Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung

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Schilddrüsenknoten-Therapie

Kleine Knoten, die unter einem Zentimeter Durchmesser liegen und keine Beschwerden verursachen, müssen meist nicht behandelt werden. Allerdings ist oft auch bei diesen Schilddrüsenknoten wichtig, sie im Verlauf zu kontrollieren. Damit lassen sich Veränderungen frühzeitig erkennen und mit der entsprechenden Therapie dagegen steuern.

Behandlung richtet sich nach dem Befund

Bei grösseren Schilddrüsenknoten und solchen, die Beschwerden bereiten, hängt die Therapie davon ab, ob die Knoten Schilddrüsenhormon produzieren („heisse“ Knoten) – oder ob sie womöglich maligne sind und es sich um ein Schilddrüsenkarzinom handelt. Wir werden folgendermassen vorgehen:

Gutartige Schilddrüsenknoten

Eine Therapie ist in der Regel erst dann nötig, wenn der gutartige Knoten auf die Speise- oder Luftröhre drückt oder kosmetisch stört, weil er sich etwa aussen am Hals deutlich abzeichnet. Therapie der Wahl ist dann die Operation, wobei der Knoten schonend entfernt wird. Für speziell ausgewählte Fälle kommt auch eine Thermoablation in Frage, bei der der Knoten mit Hitze verödet wird.

Heisse Schilddrüsenknoten

Ist der Knoten nicht zu gross, kann er per Radiojodtherapie behandelt werden. Dazu verabreichen wir radioaktives Jod mit einer Kapsel. Das radioaktive Jod sammelt sich in dem besonders aktiven Schilddrüsenknoten und zerstört ihn. Ist der Knoten jedoch sehr gross oder haben sich in der Schilddrüse mehrere Knoten entwickelt, ist die Operation das Mittel der Wahl. Je nachdem, wie weiträumig die Veränderungen sind, wird nur ein Teil der Schilddrüse, manchmal sogar die komplette Drüse entfernt.

Schilddrüsenkrebs

Er wird fast immer operiert, bei manchen Formen dieser Krebserkrankung wird nach der Operation auch die Radiojodtherapie eingesetzt.

Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen

Die Festlegung und Durchführung der bestmöglichen Behandlung eines Schilddrüsenknotens benötigt heute die Zusammenarbeit durch verschiedene Fachdisziplinen. Am Schilddrüsenzentrum des USZ arbeiten alle wichtigen Fachdisziplinen eng zusammen. Die jeweilige Therapieform wird in einem wöchentlichen Treffen der verschiedenen Spezialistinnen und Spezialisten für die Patientinnen und Patienten individuell erarbeitet.

Schilddrüsenoperation und die Folgen

Wer an der Schilddrüse behandelt oder operiert wurde, muss in Zukunft seine Schilddrüsenwerte sorgfältig prüfen und entsprechend gegensteuern. Vor allem, wenn das gesamte Organ entfernt werden musste, ist die lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormon wichtig, Stichwort Hormonersatztherapie.

Schnittführung bei Schilddrüsenoperation

Doch neben dieser indirekten Folge der Schilddrüsenoperation gibt es auch direkte: Früher hinterliess eine Schilddrüsenoperation deutlich sichtbare Spuren. Man entfernte das Organ über einen grossen Schnitt im unteren Halsbereich, es blieb eine lange Narbe. Heute gibt es Möglichkeiten, etwa kleine Schnitte in natürlichen Hautfalten zu setzen. Auf diese Weise entstehen meist keine auffälligen Narben.

Nebenwirkungen von Schulddrüsenoperationen

Eine Schilddrüsenoperation birgt wie alle operativen Eingriffe die Gefahr von Nebenwirkungen. So kann sie möglicherweise zu einer Beeinträchtigung der Stimme führen. Es besteht das Risiko, dass die Stimmbandnerven geschädigt werden. Ständige Heiserkeit wäre dann die Nebenwirkung. Doch diese Gefahr lässt sich reduzieren, wenn Betroffene in ein spezialisiertes Zentrum zur Behandlung gehen. Dort liegt das Risiko für diese Operationsfolge unter einem Prozent.

Eine weitere mögliche Nebenwirkung der Schilddrüsenoperation ist, dass die Nebenschilddrüsen nicht mehr richtig funktionieren. Dabei handelt es sich um vier etwa linsengrosse Drüsen, die neben der Schilddrüse liegen. Sie bilden das Parathormon, das den Kalziumspiegel regelt. Bei Funktionsstörungen der Nebenschilddrüsen kann es etwa zu Krämpfen oder Kribbeln auf der Haut kommen. Der Ausfall der Nebenschilddrüsen nach der Operation ist meist nur vorrübergehend und kann durch Gabe von Kalzium und aktivem Vitamin D gut behandelt werden.

Verantwortlicher Kaderarzt

Jan Krützfeldt, PD Dr. med.

Oberarzt meV, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung
Leiter Schilddrüsentumorzentrum, Comprehensive Cancer Center Zürich

Spezialgebiete: Schilddrüsenultraschall, Autoimmunthyreoiditis, Schilddrüsenkarzinom
Tel. +41 44 255 36 27

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