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Sarkomen Radiotherapie

Sarkome sind der Überbegriff von verschiedenen Tumoren der Weichteile (wie zum Beispiel Muskel, Fettgewebe oder Gefässe) und Knochen oder Knorpel.

Ablauf

Die Radiotherapie (auch Strahlentherapie genannt) wird bei Weichteilsarkomen in verschiedenen Krankheitssituationen eingesetzt, um zusammen mit der Chirurgie als prä- oder post-operative Behandlung, eine Heilung der Erkrankung zu erreichen (kurative Radiotherapie). Wenn eine Operation nicht möglich ist, kann eine Radiotherapie auch als alleinige Behandlung, also ohne Operation, durchgeführt werden Die Radiotherapie fokussiert hochenergetische Röntgenstrahlen auf den in der Bildgebung sichtbaren Tumor und die mikroskopischen Tumorzellen in der unmittelbaren Umgebung um diese gezielt abzutöten.

Die Radiotherapie erfolgt als ambulante Behandlung, ist nicht-invasiv (benötigt also keine Narkose) und kann damit in den privaten und beruflichen Lebensalltag integriert werden. Bei Weichteilsarkomen ist meist eine präoperative, fraktionierte Behandlung in 25 Sitzungen über 5 Wochen nötig und wird häufig gegenüber einer postoperativen Behandlung bevorzugt um die Nebenwirkungen zu reduzieren. Eine engmaschige und persönliche Betreuung ist bei uns selbstverständlich.

Eine palliative Behandlung zur Linderung von Beshcwerden, die durch den Tumor oder Metastasen ausgelöst werden, kann dagegen je nach Situation deutlich kürzer sein und sich nur über 1-10 Sitzungen (1-2 Wochen) erstrecken.

In der Klinik für Radio-Onkologie des USZ kommen ausschliesslich modernste Techniken zur präzisen und nebenwirkungsarmen Bestrahlung der Sarkome zur Anwendung. Dazu gehören als Standard-Techniken in unserer Klinik intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) und die technische Weiterentwicklung VMAT (volumetric modulated arc therapy) sowie die bildgestützte Einstellung und Bestrahlung (IGRT). Sie werden von Expertinnen und Experten in der Behandlung von Sarkomen betreut.

Prä- oder postoperative Behandlung

Die Bestrahlung bei Sarkomen erfolgt meist vor einer primären Operation als präoperative (sogenannte «neoadjuvante») Radiotherapie. Falls eine Operation schon stattgefunden hat und eine Radiotherapie indiziert ist, dann kann die Radiotherapie postoperativ (adjuvant) stattfinden. Diese postoperative Situation benötigt oft ein grösseres Bestrahlungsvolumen und eine höhere Dosis als wenn die Bestrahlung vor der Operation durchgeführt wird. Je nach Grad und Grösse des Tumors ist eine zusätzliche Chemotherapie notwendig. Die Gabe der Chemotherapie erfolgt meistens vor einer Bestrahlung, kann aber auch parallel zur Radiotherapie erfolgen. Mit der Bestrahlung des gesamten Tumors und der mikroskopischen Zellen in der unmittelbaren Umgebung wird das Rückfallrisiko durch den Tumor befallenen Gebiet deutlich reduziert und die Heilungschancen optimiert. Die Radiotherapie wird meist mit minimalen Nebenwirkungen vertragen und dauert pro Sitzung nur wenige Minuten.

Behandlung von Sarkom-Metastasen

Sarkome können im Verlauf der Erkrankung Absiedlungen (Metastasen) bilden. Häufige Orte der Metastasierung sind Lunge, Leber und Knochen. Die Radiotherapie ist hier eine hocheffektive Methode um Beschwerden, die durch die Metastasen ausgelöst werden, zu behandeln und die verursachten Beschwerden zu lindern. Dies kann in Kombination mit einer lindernden Chemotherapie oder wenn möglich mit einer zielgerichteten Therapie erfolgen.

Oligometastasierte Sarkome

Wenn Sarkome gestreut, d.h. metastasiert hat, dann hatte man historisch geglaubt, eine Heilung sei nicht mehr möglich; folglich wurden die PatientInnen „nur“ mit einer Chemotherapie, einer zielgerichteten Therapie (Targeted Therapy) oder Immuntherapie behandelt. Heute wissen wir, dass dies differenzierter zu betrachten ist: wenn Sarkome nur wenige Metastasen gebildet hat (maximal 3-5) dann kann die Systemtherapie um eine Bestrahlung (oder gegebenenfalls auch Operation) aller Krebsherde ergänzt werden: Ziel ist es nicht nur den Krebs zurückzudrängen, sondern ihn vollständig zu eliminieren. Bei einem relevanten Anteil der Patientinnen und Patienten ist somit Heilung oder zumindest eine langfristige Tumorkontrolle zu erreichen.

Die körperstereotaktische Bestrahlung (SBRT), eine hoch-fokussierte Bestrahlung in nur wenigen ambulanten Behandlungssitzungen, ist die am besten untersuchte lokale Behandlungsmethode in der Situation der Oligometastasierung. Die körperstereotaktische Bestrahlung kann Metastasen an fast allen Regionen des Körpers hoch-effektiv und nebenwirkungsarm bekämpfen: Metastasen in Lymphknoten, der Lunge, der Leber, der Nebenniere, im Gehirn und in Knochen. Tumorherde in weit voneinander entfernten Regionen können in einer Behandlungssitzung behandelt werden, es braucht nicht wie bei der Operation zwei getrennte Eingriffe. Wichtig ist ebenfalls eine optimale Kombination aus lokaler und systemischer Therapie.

In klinischen Studien versuchen wir kontinuierlich die Behandlung von oligometastasierten Erkrankungen zu verbessern, um diese noch wirksamer und verträglicher zu gestalten.

Verantwortliche Fachpersonen

Michelle Leanne Brown, Dr. med.

Oberärztin, Klinik für Radio-Onkologie

Spezialgebiete: Zentralnervensystem- und Schädelbasistumoren, Sarkome, Stereotaktische Radiochirurgie und Radiotherapie
Tel. +41 44 255 31 50

Claudia Linsenmeier, Dr. med.

Oberärztin m.e.V., Klinik für Radio-Onkologie
Koordinatorin Gynäkologisches Tumorzentrum, Comprehensive Cancer Center Zürich

Spezialgebiete: Schwerpunkt Mamma/Gynäkologie, Hämatologische Radio-Onkologie, Lymphome, Pädiatrische Radio-Onkologie
Tel. +41 44 255 26 73

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten oder Ihre Spezialistin überweisen.

Für Zuweisende

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Tel. +41 44 255 35 66