Als international anerkanntes Zentrum für Hautkrebs bieten wir Patientinnen und Patienten ein umfassendes Spektrum an modernen Systemtherapien sowie Zugang zu hochaktuellen klinischen Studien. Unser Ziel: individuelle, evidenzbasierte Behandlungsstrategien auf dem neuesten Stand der Wissenschaft.
Unsere Schwerpunkte im Überblick
- Dermatoonkologische Expertise: Behandlung und Nebenwirkungsmanagement nach modernsten onkologischen Standards durch unsere Ärztinnen und Ärzte sowie unsere spezialisierte Pflegesprechstunde.
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Enge Kooperation mit allen relevanten Fachbereichen des Universitätsspitals für eine ganzheitliche Versorgung.
- Spezialsprechstunden für seltene Tumoren: Fokus auf kutane Sarkome und das Merkelzellkarzinom – von der Diagnostik bis zur Therapie
- Vorsorge neu gedacht: Einsatz innovativer Technologien zur Optimierung der Früherkennung und Prävention
Behandlungsstrategien bei Melanom-Hirnmetastasen – wo stehen wir heute? Internationale Zusammenarbeit und Zusammenarbeit im CCCZ
Die Kombinationstherapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) – Ipilimumab und Nivolumab gilt heute als Standardtherapie bei asymptomatischen Melanom Hirnmetastasen (MBM). Die Behandlung symptomatischer MBM bleibt eine therapeutische Herausforderung. In enger Zusammenarbeit mit dem europäische Melanom-Register (dem EuMelaReg-Konsortium) engagieren wir uns aktiv in der Erforschung der optimalen Erstlinientherapie der symptomatischen BRAF- wildtyp oder BRAF mutierten Patienten sowie in der Identifikation prognostischer Marker für das Therapieansprechen. Grundlage dieser Arbeit bildet eine europaweit einzigartige Registerdatenbank mit über 1.500 dokumentierten Fällen von Hirnmetastasen aus Zentren in Europa und Israel. Diese umfassende Datensammlung wird neue Erkenntnisse zur Therapieoptimierung ermöglichen.
Radiotherapie bei MBM: STRIKE-Studie untersucht optimalen Zeitpunkt
Lokale Therapien wie die Radiotherapie spielen – ergänzend zur Systemtherapie – eine zentrale Rolle in der Behandlung von Melanom-Hirnmetastasen. Der optimale Zeitpunkt der Radiotherapie ist prospektiv nicht eindeutig geklärt. Genau hier setzt die STRIKE-Studie an: Unter der Leitung von Prof. Dr. med. M. Guckenberger, Prof. Dr. med. P. Balermpas (Klinik für Radioonkologie) und PD Dr. med. E. Le Rhun (Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie) wird untersucht, ob eine direkte («upfront»), gleichzeitige zur laufenden Systemtherapie, oder eine zeitlich versetzte Radiotherapie – erst nach Progress – zu besseren Ergebnissen bezüglich Tumorkontrolle im Gehirn und Lebensqualität bietet.
Neoadjuvante Therapie – auch beim Rezidiv nach adjuvanter Behandlung?
Die neoadjuvante Therapie hat sich mittlerweile als Behandlungsstandard für resektable Makrometastasen – also klinisch oder radiologisch nachgewiesene Lymphknoten oder Hautmetastasen – beim Melanom im Stadium III etabliert. Die Neo-DREAM-Studie geht nun einen entscheidenden Schritt weiter: Sie prüft, ob eine neoadjuvante Behandlung mit der intratumoralen Daromun-Therapie, gefolgt von einer operativen Tumorentfernung, dem Ansatz einer sofortigen Operation überlegen ist – insbesondere im Hinblick auf das rezidivfreie Überleben (RFS). Besonders bemerkenswert: Erstmals schliesst die Studie auch Patientinnen und Patienten ein, die nach einer adjuvanten Therapie ein Rezidiv erlitten haben – eine bisher weitgehend ausgeschlossene Gruppe, für die nun erstmals gezielt neue Therapieansätze geprüft werden.
