Hirnaneurysma Behandlung

Die Behandlung eines Hirnaneurysmas verfolgt das Ziel, das Risiko einer Hirnblutung zu vermeiden oder nach einer bereits eingetretenen Blutung eine erneute Blutung zu verhindern. Ob eine Behandlung notwendig ist und welches Verfahren infrage kommt, hängt unter anderem von Grösse, Lage und Form des Aneurysmas sowie von der individuellen Situation der Patientin oder des Patienten ab. Die Therapie wird am USZ interdisziplinär geplant und in engem Austausch gemeinsam mit den Betroffenen getroffen.

Ablauf

Nicht jedes Hirnaneurysma muss behandelt werden. Bei kleinen Aneurysmen mit geringem Blutungsrisiko können regelmässige bildgebende Kontrollen ausreichend sein.

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Ist eine Behandlung erforderlich, stehen grundsätzlich zwei etablierte Verfahren zur Verfügung:

Mikrochirurgisches Clipping

Über einen Zugang zum Schädel (Kraniotomie) wird das Hirnaneurysma unter dem Operationsmikroskop dargestellt und mit einer speziell entwickelten Titan-Klammer dauerhaft vom Blutkreislauf ausgeschlossen. Die Durchblutung der benachbarten Gefässe bleibt dabei erhalten. Bei nicht rupturierten Hirnaneurysmen wird diese Operation am USZ in der Regel über einen besonders kleinen Zugang (Mini-Kraniotomie) durchgeführt.

Kathetergestützte Behandlung (endovaskuläre Therapie)

Über einen dünnen Katheter, der meist über die Leiste eingeführt wird, gelangen feine Instrumente bis zum Hirnaneurysma. Dieses wird je nach Situation von innen mit Platinspiralen (Coiling) verschlossen oder durch Stents beziehungsweise Flow-Diverter behandelt, welche den Blutfluss so verändern, dass sich das Aneurysma verschliesst.

Behandlungsmethoden von Hirnaneurysmen.

Abbildung 1: Behandlungsmethoden von Hirnaneurysmen. Links: Beim mikrochirurgischen Clipping wird über einen kurzen Hautschnitt eine Öffnung im Knochen geschaffen, um Zugang zum Gehirn zu erhalten (sogenannte „Mini-Kraniotomie“). Anschliessend wird das Aneurysma dargestellt und mit einer Titanklammer von aussen verschlossen. Rechts: Beim katheterbasierten „Coiling“ wird das Hirnaneurysma von innen über einen dünnen Schlauch mit feinen Platinspiralen ausgefüllt und damit verschlossen.

Welches Verfahren empfohlen wird, entscheiden erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten der Neurochirurgie und interventionellen Neuroradiologie gemeinsam. Am USZ werden Patientinnen und Patienten hierbei aktiv in die Entscheidung einbezogen, indem Behandlungsoptionen verständlich erklärt werden. Ziel ist es, das Hirnaneurysma dauerhaft vom Blutkreislauf auszuschliessen und gleichzeitig das Behandlungsrisiko möglichst gering zu halten.

Bei einem rupturierten Hirnaneurysma erfolgt die Behandlung sofort. Ziel ist es, das geplatzte Aneurysma möglichst rasch zu verschliessen, um eine erneute Blutung zu verhindern. Die Wahl des Verfahrens erfolgt rund um die Uhr im interdisziplinären Team.

Vorbereitung

Die Vorbereitung richtet sich nach dem gewählten Behandlungsverfahren und der individuellen Situation. Bei einem nicht rupturierten Hirnaneurysma erfolgt die Planung im Rahmen der Sprechstunde und nach einer sorgfältigen Risikoabwägung. Bei einem rupturierten Hirnaneurysma handelt es sich um einen medizinischen Notfall, sodass die Behandlung unmittelbar eingeleitet wird.

Nachsorge bei einem Hirnaneurysma

Nach einer Behandlung erfolgen Nachkontrollen, um den Behandlungserfolg zu überprüfen und den weiteren Verlauf zu beobachten. Bei einem rupturierten Hirnaneurysma ist nach dem Eingriff eine neurointensivmedizinische Überwachung und Therapie notwendig, damit mögliche Komplikationen früh erkannt und behandelt werden können.

