Das Universitätsspital Zürich (USZ) setzt gemeinsam mit dem Comprehensive Cancer Center Zürich (CCCZ) neue Massstäbe in der Krebsmedizin: Mit einem europaweit einzigartigen, roboterunterstützten Diagnose- und Therapiesystem revolutionieren sie die Frühdiagnostik und Behandlung von Lungenkrebs.
Seit Sommer 2024 ist am USZ ein hochmodernes Navigationssystem im Einsatz, das selbst kleinste, schwer zugängliche Lungenknoten präzise aufspüren kann. In Kombination mit einem mobilen, dreidimensionalen Röntgensystem (Cone-Beam-CT) lassen sich minimalinvasive Gewebeproben exakt entnehmen – auch aus tiefen Lungenarealen. Die exakte Position der Biopsieinstrumente kann dabei in Echtzeit überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Das bedeutet: mehr Sicherheit, mehr Präzision und eine deutlich höhere Chance, Lungenkrebs bereits im heilbaren Frühstadium zu erkennen.
Früh erkennen, gezielt handeln – in einer Narkose
Besonders innovativ ist die Möglichkeit, Diagnose und chirurgische Behandlung in einer einzigen Narkose durchzuführen. Die roboterassistierte Bronchoskopie mit dem ION-System von Intuitive wird dabei nahtlos ergänzt durch die operative Lungenresektion mittels Da Vinci-Roboter. Diese vollintegrierte Lösung ist bislang einzigartig in Kontinentaleuropa und ermöglicht einen besonders schonenden Eingriff für die Patientinnen und Patienten.
Die Technik ist ein Meilenstein, insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen durch Lungenkrebs-Screeningprogramme. Bereits heute wird am USZ eine Risikopopulation im Rahmen eines Forschungsprojekts systematisch gescreent. Um verdächtige Befunde effizient abzuklären und frühzeitig zu behandeln, wurde zudem ein interdisziplinäres „Lung Nodule Board“ etabliert. Ziel ist es, Lungenkrebs möglichst früh zu diagnostizieren und gezielt zu therapieren – bevor Symptome auftreten.