Neue Therapieoptionen beim uvealen Melanom
Trotz der Einführung von Tebentafusp bleibt die Prognose beim Aderhautmelanom (uveales Melanom) nach wie vor ungünstig – insbesondere für Patientinnen und Patienten ohne HLA-A*02:01-Expression, die somit nicht für Tebentafusp infrage kommen. In der IDE196-002-Studie wird nun eine vielversprechende Kombinationstherapie untersucht: Der PKC-Inhibitor Darovasertib (IDE196) in Kombination mit dem cMET-Inhibitor Crizotinib. Die Studie richtet sich an HLA-A*02:01-positive Patientinnen und Patienten mit zuvor unbehandeltem, metastasiertem uvealem Melanom und vergleicht diese zielgerichtete Therapie mit der Standard-Immuntherapie (Ipilimumab + Nivolumab).
Studienangebote am Hautkrebszentrum
Unser Zentrum bietet ein breites Spektrum an klinischen Studien für Patientinnen und Patienten mit Hautkrebs und uvealem Melanom – von neoadjuvanten Therapien über Erstlinienbehandlungen bis hin zu Studien für therapieresistente Verläufe.
Nebenwirkungen der Immuntherapie
Im Umgang mit Immuntherapie-vermittelten Nebenwirkungen (irAEs) verfügen wir über eine ausgewiesene klinische und wissenschaftliche Expertise. Unser Zentrum engagiert sich intensiv in der translationalen Forschung, um die Entstehung dieser Nebenwirkungen besser zu verstehen und gezielt behandeln zu können. So konnten wir bereits zeigen, dass genetische Prädispositionen (HLA-Typ) sowie Antikörper gegen Komponenten von Krebs- und Hautgewebe (wie BP180) das Risiko bestimmter irAEs erhöhen können. In enger internationaler Zusammenarbeit erforschen wir zudem neue molekulare Zielstrukturen, um innovative Strategien Therapie dieser Nebenwirkungen zu entwickeln.
Zudem wird in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. M. Scharl, Leitender Arzt der Klinik für Gastroenterologie, im Rahmen einer in der 2. Jahreshälfte beginnenden klinischen Studie die Wirksamkeit der Stuhltransplantation bei Patienten mit schwerer, steroidrefraktärer immun-assoziierter Colitis untersucht.
Spezialisierte Pflegesprechstunde
Die Pflegeexpertin Skin Cancer unterstützt Patientinnen und Patienten mit einer Hautkrebsdiagnose vor Start oder Umstellung einer Systemtherapie und begleitet sie durch die Therapie und darüber hinaus. In der Pflegesprechstunde erhalten Patientinnen und Patienten individuelle Informationen zur Therapie, Medikamenten- und Selbstmanagement und zum Umgang mit Nebenwirkungen. Sie erfahren zudem, welche Unterstützungsangebote am USZ oder wohnortsnah in Anspruch genommen werden können.
Spezialsprechstunde für seltene Hauttumoren
Im Rahmen unseres Hautkrebszentrums bieten wir neu eine Spezialsprechstunde für Patienten mit seltenen Hauttumoren an. Dazu zählen unter anderem kutane Sarkome wie das Kaposi-Sarkom, pleomorphe Sarkome, Leiomyosarkome, Dermatofibrosarcoma protuberans, Angiosarkome sowie das Merkelzellkarzinom. Ziel ist eine umfassende, kontinuierliche Betreuung auf höchstem fachlichem Niveau sowie die enge Verknüpfung mit translationalen Forschungsprojekten.
