Breadcrumb Navigation

Bürste mit Haaren

Story

Schwindende Haarpracht, brüchige Nägel

21. Oktober 2022

Haar- und Nagelerkrankungen sind häufig. Und in vielen Fällen gut behandelbar. Zentral ist eine frühzeitige Abklärung der Ursache.

Medizinisch sind Haare und Nägel Hautanhangsgebilde, die Natur hat sie als Schutz vorgesehen. Prächtiges Haar gilt aber auch als Zeichen für Schönheit, Kraft und Attraktivität, und das Haar hat einen eminenten Einfluss auf das Erscheinungsbild eines Menschen. Weil Haare und Nägel gut sichtbar sind, fallen auch Veränderungen an deren Beschaffenheit schnell auf. Und solche sind nicht selten. «Die häufigsten Veränderungen betreffen die Haare und deren Menge: Es sind zu viele oder zu wenige», erklärt Thomas Kündig, Direktor der Dermatologischen Klinik am USZ. Pro Tag kommen 20 bis 30 Patientinnen und Patienten deswegen in die Sprechstunde.

Bei Haarverlust keine Zeit verlieren

Ob eine Erkrankung dahintersteckt, sollte rasch von einem Dermatologen abgeklärt werden, rät Thomas Kündig. Denn so häufig gerade Haarprobleme auftauchen, so beruhigend ist es, dass in den weitaus meisten Fällen der Grund dafür rasch gefunden wird und eine wirksame Therapie zur Verfügung steht. «Für den Einfluss von Ernährungsumstellungen und speziellen Diäten, aber auch für viele nichtmedizinische Therapien von Haar- und Nagelproblemen gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise », stellt Thomas Kündig klar. «Versuche damit verlängern nur die Leidenszeit, und schlimmstenfalls geht bis zur wirksamen Behandlung durch Spezialisten Haar auch unwiederbringlich verloren.»

Zwei Arten von Haarverlust

Gerade bei Haarverlust ist es deshalb wichtig, die Ursachen schnell abzuklären. Dabei werden zwei Formen unterschieden: der nicht vernarbende Haarausfall, bei dem sich der Haarwuchs wieder einstellt, und der vernarbende Haarausfall, bei dem die Haarwurzeln zerstört werden und das Haar dauerhaft verloren geht. Der vernarbende Haarausfall lässt sich meistens stoppen; je früher dies geschieht, umso mehr Haar bleibt erhalten. Zum nicht vernarbenden Haarausfall zählt zum Beispiel der kreisrunde Haarausfall. Auch dieser lässt sich in der Regel gut behandeln. Ursache für Haarausfall können Immunerkrankungen sein, bakterielle Erkrankungen, Pilzerkrankungen oder eine Fehlfunktion der Schilddrüse. Aber auch Eisenmangel, Medikamente oder eine Chemotherapie können zu Haarausfall führen.

Die Ursache wird meist gefunden

Häufiger Grund, den Arzt aufzusuchen, ist die abnehmende Haarpracht mit zunehmendem Alter, ein sogenannter androgenetischer Haarausfall, der bei Männern, aber auch bei Frauen auftritt. «Auch dagegen stehen wirksame Mittel zur Verfügung», sagt Thomas Kündig. Allerdings müssen diese ohne Unterbruch als Medikamente eingenommen, andere als Tinktur täglich zweimal auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Und: Die Patientinnen und Patienten müssen die Behandlungskosten selber tragen, da diese Form des verminderten Haarwuchses von den Krankenkassen nicht als Krankheit eingestuft ist. Für viele ist der Haarverlust jedoch so gravierend, dass sie den Aufwand, mögliche Nebenwirkungen und die Kosten in Kauf nehmen.
Auch bei Nagelerkrankungen wird die Ursache in den meisten Fällen gefunden. «Sie sind häufig eine Begleiterscheinung anderer Hautkrankheiten wie bei Lichen ruber oder einer Fehlfunktion der Schilddrüse. Aber auch Chemotherapien und bestimmte Medikamente können Einfluss auf die Nägel haben.» Wichtig ist Thomas Kündig auch hier, das Problem rasch und von der Dermatologin oder vom Dermatologen beurteilen zu lassen, denn: «In nahezu allen Fällen können wir wirksam und schnell helfen.»

Thomas Kündig, Prof. Dr. med.

Klinikdirektor, Dermatologische Klinik
Leiter Forschung, Dermatologische Klinik

Tel. +41 44 255 34 71

Verantwortlicher Fachbereich

Dermatologische Klinik