Häufigkeit und Symptome des Vorhofflimmerns
Aufgrund der Zunahme von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Übergewicht sowie der zunehmend steigenden Lebenserwartung ist die Prävalenz des Vorhofflimmerns steigend – mit entsprechender Belastung für die Patienten und Patientinnen. Die durch den unregelmässigen, oft schnellen Puls verursachten Beschwerden beeinträchtigen die Lebensqualität, erhöhen das Risiko für eine Herzschwäche, einen Schlaganfall sowie die Sterblichkeit.
Behandlungsoptionen
In unseren Spezialsprechstunden erstellen wir zusammen mit den niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen eine persönliche Behandlungsstrategie für jede Patientin . Die Katheterablation hat sich in vielen Fällen als Methode der Wahl zur Behandlung des symptomatischen Vorhofflimmerns etabliert. Bei paroxysmalem Vorhofflimmern und Fehlen einer strukturellen Herzerkrankung können 80-90 % der Patienten erfolgreich behandelt werden. Bei Patientinnen mit Herzschwäche konnte sogar gezeigt werden, dass die Katheterablation von Vorhofflimmern die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhen kann. Grundsätzlich gilt: Je früher die Behandlung, desto höher die Erfolgschancen. In unserem Zentrum kommen modernste Methoden unter Verwendung von CT und MRI, Fusionsverfahren mit bewegten Durchleuchtungsbildern, 3D-Mappingsysteme (Abbildung 1) und intrakardiale Echokardiograhie (ICE) zum Einsatz. Diese Technologien ermöglichen es heute, solche Eingriffe mit nur sehr wenig oder ganz ohne radioaktive Röntgenstrahlung durchzuführen.
Neueste Technologie
Die Pulsed Field Ablation (PFA) ist eine neue Technologie zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, vor allem Vorhofflimmern (Abbildung 1). Diese Form der Energie ist sehr spezifisch für das Herzmuskelgewebe und kann so während der Ablation umliegende Strukturen schonen. So gilt die Lähmung des Zwerchfellnervs als häufigste Komplikation der Cryoenergie-basierten Ablation von Vorhofflimmern (Cryoballon). Diese Komplikation kommt aufgrund der selektiveren Wirkung auf das Myokard bei der PFA nur extrem selten vor. Die atrioösophageale Fistel ist eine gefürchtete, glücklicherweise sehr seltene Komplikation der Radiofrequenzenergie-basierten Ablation von Vorhofflimmern, und verläuft nicht selten tödlich. Auch diese Komplikation kann durch den Einsatz der PFA praktisch ausgeschlossen werden, da selektiv der Herzmuskel abladiert wird und die Speiseröhre geschont wird. Auch andere Komplikationen wie z.B. schwere Verengungen der Lungenvenen wurden mit PFA nicht beschrieben. Mehrere internationale Studien konnten zeigen, dass die Pulmonalvenenisolation mit PFA mindestens genauso wirksam und teilweise sogar wirksamer ist als bisher eingesetzte Technologien (Cryoballon und Radiofrequenz). Am Universitätsspital wird diese neue effektive und sichere Technologie zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen seit einigen Jahren erfolgreich eingesetzt.

Abbildung 1: Katheter-basierte 3-D Mapping gesteuerte Ablation von Vorhofflimmern mit der neuen effizienten und schonenden Technologie der Pulsed Field Ablation (PFA, Elektroporation)
Auch am offenen Herzen kann Vorhofflimmern chirurgisch behandelt werden („Cox-Maze Prozedur“). Die Vorhöfe werden mittels Schnitten eröffnet und wieder verschlossen, wodurch die Entstehung als auch die Ausbreitung von Vorhofflimmern verhindert wird. Ein entsprechendes Narbenmuster kann heute auch mittels Ablationszange chirurgisch mit Radiofrequenzenergie oder Kälte angebracht werden. Die chirurgische Ablation wird vor allem bei Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern durchgeführt, welche sich einem herzchirurgischen Eingriff für eine andere Ursache (z.B. koronare Bypass Operation) unterziehen. Nach erfolglosen Katheterablationen kann über eine Mini-Thorakotomie ohne Eröffnung des Brustkorbs am offenen Vorhof auch ohne begleitende Operation ein solcher Eingriff durchgeführt werden. Kombiniert wird dieser Eingriff in der Regel mit dem Verschluss des linken Vorhofohrs zur Reduktion des Schlaganfallsrisikos.