Mai ist Hautkrebsmonat – Wissen weitergeben, Vorsorge stärken
Mit Freude und Zufriedenheit blicken wir auf zwei erfolgreiche und vielseitige Veranstaltungen im Mai zurück: Im Rahmen der EUROMELANOMA-Woche organisierte die Dermatologische Klinik des USZ am 6. Mai einen Informationsabend für Patientinnen und Patienten und Interessierte. Der fast bis auf den letzten Platz gefüllte Kleine Hörsaal Ost bot einen idealen Rahmen, um über wichtige Themen rund um Hautkrebs zu informieren – von Vorsorge und Früherkennung bis hin zu den neuesten Therapiemethoden. Besonders grosses Interesse weckte der Vortrag unserer Pflegeexpertin für Hautkrebs, Linda Morgan, zur Dermatoonkologie-Pflegesprechstunde. Diese stellt eine zentrale Anlaufstelle für die Verbindung zwischen Patienten und Ärzten dar.
Am 15. Mai fand unter der Leitung von PD Dr. med. Joanna Mangana, Leitende Oberärztin der Dermatologischen Klinik und Leiterin des Hauttumorboards am USZ, die jährliche Interdisziplinäre Dermatoonkologie-Fortbildung in Zusammenarbeit mit dem CCCZ statt. Wir freuen uns sehr, dass das abwechslungsreiche, auch interaktive Programm zu aktuellen Fragestellungen in der Behandlung und Diagnostik von Hauttumoren bei unseren Zuweisern auf grosse Resonanz stiess. Rund 140 Dermatologinnen und Dermatologen nahmen teil. Den Auftakt bildete ein hervorragender Vortrag von Prof. Dr. med. Lukas Flatz, Leiter der Dermatoonkologie an der Universitätsklinik Tübingen. Spannende Tumorboard-Fälle, präsentiert von unseren Assistenzärztinnen und -ärzten unter der Leitung von Dr. med. Omar Hasan Ali, folgten, ergänzt durch weitere Präsentationen zu zentralen Themen aus unserem internen Ärzteteam.
Hautkrebsvorsorge
Unsere Hautkrebsvorsorge wird kontinuierlich ausgebaut – mit einem verstärkten Fokus auf moderne Technologien zur frühzeitigen Erkennung von Hautkrebs. Neben dem etablierten Einsatz der Ganzkörperbildgebung und sequenziellen digitalen Dermatoskopie zur präzisen Dokumentation und Verlaufskontrolle verdächtiger melanozytärer Läsionen wird das Angebot neu ergänzt durch die line-field konfokale optische Kohärenztomografie (LC-OCT). Hierbei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das eine hochauflösende, schichtweise Darstellung der Haut in Echtzeit ermöglicht und damit eine frühzeitige, nicht-invasive Abklärung unklarer Läsionen unterstützt.
Familiäre Melanome
Für Patienten mit familiär auftretenden Melanomen (u.a. FAMMM-Syndrom, Familial Atypical Multiple Mole Melanoma) bieten wir die Teilnahme an einer europäischen Melanom-Registerstudie (EuMelaReg) an. Diese Studie kombiniert genetische Analysen mit phänotypischen, klinischen und umweltbedingten Risikofaktoren, um die individuelle Risikovorhersage zu präzisieren. Neben Melanomen werden auch andere Karzinome berücksichtigt, die bei Betroffenen vermehrt auftreten können. Die Betreuung umfasst zudem moderne bildgebende Verfahren wie Ganzkörperfotografie und digitale Dermatoskopie, um eine gezielte und personalisierte Hautkrebsvorsorge sowie eine umfassende Risikoüberwachung zu ermöglichen.
Das Hauttumorzentrum des USZ
Das Hauttumorzentrum ist eins von 17 Organzentren des Comprehensive Cancer Center Zürich (CCCZ), in denen sich zahlreiche Kliniken und Fachbereiche zusammenschliessen und interdisziplinär arbeiten. So wird das Wissen von allen Expertinnen und Experten für die verschiedenen soliden und hämatologischen Krebserkrankungen gebündelt. Dies ermöglicht eine ganzheitliche medizinische Betreuung aus einer Hand, die auf die individuellen Bedürfnisse von an Krebs erkrankten Menschen zugeschnitten ist.