Kryotherapie bei Prostatakrebs

Lokal begrenzter Prostatakrebs kann schonend und nebenwirkungsarm mittels fokaler Therapien, wie der Kryotherapie behandelt werden. Hierbei wird das Tumorgewebe durch Kälte zerstört, die Prostata als funktionsfähiges Organ aber erhalten. Das Risiko für Inkontinenz oder Impotenz wird dadurch erheblich verringert.

Was ist die Kryotherapie?

Bei dieser gezielten, minimal-invasiven Behandlung wird das Tumorgewebe in der Prostata über feine Hohlnadeln mit speziellen Gasen abwechselnd stark gekühlt und wieder erwärmt. Die Temperatur sinkt dabei auf bis zu minus 40 Grad Celsius. Durch diesen kontrollierten Kälte-Wärme-Wechsel werden die Krebszellen gezielt zerstört. Um umliegendes, gesundes Gewebe zu schützen, messen die Ärztinnen und Ärzte während des Eingriffs kontinuierlich die Temperatur mit speziellen Sensoren. So kann das gesunde Gewebe möglichst geschont werden. Die Prostata als funktionsfähiges Organ bleibt erhalten.

Welche Vorteile hat die Kryotherapie?

Die Kryotherapie ist ein minimal-invasives Verfahren bei lokal begrenztem Prostatakrebs. Die Methode hat folgende Vorteile:

  • Keine Schnitte in der Haut
  • Keine äusserlichen Narben
  • Präzises, millimetergenaues Entfernen des Tumorherdes
  • Geringer Blutverlust
  • Kurze Narkosezeit
  • Kaum Schmerzen
  • Reduziertes Risiko für Nebenwirkungen wie ungewollten Harnverlust (Inkontinenz) oder Erektionsstörungen (Impotenz)
  • Kurzer Krankenhausaufenthalt von zwei Nächten
  • In der Regel keine anschliessende Rehabilitation nötig

Für wen ist die Kryotherapie geeignet?

Nicht alle Patienten mit Prostatakrebs können eine fokale Therapie erhalten. Die Kryotherapie wird ausschliesslich bei Krebs von mittlerer Aggressivität, der auf die Prostata begrenzt ist, eingesetzt. Auch als Zweitbehandlung bei wiederkehrendem Krebs nach einer Bestrahlung kann eine Kryotherapie durchgeführt werden.

Am USZ bieten wir neuartige genetische Tests an, um die Tumoraggressivität einzuschätzen. Bei der Prostatabiopsie entnommenes Krebsgewebe kann molekularbiologisch analysiert werden. Die Testergebnisse erlauben klare Rückschlüsse auf die Tumorausbreitung- und aggressivität. Damit kann fundiert eingeschätzt werden, welche Therapieoption, ob aktive Beobachtung, fokale Therapie oder Prostataentfernung, angebracht ist.

Wenn eine Kryotherapie aufgrund der Lage des Tumors in der Prostata nicht infrage kommt, prüfen wir, ob sich der Krebs stattdessen mit einer anderen fokalen Therapie, der HIFU – einem hochpräzisen Ultraschallverfahren – schonend behandeln lässt.

Lassen Sie sich am Universitätsspital Zürich beraten, ob eine Kryotherapie für Sie infrage kommt. Auch für internationale Patienten hat die Kryotherapie besondere Vorteile. Die Dauer des Krankenhausaufenthaltes nach der Operation ist kurz und die Nachbehandlung kann problemlos im Heimatland stattfinden.

Wie läuft die Kryotherapie ab?

Der Eingriff dauert etwa ein bis zwei Stunden und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Zunächst führt der Arzt oder die Ärztin einen Katheter mit warmer Flüssigkeit über die Harnröhre in die Harnblase ein. Diese Massnahme dient dazu, die Blase und den angrenzenden Darm vor der Kälte zu schützen, die im weiteren Verlauf der Behandlung entsteht. Anschliessend werden über die Haut im Bereich zwischen After und Penis (dem sogenannten Damm) millimeterdünne Hohlnadeln mithilfe einer Schablone gezielt in die Prostata eingebracht. Einige zusätzliche Nadeln messen die Temperatur in und um die Prostata, um eine sichere und kontrollierte Behandlung zu gewährleisten.

Die Lage der Nadeln wird mithilfe eines transrektalen Ultraschalls überprüft. Dafür wird ein spezieller Ultraschallstab in den Enddarm eingeführt, um die Prostata und die Nadeln während des Eingriffs genau beobachten zu können. Über die eingesetzten Nadeln wird dann Argon-Gas zum Einfrieren in das Tumorgewebe geleitet. Ein Zyklus aus Gefrieren und Auftauen wird zweimal wiederholt, um das Tumorgewebe gezielt zu zerstören.

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

In der Regel bleiben Patienten zwei Nächte zur Kontrolle im Spital. Um der Blase ausreichend Zeit zur Erholung zu geben und den Urinabfluss zu gewährleisten, erhalten die Männer einen Blasenkatheter. Nach dessen Entfernung bleiben die Patienten meist noch einige Stunden zur Beobachtung in der Klinik. Wenn das Wasserlassen problemlos funktioniert, können sie anschliessend nach Hause entlassen werden.

Alle drei Monate nach der Behandlung wird das PSA (prostataspezifisches Antigen) kontrolliert. Sechs bzw. zwölf Monate nach der Therapie wird ein MRI und eine Kontrollbiopsie empfohlen. Die Kontrolluntersuchungen können am USZ oder in einem Krankenhaus in der Nähe des Wohnorts durchgeführt werden. Falls erneut Prostatakrebs-Zellen auftreten, kann die Kryotherapie sechs Monate nach dem ersten Eingriff wiederholt werden.

Was kostet eine Kryotherapie?

Die Kryotherapie bei Prostatakrebs ist eine Pflichtleistung der Schweizer Krankenkassen. Vor jeder Behandlung stellen wir eine Kostengutsprache, welche in der Regel bewilligt wird.

Verantwortlicher Kaderarzt

Daniel Eberli, Prof. Dr. Dr. med.

Klinikdirektor, Klinik für Urologie

Tel. +41 44 255 54 01
Spezialgebiete: Prostatakarzinom: 3D Prostatabiopsien (MRI-Fusion, Stereotaktisch), DaVinci Robotik und Laparoskopie, HIFU (High Intensity Focused Ultrasound), Robotische Chirurgie (Niere und Blase), Therapie der gutartigen Prostatavergrösserung

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