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Grauer Star

Katarakt

Beim Grauen Star trübt sich die Augenlinse ein und Betroffene büssen allmählich ihre Sehkraft ein. Sie sehen zunehmend unscharf und verschwommen. Im frühen Stadium der Erkrankung gibt es vor allem Probleme mit dem Sehen in der Dämmerung und Beschwerden durch vermehrte Blendung. Auch benötigen Betroffene vermehrt Licht, um gut Lesen zu können. Ohne Behandlung kann ein Mensch sogar erblinden. Der wichtigste Risikofaktor für den grauen Star ist das Alter. Aber auch Rauchen oder Strahlung könnte mit dieser Augenerkrankung in Verbindung stehen. Selten ist der Graue Star erblich bedingt. Die einzige Behandlung bei Grauem Star ist die Operation. Augenärztinnen und Augenärzte ersetzen dabei die trübe Linse durch eine künstliche Linse. Dann gewinnen die meisten ihr Sehvermögen wieder zurück.

Überblick: Was ist Grauer Star?

Ein Grauer Star ist eine Erkrankung der Augen, bei der sich die Linse eintrübt. Augenärztinnen und Augenärzte sprechen auch von einer Katarakt. Bemerkbar macht sich der Graue Star, weil das Sehvermögen nachlässt. Die meisten sehen unscharf und verschwommen. Zudem können sie Kontraste schlechter wahrnehmen und schliesslich nur noch Hell und Dunkel unterscheiden.

Der Name „Grauer Star“ rührt daher, dass bei einer fortgeschrittenen Eintrübung der Linse eine graue Färbung hinter der Pupille erkennbar ist. Ausserdem haben viele einen starren Blick, wenn die Erkrankung fortgeschritten ist. Das Wort „Katarakt“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Wasserfall“. Denn früher nahmen Ärztinnen und Ärzte an, dass sich bei der Augenkrankheit Flüssigkeit im Auge bildete.

Beim Grauen Star nimmt die Flexibilität der Augenlinse ab und sie trübt ein. Der wichtigste Risikofaktor dafür ist das Alter. Aber auch das Rauchen, Strahlung, andere Krankheiten und eine erbliche Veranlagung spielen eine Rolle. Ärztinnen und Ärzte können die Augenerkrankung anhand verschiedener Untersuchungen erkennen, etwa mit einer Spaltlampe.

Die Behandlung besteht meist in einer Operation, bei der eine Augenchirurgin oder ein Augenchirurg die trübe Linse austauscht und durch eine Kunstlinse ersetzt. Die meisten Menschen erhalten dank der Operation ihr Sehvermögen wieder zurück. Ohne Therapie können Menschen erblinden. Alternativen zur Operation gibt es derzeit nicht.

Grauer Star – Häufigkeit und Alter

Der Graue Star ist eine relativ häufige Augenerkrankung – besonders mit zunehmenden Lebensjahren. Meist entwickelt sie sich in der zweiten Lebenshälfte ab dem 50. Lebensjahr. Mit dem Alter steigt das Risiko für die Katarakt – daher heisst die Erkrankung auch „Alterskatarakt“. So sind ungefähr 20 von 100 Menschen zwischen 65 und 74 Jahren am Grauen Star erkrankt. Bei den über 74-Jährigen sind sogar mehr als 50 von 100 Personen betroffen.

Besonders in den ärmeren Entwicklungsländern ist die Katarakt ein Problem – sie ist der Hauptgrund für eine Erblindung weltweit und kann dort auch jüngere Menschen betreffen. Experten schätzen, dass von 36 Millionen blinden Menschen weltweit mehr als jede dritte Person aufgrund des Grauen Stars ihr Augenlicht verliert. In den reicheren Industrieländern können Ärztinnen und Ärzte die Erblindung oft – dank einer kurzen Operation – umkehren.

Grauer Star: Ursachen und Risikofaktoren

Ein Grauer Star kann verschiedene Ursachen haben. Der häufigste Grund ist das Alter. Die Katarakt ist in der Mehrzahl der Fälle (ca. 90 Prozent) eine Alterserscheinung und heisst daher auch Alterskatarakt.

