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MammaCT

Fachartikel

Mammographie: Genauere und angenehmere Brustuntersuchung mit Spiral-Computertomographie

18. Oktober 2022

Die Mammographie ist neben der Selbstuntersuchung die wichtigste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. Am Universitätsspital Zürich kommt dafür der einzige speziell für die Brustuntersuchung entwickelte Spiral-Computer-Tomograph der Schweiz zum Einsatz. Eine Studie bestätigt nun die hohe Akzeptanz bei den Patientinnen sowie die hohe Bildqualität und Benutzerfreundlichkeit.

Neben der Selbstuntersuchung ist die Mammographie die wichtigste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. Die herkömmliche Röntgenuntersuchung mittels Mammographie oder Tomosynthese erleben viele Patientinnen als unangenehm oder sogar schmerzhaft. Manche Frauen zögern deshalb den anstehenden Termin hinaus oder gehen gar nicht mehr zur Vorsorgeuntersuchung.

Seit 2018 bietet das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am USZ auch Mammographien mit einem Spiral-Computertomographie-Gerät an – das einzige Gerät in der Schweiz. Beim Mamma-CT können Mammographien ohne Druck auf die Brust erstellt werden, da die Untersuchung im Liegen und nicht im Stehen erfolgt. Zudem kommt ein hochmoderner photonenzählender Detektor zum Einsatz. In einer retrospektiven Studie wurde nun der Komfort für die Patientinnen während der Untersuchung erhoben und die Benutzerfreundlichkeit sowie die Bildqualität bewertet. Dafür wurden 2418 B-CT-Scans von 1222 Frauen ausgewertet. Die Patientinnen bewerteten ihren Komfort während der Untersuchung, die Radiologie-Assistenten die Bewegungsfreiheit der Patientin und die Bedienbarkeit des Geräts, während die Radiologinnen den Läsionskontrast, die Erkennbarkeit von Verkalkungen, die vollständige Abbildung der Brust und die allgemeine Bildqualität beurteilten.

Das Mamma-CT besticht bei Patientinnen und Anwenderinnen

Die Auswertung der Daten bestätigte die Alltagserfahrung in der Praxis:

  • Die Patientinnen bewerteten den Komfort sehr hoch. Mehr als 99% gaben «keine» oder «vernachlässigbare» Beschwerden während der Untersuchung an.
  • Die Bewegungsfreiheit der Patientinnen und die Benutzerfreundlichkeit des Mamma-CT wurden jeweils in >99% mit «keine» oder «vernachlässigbare» Beschwerden bewertet.
  • Die Bildqualität wurde in 96,7% mit «keine» oder «vernachlässigbare Einschränkungen» bewertet.
  • Der Läsionskontrast und Nachweisbarkeit von Verkalkungen wurden in 92,6% und 98,4 % als «optimal» oder «gut» bewertet.
  • Eine «vollständige» und «fast vollständige» Abbildung der Brust wurde in 41,9% festgestellt, während der Brustmuskel bei 56,0% der Aufnahmen nicht abgedeckt wurde. Bei 2,1 % waren grössere Teile der Brust nicht abgebildet.

Normalerweise liegt die Detektionsrate bei einer Mammographie bei 0.4%. Würde man bei dichtem Brustgewebe zusätzlich immer einen Ultraschall machen, würde sich die Detektionsrate auf ca. 0.7% verbessern. Macht man bei Patientinnen mit dichtem Brustgewebe immer eine zusätzliche Ultraschall-Untersuchung, liegt gemäss internen Auswertungen die Detektionsrate beim Mamma-CT bei 1,4%.

Das deutlich bessere Resultat begründet Prof. Andreas Boss, Leitender Arzt am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des USZ, vor allem damit, dass sich dank der schmerzlosen Untersuchung auch Frauen mittels Mamma-CT untersuchen lassen, die schon jahrelang nicht mehr oder noch nie zu einer Mammographie gingen. «Gerade für Frauen, die schlechte Erfahrungen mit einer herkömmlichen Mammographie gemacht haben oder diese fürchten, ist das Mamma-CT die Alternative.»

Keine zusätzlichen Kosten bei einem Mamma-CT

Die Kostenübernahme der Krankenkassen für ein Mamma-CT entspricht jener für die herkömmliche Mammographie mit Tomosynthese. Die Vorsorgeuntersuchungen, die in manchen Kantonen (auch im Kanton Zürich) im Gegensatz zu den diagnostischen Untersuchungen noch nicht übernommen werden, sind also nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden – beide kosten total 190 Franken. Das USZ bietet neben der Untersuchung mit dem Mamma-CT nach wie vor auch das klassische Verfahren an.

Link zur Publikation: Clinical assessment of image quality, usability and patient comfort in dedicated spiral breast computed tomography. DOI: 10.1016/j.clinimag.2022.07.001

Andreas Boss, Prof. Dr. Dr. med.

Leitender Arzt, Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie
Vetreter Diagnostische und interventionelle Radiologie, Comprehensive Cancer Center Zürich
Leitender Arzt, Brustzentrum

Tel. +41 44 255 36 77

Verantwortlicher Fachbereich

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie