Wann wird ein Herzultraschall durchgeführt?
Die Echokardiographie wird bei Verdacht auf strukturelle oder funktionelle Herzerkrankungen eingesetzt und gehört zu den wichtigsten Basisuntersuchungen in der Kardiologie.
Sie wird insbesondere durchgeführt bei Verdacht auf Herzklappenfehler, Herzmuskelerkrankungen oder Herzinsuffizienz, bei Herzrhythmusstörungen mit möglicher struktureller Ursache, bei Erkrankungen des Herzbeutels sowie bei angeborenen Herzfehlern.
Eine wichtige Anwendung ist die Beurteilung nach einem Herzinfarkt, um das Ausmass der Myokardschädigung, Wandbewegungsstörungen und die verbleibende Pumpfunktion des Herzens zu erfassen.
Darüber hinaus dient die Echokardiographie der Verlaufs- und Therapiekontrolle bei bekannten Herzerkrankungen sowie der Abklärung unklarer kardialer Beschwerden im Rahmen von Vorsorge- und Basisdiagnostik.
Ausserdem wird sie bei echogesteuerten Eingriffen eingesetzt, etwa zur Unterstützung von Punktionen, Katheterverfahren oder operativen Maßnahmen.
Welche Arten der Echokardiographie gibt es?
Je nach Fragestellung kommen unterschiedliche Formen des Herzultraschalls zum Einsatz. Am Universitätsspital Zürich führen wir verschiedene echokardiographische Untersuchungen mit modernen Ultraschallverfahren durch.
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Transthorakale Echokardiographie (TTE)
Die transthorakale Echokardiographie (TTE) ist die häufigste Form des Herzultraschalls. Dabei wird der Ultraschallkopf auf den Brustkorb (Thorax) aufgesetzt, um das Herz über die Brustwand zu untersuchen. Die Untersuchung ist schmerzfrei, strahlenfrei und dauert in der Regel nur wenige Minuten.
Moderne Methoden wie die 2D- und 3D-Echokardiographie, Doppler-Verfahren und die Deformationsanalyse (Strain Imaging) erlauben eine differenzierte und präzise Beurteilung der Herzstruktur und Herzfunktion.
Anhand der sogenannten Farbdoppler-Echokardiographie lassen sich Vorgänge im Herzen farblich darstellen. Der Arzt sieht, wie sich die Kammern mit Blut füllen, wie sich die Herzklappen bewegen und wie das Herz arbeitet. Der Blutfluss im Herzen sowie die Funktion der Herzklappen können somit besonders gut untersucht werden.
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Transösophageale Echokardiographie (TEE)
Die transösophageale Echokardiographie (TEE), auch Schluckecho genannt, ermöglicht besonders detaillierte Ultraschallaufnahmen des Herzens. Dabei wird unter Kurznarkose eine dünne Ultraschallsonde über die Speiseröhre (Ösophagus) eingeführt. Da die Speiseröhre direkt hinter dem Herzen liegt, können bestimmte Herzstrukturen besonders genau beurteilt werden. Die Untersuchung ist in der Regel sehr gut verträglich und mit nur geringen Risiken verbunden. Die Untersuchung wird insbesondere zur Abklärung von Herzklappenfehlern, Entzündungen der Herzklappen, Blutgerinnseln oder angeborenen Herzfehlern eingesetzt. Darüber hinaus dient die TEE auch der intraoperativen und interventionellen Unterstützung, etwa zur echogesteuerten Beurteilung während Herzoperationen oder Katheterverfahren. Vor der Untersuchung müssen Patientinnen und Patienten nüchtern sein.
Stress-Echokardiographie oder Belastungs-Echokardiographie
Die Stress-Echokardiographie – auch Belastungs-Echokardiographie genannt – untersucht die Herzfunktion unter körperlicher oder medikamentöser Belastung. Dabei werden Ultraschallaufnahmen des Herzens in Ruhe und unter Belastung miteinander verglichen.
Die Untersuchung hilft dabei, Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, Herzklappenerkrankungen oder belastungsabhängige Funktionsstörungen des Herzens zu erkennen. Die Belastung erfolgt entweder auf einem Fahrradergometer oder mittels Medikamente.
Kontrast-Echokardiographie
Bei der Kontrast-Echokardiographie wird ein spezielles Ultraschallkontrastmittel über eine Vene verabreicht. Dadurch lassen sich die Herzkammern und die Herzfunktion noch genauer beurteilen. Die Untersuchung wird insbesondere eingesetzt, wenn Standardaufnahmen nicht ausreichend beurteilbar sind oder spezielle Fragestellungen, wie beispielsweise der Ausschluss von Blutgerinnseln, abgeklärt werden müssen.
Wie läuft eine Echokardiographie ab?
Der genaue Ablauf einer Echokardiographie hängt von der jeweiligen Untersuchungsmethode ab. Am häufigsten wird die transthorakale Echokardiographie (TTE) durchgeführt – die Standardform des Herzultraschalls über den Brustkorb.
