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Kutanes Lymphom Radiologie

Die Strahlentherapie oder Radiotherapie ist eine Art der Krebsbehandlung, bei der hochenergetische Röntgenstrahlen eingesetzt werden, um Krebszellen auszuschalten. Die Strahlentherapie wird sehr häufig zur Behandlung von kutanen Lymphomen eingesetzt, um diese Art der Haut Lymphome kurativ (=heilend) zu behandeln. Es handelt sich dabei um eine sehr effektive und gut verträgliche, lokale Behandlung von umschriebenen Läsionen oder der gesamten Hautoberfläche.

Ablauf

Es gibt verschiedene technische Möglichkeiten der Strahlentherapie, die für die Behandlung der Haut geeignet sind, wobei die Orthovoltage-Strahlentherapie (=Bestrahlung mit Röntgenstrahlen) und die Radiotherapie mit schnellen Elektronen am häufigsten verwendet werden.

Die Orthovoltage-Strahlentherapie wird zur Behandlung von isolierten Lymphom-Manifestationen der Haut eingesetzt. Die Radiotherapie mit Elektronen wird ebenfalls eingesetzt und besteht aus sehr kleinen elektrisch geladenen Teilchen, die in einem Linearbeschleuniger produziert und auf die Haut gerichtet werden. Die Strahlung wird in die betroffenen Hautschichten fokussiert und verschont die tieferen Gewebe und Organe vor der Strahlenwirkung, d.h. sie ist für die Tumorzellen sehr schädlich, wird aber von den umgebenden normalen Hautzellen gut vertragen.

Die Strahlentherapie erfolgt als ambulante Behandlung, und kann damit gut in den privaten und beruflichen Lebensalltag integriert werden. Beim kutanen Lymphom erfolgt sie in der Regel “fraktioniert”. Das bedeutet, dass die Patientinnen und Patienten an aufeinanderfolgenden Werktagen kleine Dosen der Bestrahlung erhalten, um die Nebenwirkungen zu reduzieren und den Nutzen zu maximieren. Diese Therapie dauert ca 1-2 Wochen.Eine engmaschige und persönliche Betreuung unter Therapie ist bei uns selbstverständlich.

In der Klinik für Radio-Onkologie des USZ kommen ausschliesslich modernste Techniken zur präzisen und nebenwirkungsarmen Bestrahlung kutaner Lymphome zur Anwendung. Modernste Geräte und erfahrene Medizinphysikerinnen, Medizinphysiker und MTRAs tragen zu einer Behandlung in optimaler Qualität und Sicherheit bei. Sie werden von Expertinnen in der Behandlung des kutanen Lymphoms betreut: Dr. Laura Morisi und Dr. C. Linsenmeier, MSc.

Unser Team arbeitet eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Hämato-Onkologie  und der Dermatologie zusammen, um eine Behandlung „aus einem Guss“ zu garantieren. In klinischen Studien arbeiten wir kontinuierlich daran die Behandlung des kutanen Lymphomes zu verbessern, um diese noch wirksamer und verträglicher zu gestalten. Zur Übersicht der aktuell offenen Studien.

Im Folgenden werden wir die Strahlentherapie bei den verschiedenen Arten und Stadien des kutanen Lymphoms beschreiben:

Primär kutane B-Zell-Lymphome

Als wichtigste Therapieoptionen bei isolierten oder gruppierten Herden aller Formen von kutanen B-Zell-Lymphomen gilt die Totalexzision mittels Operation und/oder die Strahlentherapie. Die Strahlentherapie kann entweder als alleinige Behandlung oder als Teil eines multimodalen Ansatzes (zusammen mit systemischen Behandlungen) verwendet werden.

Die Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach klinischem Verhalten. Kutane Lymphome, welche ein sogenanntes „indolentes“, wenig aggressives Verhalten zeigen, wie beispielsweise Primär kutane Keimzentrumslymphome oder primär kutane Marginalzonen B-Zell-Lymphome, sind sehr strahlensensibel und sprechen sehr gut auf die Strahlentherapie an. Annähernd alle Patientinnen und Patienten mit indolenten Formen und solitären oder relativ wenigen Hautläsionen können sowohl mit einer Operation wie auch mit einer alleinigen lokalen, niedrigdosierten Strahlentherapie geheilt werden.

Bei einigen Patientinnen und Patienten kommt es jedoch trotz erfolgreicher Operation oder Strahlentherapie im Verlauf zu einem Rückfall. Dies bezeichnen wir als Rezidiv. Im Falle eines Rezidivs kann weiterhin mit einer lokalen Therapieform gearbeitet werden, ohne dass sich die Gesamtprognose verschlechtert. So kann erneut eine Strahlentherapie in Erwägung gezogen werden. Für Patientinnen und Patienten mit multiplen Läsionen sind Strahlentherapie oder Beobachtung (d.h. “watch and wait”) sinnvolle Optionen, manchmal ist auch eine systemische Therapie notwendig. Sobald die Läsionen symptomatisch werden, können diese bestrahlt (oder chirurgisch entfernt) werden.

Bei kutanen Lymphomen mit intermediärem klinischem Verhalten, wie dem primär kutanen diffus-grosszelligen B-Zell-Lymphom (PCLBCL) ist die Ansprechrate etwas geringer und das Rückfallrisiko erhöht. Da das klinische Verhalten von PCLBCL, ähnlich den systemischen diffus grosszelligen B-Zell-Lymphomen (DLBCL) ist, sollten diese im Fall multipler Herde primär systemisch mit oder ohne Strahlentherapie behandelt werden.

Primär kutane T-Zell-Lymphome: Mycosis fungoides und Sézary syndrome

Die lokale Strahlentherapie ist bei isolierten, lokalisierten kutanen Tumoren oder chronischen, schmerzhaften oder ulzerierten Läsionen wirksam, mit kompletten Ansprechraten von >90%. Die Behandlung wird in mehrere Sitzungen aufgeteilt.

Transformierte Formen und Läsionen der unteren Extremitäten, die mit schlechter Durchblutung und Wundheilung einhergehen, haben häufiger geringere Ansprechraten. Radiosensibilisierende Medikamente können zusammen mit einer niedrig dosierten lokalen Strahlentherapie helfen.

Bei schnell progredienter, refraktärer/rezidivierender und ausgedehnter Erkrankung wird eine Bestrahlung der gesamten Hautoberfläche verabreicht; diese Behandlung zielt auf eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs und Linderung der Beschwerden ab.

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