Daneben gibt es noch weitere Risikofaktoren:

  • Manche haben eine erbliche Veranlagung für den Grauen Star.
  • Rauchen erhöht vermutlich das Risiko für eine Katarakt.
  • Strahlung, zum Beispiel UV-Licht oder Röntgenstrahlung
  • Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus – dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können auch das Auge schädigen.
  • Unterernährung und schlechte Lebensbedingungen, oft in den Entwicklungsländern
  • Augenentzündungen
  • Augenverletzungen
  • Andere Augenoperationen
  • Längere Einnahme bestimmter Medikamente, etwa des entzündungshemmenden Mittels Kortison

Selten ist die Katarakt von Geburt an vorhanden, aber die Ursache liegt nicht in den Genen. Ein Beispiel: Wenn sich eine werdende Mutter in der Schwangerschaft mit Masern oder Röteln infiziert, kann das Baby mit einem Grauen Star zur Welt kommen. Für beide Infektionskrankheiten gibt es übrigens wirksame Schutzimpfungen. Und: Ärztinnen und Ärzte untersuchen jedes Neugeborene gründlich.

Symptome: Grauer Star stört das Sehvermögen

Ein Grauer Star lässt das Sehvermögen nach und nach schwinden. Die Symptome sind eine Abnahme der Sehschärfe und Verschwommensehen. Viele beschreiben ihre Sehfähigkeit, als würden sie durch einen Schleier, Nebel oder ein Milchglas gucken. Beschwerden treten bei Dämmerung früh auf oder es wird mehr Licht zum Lesen benötigt.

Folgende weitere Symptome können auftreten:

  • Die Wahrnehmung von Kontrasten verschlechtert sich. Die meisten können schliesslich nur noch Hell oder Dunkel unterscheiden.
  • Daneben nimmt oft die Blendungsempfindlichkeit zu, etwa durch Sonnenlicht oder Autoscheinwerfer. Viele empfinden daher das nächtliche Autofahren als sehr anstrengend. Oft wird ein Lichtkranz um Schweinwerfer und Lichter wahrgenommen (so genannte Halos).
  • Im fortgeschrittenen Stadium ist der Graue Star schon optisch erkennbar: Die Pupille erscheint wegen der starken Linsentrübung grau. Ohne Behandlung droht die Erblindung.

Anderes als viele vielleicht vermuten, verursacht der Katarakt keine Symptome wie Augenschmerzen oder Augenbrennen.

Vielleicht ein wenig kurios ist folgende Tatsache: Manche Menschen mit einem Grauen Star, die vorher aufgrund ihrer Weitsichtigkeit eine Sehhilfe getragen haben, können plötzlich bei einer beginnenden Katarakt ohne Brille wieder besser sehen. Der Grund ist, dass sich die Brechkraft der Linse durch die Katarakt verändert. Dieses verbesserte Sehvermögen ist jedoch nur von kurzer Dauer. Die Stärke von Brillengläsern ändert sich in kurzen Zeitintervallen.

Grauer Star: Diagnose bei uns

Am Anfang der Diagnose „Grauer Star“ steht immer das Gespräch mit der Augenärztin oder dem Augenarzt zur Krankengeschichte (Anamnese). Interessant sind zum Beispiel folgende Fragen:

  • Welche Symptome haben Sie, seit wann und wie intensiv sind sie ausgeprägt?
  • Wie würden Sie Ihr Sehvermögen einschätzen und hat es sich schnell oder langsam verschlechtert?
  • Sind Grunderkrankungen bei Ihnen bekannt, zum Beispiel Diabetes mellitus?
  • Leiden Sie unter Augenerkrankungen?
  • Gab es Verletzungen am Auge?
  • Nehmen Sie Medikamente ein? Falls ja: welche und seit wann?
  • Gibt es schon einen Grauen Star in Ihrer Familie?

Dann folgen in der Regel verschiedene Augentests, um das Sehvermögen zu beurteilen. Wichtig ist es, andere Augenerkrankungen auszuschliessen. Denn nicht immer steckt hinter der schwindenden Sehkraft eine Katarakt.