Für die Untersuchung liegt die Patientin oder der Patient auf einer Untersuchungsliege, meist leicht auf die linke Körperseite gedreht. Anschliessend wird ein Ultraschallgel auf den Brustkorb aufgetragen, damit die Ultraschallbilder optimal dargestellt werden können. Die Ärztin/der Arzt oder eine spezialisierte Fachkraft führt den Ultraschallkopf über den Brustkorb und erstellt Aufnahmen des Herzens aus verschiedenen Positionen.
Die Untersuchung ist schmerzfrei, strahlenfrei und dauert je nach Fragestellung meist zwischen 20 und 40 Minuten. In der Regel ist keine spezielle Vorbereitung erforderlich. Nach der Untersuchung können Patientinnen und Patienten ihren gewohnten Aktivitäten unmittelbar wieder nachgehen.
Je nach Fragestellung können ergänzende Untersuchungen wie die transösophageale Echokardiographie (Schluckecho), die Stress-Echokardiographie oder eine Untersuchung mit Kontrastmittel notwendig sein.
Behandlungsteam
Unser Team besteht aus Ärztinnen und Ärzten mit ausgewiesener Expertise im Bereich der Echokardiographie sowie aus spezialisierten Fachkräften, die sich fast ausschliesslich auf die Durchführung von Echokardiographien spezialisiert haben. Gemeinsam gewährleisten sie eine hochwertige und präzise diagnostische Beurteilung.
Jährlich führen wir über 17’000 echokardiographische Untersuchungen durch. Die Bildakquisition erfolgt durch spezialisierte Fachkräfte. Die Beurteilung der Aufnahmen sowie die Befundung und Freigabe erfolgen durch Oberärztinnen und Oberärzte; bei Bedarf werden ergänzende Bildaufnahmen veranlasst. Moderne Ultraschallverfahren und langjährige Erfahrung ermöglichen eine umfassende Beurteilung verschiedener Herzerkrankungen.
Team Echokardiographie
Lehre und Forschung
Neben der klinischen Tätigkeit engagiert sich unser Team intensiv in Lehre und Forschung. Jährlich bilden wir zahlreiche Assistenzärztinnen und Assistenzärzte sowie spezialisierte Fachkräfte aus. Darüber hinaus organisieren wir regelmässig Fortbildungs- und Weiterbildungskurse für Ärztinnen und Ärzte, in denen aktuelle Entwicklungen und moderne Methoden der Echokardiographie vermittelt werden.
Unsere Forschungsgruppe ist an mehreren laufenden Projekten beteiligt und publiziert regelmässig in renommierten internationalen Fachzeitschriften.
Häufige Fragen zum Thema Echokardiographie
Nein, die Echokardiographie ist ein Verfahren ohne Strahlenexposition. Sie arbeitet mit Ultraschall und kommt daher ohne ionisierende Strahlung aus.
Die Herzkranzgefässe selbst können mit der Echokardiographie nicht direkt beurteilt werden. Es lassen sich jedoch indirekte Hinweise auf eine Erkrankung der Herzkranzgefässe erkennen, beispielsweise eine eingeschränkte Pumpfunktion oder regionale Wandbewegungsstörungen des Herzmuskels.
Ein EKG (Elektrokardiogramm) misst die elektrische Aktivität des Herzens und dient vor allem der Beurteilung des Herzrhythmus. Die Echokardiographie hingegen ist ein Herzultraschall, mit dem die Struktur, Funktion und Bewegung des Herzens sowie der Herzklappen bildlich dargestellt werden können. Beide Untersuchungen ergänzen sich bei der Abklärung von Herzerkrankungen.
Die transösophageale Echokardiographie (TEE, Schluckecho) gilt als sichere und etablierte Untersuchungsmethode. Wie bei jeder medizinischen Untersuchung können in seltenen Fällen Komplikationen auftreten, beispielsweise Reizungen im Bereich von Rachen oder Speiseröhre. Die Untersuchung erfolgt unter sorgfältiger Überwachung durch erfahrene Fachpersonen.
Die Kosten einer Echokardiographie hängen von der Art der Untersuchung sowie dem individuellen medizinischen Aufwand ab. In der Schweiz werden die Kosten bei medizinischer Indikation in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Für detaillierte Informationen zur Kostenübernahme empfiehlt sich eine Rücksprache mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt oder der Krankenkasse.
Die Dauer einer Echokardiographie hängt von der jeweiligen Untersuchungsmethode und der medizinischen Fragestellung ab. Eine transthorakale Echokardiographie (TTE), die häufigste Form des Herzultraschalls, dauert meist etwa 20 bis 40 Minuten.
Mit einem Herzultraschall können die Herzkammern, Herzklappen sowie die Pumpfunktion des Herzens beurteilt werden. Zudem lassen sich der Blutfluss im Herzen und mögliche Veränderungen wie Herzklappenfehler, Herzmuskelschwäche oder angeborene Herzfehler darstellen.