Erektile Dysfunktion: Angiologische vaskuläre Abklärung und Behandlungsmöglichkeiten

Eine erektile Dysfunktion ist häufig und kann verschiedene Ursachen haben. Bei einigen Männern liegt ein Gefässproblem zugrunde: eine verminderte arterielle Durchblutung des Penis, zum Beispiel im Rahmen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, oder ein zu starker venöser Abfluss, ein sogenannter venous leak.

An eine vaskuläre Ursache sollte insbesondere gedacht werden, wenn die Beschwerden langsam zunehmen und Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette oder eine bekannte Gefässerkrankung bestehen. Bei einer arteriellen Ursache steht häufig eine ungenügende Steifigkeit im Vordergrund, oft mit eingeschränktem Ansprechen auf Medikamente.

Ein venous leak kann vermutet werden, wenn eine Erektion zwar erreicht, aber nicht ausreichend lange aufrechterhalten werden kann. Ein sogenannter venous leak ist bei jüngeren Patienten eine häufigere Ursache. An der Klinik für Angiologie bieten wir eine spezialisierte vaskuläre Abklärung für Männer an, bei denen eine Gefässursache vermutet wird.

Diagnostik

Die Abklärung umfasst eine gezielte Anamnese und moderne Gefässdiagnostik. Die wichtigste Untersuchung ist die dynamische Duplexsonographie des Penis. Dabei wird nach medikamentöser Stimulation des Schwellkörpers die arterielle Durchblutung und der venöse Abfluss untersucht. So kann festgestellt werden, ob eine arterielle Durchblutungsstörung, ein venous leak oder eine gemischte Ursache vorliegt. Dies kann durch eine erweiterte Bildgebung wie eine CT-Angiographie, eine CT-Kavernosographie oder eine Angiographie ergänzt werden.

Falls notwendig, können zusätzliche bildgebende Untersuchungen durchgeführt werden, um die Gefässanatomie genauer darzustellen und mögliche Therapieoptionen zu prüfen.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Allgemeine Massnahmen wie Rauchstopp, Bewegung, Gewichtsreduktion und eine optimale Behandlung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten sind wichtig. Auch Medikamente wie PDE-5-Hemmer, zum Beispiel Sildenafil oder Tadalafil, können hilfreich sein.

Wenn ein relevantes Gefässproblem nachgewiesen wird, besprechen wir mit dem Patienten, ob eine endovaskuläre Behandlung infrage kommt. In ausgewählten Fällen sind minimalinvasive Verfahren möglich, zum Beispiel eine Ballondilatation oder Stentbehandlung bei arteriellen Engstellen oder eine Embolisation bei nachgewiesenem venous leak.

Bei erfolgreicher vaskulärer Behandlung kann es zu einer Verbesserung der Erektionshärte, einer längeren Aufrechterhaltung der Erektion und teilweise auch zu einem besseren Ansprechen auf Medikamente kommen. Der zu erwartende Nutzen hängt von Art und Ausprägung des Gefässproblems ab und wird vor einer möglichen Behandlung individuell besprochen.

Verantwortliche Fachperson

Stefano Barco, Ph.D., Prof. Dr. med.

Leitender Arzt Stv. Klinikdirektor, Klinik für Angiologie

Tel. +41 44 255 33 44

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