommt man nicht rechtzeitig an die Diagnose. Rechtzeitig würde bedeuten, dass man die wertvolle Zeit nicht verstreichen lässt, um eine Genesung und Normalisierung von beidem wiederherzustellen.

Wer gilt als gefährdet?

Wer zu viel Gewicht insbesondere im Bauchbereich angesammelt hat, gehört definitiv zur Risikogruppe für einen Typ II Diabetes. Wenn also die Taille längst nicht mehr sichtbar ist, wird es Zeit für eine Kontrolle. Liegt darüber hinaus noch Bewegungsarmut, Rauchen und vielleicht eine Häufung von einer oder beiden Erkrankungen in der Familie vor, dann sollten auch die Blutfettwerte unbedingt bestimmt werden. Frauen sind darüber hinaus nach der Menopause stärker betroffen als davor, weil die die Hormone als Gefässschutz wegfallen und sich dann auch oft eine Gewichtszunahme und erhöhte Stressbelastung über Schlafstörungen einstellt.

Es gibt auch schlanke, muskelschwache, unsportliche Menschen, die eine unsichtbare Verfettung im Bauchbereich haben und darüber ein hohes Diabetesrisiko entwickeln. «TOFI» werden Sie genannt, als Abkürzung für Thin Outside Fat Inside. Auch diese Patienten berichten über eine Ernährung, die reich an einfachen Kohlenhydraten (weisses Brot, Nudeln, Reis, Softdrinks, Süsses, Alkohol), frittierten Speisen und gesättigten Fetten ist. Um die Funktion von Leber und Bauchspeicheldrüse wieder zu regenerieren, muss man die Ernährung umstellen, die Bewegung insgesamt steigern und die Muskulatur stärken.

Was ist zu tun, um wieder gesund zu werden?

Damit Veränderungen nachhaltig und langfristig erfolgreich sind, sind kleine Schritte sinnvoll. Eine einzige Mahlzeit zu optimieren und dazu die tägliche Schrittmenge auf 7’000 – 10’000 zu steigern, kann ein erfolgreicher Start in ein gesünderes Leben sein. Zu viel auf einmal zu ändern, ist meist nicht erfolgreich. Sich nur auf Medikamente zu verlassen, ebenso nicht.

Je nach Befund muss man etwa 2 Jahre rechnen, bis eine Entfettung der Organe vollständig umgesetzt ist und die neue Routine auch nicht immer wieder hinterfragt wird. Jeder Schritt zählt, auch kleine Veränderungen sind wirksam, geduldig bleiben und das Ziel im Blick behalten – das ist wichtig!

Und was ist jetzt mit dem Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko?

Wenn man die Diagnose einer Blutzuckerstoffwechselstörung erhalten hat, sollte das Gefässsystem auf erste Veränderungen untersucht werden. Neben den Blutfettwerten (Cholesterin, Triglyceride, Lipoprotein (a) und Apolipoprotein B), dem Blutdruckverhalten in Ruhe und unter Last, ist eine sonographische Begutachtung der Arterien im Hals- und evtl. Leistenbereich sinnvoll. Stellen sich hier schon erste Veränderung dar, kommt je nach Ausprägung und sonstiger Risikokonstellation eine spezielle Bildgebung für die Herzkranzgefässe infrage.

Bei Nachweis von Ablagerungen in den Arterien, ist eine sog. Statintherapie sinnvoll, um den Zustand zumindest stabil zu halten. So etwa wie «Rohrfrei» gibt es als Medikament nicht – deshalb ist das Ziel, die Situation so früh wie möglich zu entschärfen, Gesundheit zu verbessern und Erkrankung zu verhindern. Und sollte sich doch eine relevante Gefässverengung in der Diagnostik zeigen, kommen z.B. Stents zum Einsatz, die wieder eine freie Durchgängigkeit der Arterie ermöglichen.

Eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane ist wichtig, um Leber und Bauchspeicheldrüse beurteilen zu können und auch einen Blick auf die Bauchschlagader zu werfen. Eine Erweiterung der Bauchaorta (Bauchaortenaneurysma) ist häufig die Folge von langjährigem Bluthochdruck und kann bei rechtzeitigem Erkennen gut therapiert werden.

Machen Sie sich also auf den Weg zu Ihrem Hausarzt, wenn Sie zur Risikogruppe gehören. Oder vereinbaren Sie einen Check-up. Bleiben Sie auf jeden Fall gesund!

Verantwortlicher Fachbereich