Je nach Behandlungsverfahren und individuellem Verlauf werden weitere ambulante Kontrollen und bildgebende Untersuchungen geplant.

Verantwortliche Fachpersonen

Luca Regli, Prof. Dr. med.

Klinikdirektor, Klinik für Neurochirurgie

Tel. +41 44 255 29 92

Menno Germans, Ph.D., PD Dr. med.

Leitender Arzt, Klinik für Neurochirurgie

Tel. 043 253 68 51
Spezialgebiete: Vaskuläre Neurochirurgie von Gehirn und Rückenmark (Aneurysmen, AVM, dAVF, Kavernome), Hirnrevaskularisation (komplexe Aneurysmen, Hirnbypass-Chirurgie, Carotis-Endarteriektomie), Mikrochirurgie von Hirntumoren und Schädelbasischirurgie, komplexe Wirbelsäulenchirurgie, Evidenzbasierte Neurochirurgie

Giuseppe Esposito, Prof. Dr. med.

Leitender Arzt, Klinik für Neurochirurgie

Tel. +41 44 255 37 90
Spezialgebiete: Vaskuläre Neurochirurgie (Aneurysmen, AVM, dAVF), Hirnrevascularisation (Hirnbypass-Chirurgie, Carotis-Endarterektomie, Moyamoya), Mikroneurochirurgie von Hirntumoren und Schädelbasischirurgie

Jorn Fierstra, Ph.D., Prof. Dr. med.

Leitender Oberarzt, Klinik für Neurochirurgie

Tel. +41 43 253 01 27
Spezialgebiete: Vaskuläre Neurochirurgie mit besonderem Interesse an Hirnrevaskularisation (Hirnbypass-chirurgie bei Ischämie, Moyamoya Erkrankung, komplexen Aneurysmen) & Carotis-Endarteriektomie) (Aneurysma Chirurgie, AVM, dAVF), Mikrochirurgie von Hirntumoren und Schädelbasischirurgie (inkl Wach Operationen)

Martina Sebök, Ph.D., PD Dr. med.

Oberärztin, Klinik für Neurochirurgie

Tel. +41 44 255 86 87
Spezialgebiete: Vaskuläre Neurochirurgie (Aneurysmen, Hirnrevaskularisation (Hirnbypass-Chirurgie, Carotis-Endarteriektomie), AVM, dAVF, Kavernome), Mikrochirurgie von Hirntumoren, Schädelbasischirurgie

Für Patientinnen und Patienten

Patientinnen und Patienten können durch ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt, durch zuweisende Fachärztinnen und Fachärzte oder nach einer entsprechenden Untersuchung an das Universitätsspital Zürich überwiesen werden. Für Erkrankungen der Hirngefässe bietet das USZ spezialisierte Sprechstunden an, in denen Befunde, Risikoabschätzungen und mögliche Behandlungsoptionen ausführlich besprochen werden.

Für Zuweisende

Weisen Sie Ihren Patienten oder Ihre Patientin einfach online zu.

Universitätsspital Zürich
Klinik für Neurochirurgie
Frauenklinikstrasse 10
8091 Zürich

Tel. +41 44 255 26 60
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Warum ans USZ

Die Behandlung von Hirnaneurysmen erfolgt am USZ durch ein spezialisiertes neurovaskuläres Team aus Neurochirurgie, interventioneller Neuroradiologie, Neurologie und Neurointensivmedizin. Alle Fälle werden interdisziplinär beurteilt, um für jede Patientin und jeden Patienten die individuell geeignetste Therapie festzulegen.

Am USZ stehen sämtliche etablierten Behandlungsverfahren an einem Standort zur Verfügung – von mikrochirurgischen Operationen über endovaskuläre Therapien bis zur neurointensivmedizinischen Versorgung. Modernste Technologien wie hochauflösende Bildgebung, intraoperative Fluoreszenzangiographie, Neuronavigation und Neuromonitoring unterstützen eine präzise und sichere Behandlung.

Das USZ gehört zudem zu den führenden Zentren für die Behandlung komplexer Hirnaneurysmen und wurde im Ranking «World’s Best Specialized Hospitals 2026» erneut als bestplatzierte Neurochirurgie der Schweiz ausgezeichnet.

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