Eine sehr wichtige Untersuchung zur Diagnostik ist die Spaltlampenuntersuchung. Die Spaltlampe ist ein Instrument, das die Augenärztin oder der Augenarzt bei vielen Erkrankungen zur Diagnostik einsetzt. Es besteht aus einer starken Lichtquelle und einem Mikroskop. Dadurch kann die Ärztin oder der Arzt das Auge in starker Vergrösserung betrachten und Veränderungen aufspüren. Auch der Augenhintergrund (die Netzhaut) wird in weitgestellter Pupille untersucht und häufig werden Spezialaufnahmen der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) mit der so genannten Optischen Kohärenztomographie gemacht, um andere Erkrankungen wie z.B. eine Altersabhängige Makuladegeneration auszuschliessen. In einigen Fällen wird ausserdem eine Computertomografie- oder Magnetresonanztomografie-Untersuchung gemacht.

Grauer Star: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Ein Grauer Star ist in der Mehrzahl der Fälle eine Alterserscheinung. Und auf Ihr Alter haben Sie keinen Einfluss. Somit können Sie die Alterskatarakt auch nicht vorbeugen. Auch wenn der Graue Star erblich bedingt ist, können Sie diesem nicht vorbeugen, denn auch die Gene lassen sich nicht beeinflussen.

Spezielle Massnahmen zur Früherkennung des Grauen Stars in der Augenarztpraxis sind nicht bekannt. Allgemein gilt daher: Suchen Sie immer einen Augenarzt auf, wenn sich Ihr Sehvermögen verschlechtert oder Sie andere Probleme mit den Augen haben.

Es gibt verschiedenen Faktoren, die das Risiko für den Grauen Star erhöhen – und an diesen können Sie ansetzen. Einige Tipps:

  • Schützen Sie Ihre Augen vor UV-Strahlung. Tragen Sie eine qualitativ hochwertige Sonnenbrille, wenn Sie in die Sonne gehen.
  • Tragen Sie eine Schutzbrille, wenn Ihre Augen im Beruf oder in der Freizeit gefährdet sein könnten. Diese schützt vor Strahlung, aber auch vor Augenverletzungen.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen – am besten fangen Sie erst gar nicht damit an. Versuchen Sie ansonsten einen Rauchstopp. Er wirkt sich insgesamt positiv auf Ihre Gesundheit aus. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin, damit er oder sie Ihnen Hilft, mit dem Rauchen aufzuhören.
  • Vor einer Schwangerschaft sollen sich Frauen gegen Röteln und Masern impfen So verhindern Sie, dass Ihr Nachwuchs mit Grauem Star geboren wird.
  • Wenn Sie längere Zeit Kortison einnehmen müssen – besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob es Alternativen gibt.

Verlauf und Prognose beim Grauen Star

Der Verlauf und die Prognose bei der Katarakt hängen davon ab, ob sie ausreichend behandelt wird. Eine Operation bringt den meisten Menschen ihre Sehfähigkeit wieder zurück. Sie können anschliessend wieder scharf sehen und Kontraste unterscheiden. Die Prognose ist nach der OP also günstig. Ohne Behandlung droht die Erblindung. Vor allem in den ärmeren Entwicklungsländern erblinden viele Menschen, weil sie sich oft keine Operation leisten können.

Grauer Star: Behandlung heisst Operation

Ein Grauer Star lässt sich nicht mit Medikamenten behandeln. Manche können die verminderte Sehkraft vorübergehend oder sogar längerfristig mit einer Brille oder Kontaktlinsen ausgleichen. Irgendwann ist das Sehvermögen jedoch soweit vermindert, dass eine Operation ratsam ist.  Ärztinnen und Ärzte entfernen dabei die trübe Linse und ersetzen sie durch eine künstliche Augenlinse. Ihre Operateurin und Ihr Operateur besprechen mit Ihnen die verschiedenen Linsenarten (Monofokallinse, Multifokallinse, Linsen mit erweitertem Fokus, torische Linsen, sphärische und asphärische Linsen, UV- und/oder Blaulichtfilter) und Operationstechniken (mit und ohne Femtosekundenlaser). Dies sind zum Teil Selbstzahler Angebote, da die Grundversicherung nicht jede Linse und nicht jede Operationstechnik erstattet. Nach der OP ist die Sehkraft wiederhergestellt und die meisten Menschen sehen dauerhaft wieder besser. Die Katarakt-OP ist die häufigste Operationen überhaupt. Sie gilt als sehr sicher und wirksam.

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