Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie

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Vestibularisparoxysmie Behandlung

Die Vestibularisparoxysmie ist gekennzeichnet durch kurze, meist spontan auftretende Schwindelattacken für Sekunden, welche im Extremfall bis zu 100x am Tag auftreten können. Begleitend oder unabhängig davon berichten Patienten auch über kurze Episoden mit Ohrdruck, Hörminderung und / oder Tinnitus. Letzterer wird häufig wie das stakkato-artige Geräusch einer mechanischen Schreibmaschine empfunden («Typewriter» Tinnitus). Es handelt sich um ein seltenes Krankheitsbild, dessen Vorkommen in der Gesamtbevölkerung aktuell nicht bekannt ist.

Hinter diesen ungewöhnlichen Symptomen steckt ein sog. «Gefäss-Nerven-Konflikt» im Kleinhirnbrückenwinkel, wo der Hör- und Gleichgewichtsnerv ins Gehirn eintreten. Kommt es an dieser Stelle zu einem dauerhaften Kontakt des Nerven mit einer Gefäss-Schlinge, wird die Isolierschicht der Nervenfasern, die sog. Myelinscheide, ausgedünnt. Nun können Nervenimpulse zwischen den einzelnen Nervenfasern ungehindert hin- und herspringen. Diese «Kurzschlüsse» führen zu einer Uebererregbarkeit des Hör- und/oder Gleichgewichtsnerven mit den o.g. typischen Symptomen.

Behandlung

Die kurzen Schwindelattacken sind nicht gefährlich. Sie sollten allerdings behandelt werden, wenn Sie im Alltag einschränkend wirken. Das Medikament der Wahl sind hier sog. «Natriumkanalblocker» (z.B. Carbamazepin, Oxcarbazepin, Lacosamid), welche das Ueberspringen von elektrischer Erregung zwischen den einzelnen Nervenfasern des Gleichgewichtsnerven dämpfen.

Weshalb ans USZ

Bevor wir die Diagnose einer Vestibularisparoxysmie stellen, schliessen wir mögliche andere Ursachen für eine vermehrte Signalweiterleitung zwischen den Nervenfasern des Gleichgewichtsnerven aus. Im Falle stark ausgeprägter Gefäss-Schlingen erfolgt eine Mitbetreuung durch die neurovaskuläre Sprechstunde der neurologischen Klinik. In den sehr seltenen Fällen, in denen eine Behandlung mit Natriumkanalblockern nicht erfolgreich ist, kann zusammen mit den Kollegen der Neurochirurgie eine Operation erwogen werden (sog. «mikrovaskuläre Dekompression»).

Verantwortliche Fachpersonen

Julia Dlugaiczyk, Prof. Dr. med.

Oberärztin meV, Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie

Spezialgebiete: Diagnostik und Therapie von Schwindelsyndromen, Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans
Tel. +41 44 255 55 50

Jonas Fellmann, Dr. med.

Oberarzt, Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie

Tel. +41 44 255 58 50
Mail orl@usz.ch

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten oder Ihre Spezialistin überweisen.

Für Zuweisende

Universitätsspital Zürich
Klinik für ORL
Frauenklinikstrasse 24
8091 Zürich

Tel. +41 44 255 55 50