Stosswellenlithotripsie (ESWL) – Nierensteine zertrümmern ohne Narkose

Die extrakorporale Stosswellentherapie (ESWL) für die Behandlung von Nierensteinen gibt es bereits seit den 80ern. Neueste Anwendungstechniken kombiniert mit einer hochpräzisen Live-Ultraschallzentrierung der Steine heben die Therapie auf das nächste Level und machen sie zu einer schonenden Option, um Nierensteine zu zertrümmern. Das Besondere bei dieser Behandlung ist, dass die Steine von aussen, also nicht-invasiv und ohne Narkose zerstört werden.

Wie funktioniert die extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL)?

Die ESWL ist ein nicht-invasives Verfahren, bei dem kein Schnitt und keine Operation erforderlich ist.

Mittels hochpräzisem Ultraschall wird der Stein zuerst genau zentriert. Anschliessend werden die Stosswellen von aussen (extrakorporal) gezielt auf den Stein gebündelt. Die Stosswellen sind hochenergetische Druckwellen, welche den Stein in kleine Stücke zertrümmern. Diese kleinen Bruchstücke können vom Körper mit dem Urin in den folgenden Tagen und Wochen ausgeschieden werden.

ESWL Behandlung illustriert

Für wen ist die ESWL geeignet?

Die ESWL kommt vor allem für Patienten und Patientinnen in Frage, welche nicht für ein invasives Verfahren oder eine Narkose aufgrund eines gesundheitlichen Risikos geeignet sind. Vorzugsweise werden kleinere Steine bis maximal ca. 8-10 mm Durchmesser, die gut im Ultraschall sichtbar sind, mit dieser Technologie zertrümmert. Auch wenn viele kleinere Steine vorhanden sind, kann die ESWL die Therapie der Wahl sein.

Neben der Stosswellentherapie bieten wir verschiedene Behandlungsalternativen für die Zerstörung oder Entfernung von Nieren-, Harnleiter- oder Blasensteinen an. In einer ausführlichen Konsultation und Diagnosestellung wird die richtige Behandlungsart gemeinsam mit Ihnen gewählt.

Wie läuft die ESWL-Behandlung ab?

Eine ESWL-Sitzung dauert ca. 45-60 Minuten und wird ambulant durchgeführt. Während der Behandlung liegt der Patient oder die Patientin bequem auf dem Rücken auf dem Behandlungstisch. Über Ultraschall wird der Stein genau zentriert. Diese Zentrierung ist so exakt, dass auf eine Röntgen-Zentrierung, wie sie früher üblich war, verzichtet werden kann. Je nach Lage, Grösse und Zusammensetzung des Steins können mehrere Behandlungen bis zur vollständigen Zertrümmerung erforderlich sein, jeweils im Abstand von ca. 4-8 Wochen. Die Behandlung erfolgt meist ohne die Notwendigkeit einer Betäubung oder von Schmerzmitteln. Es wird in der Regel lediglich ein kleines Zwicken am Rücken wahrgenommen.

Nach der Behandlung

Nach der Behandlung kann der Abgang der Steintrümmer unmittelbar oder auch erst nach einigen Tagen einsetzen und einige Wochen andauern. Durch die Stosswellen kommt es zu kleinen Verletzungen der Schleimhaut und dadurch insbesondere unmittelbar nach der Behandlung zum Abgang von blutigem Urin. Meist verschwinden diese Blutungen jedoch innerhalb von 24 Stunden.

Zur Beurteilung der Steinsituation sind Kontrolluntersuchungen (Ultraschall) erforderlich und werden je nach persönlicher Situation festgelegt. Hierbei wird auch entschieden, ob weitere ESWL-Sitzungen notwendig sind.

Vorbeugung: Was können Sie selbst tun?

Trinken Sie viel! Die erfolgreiche Ausschwemmung der Steinkristalle benötigt eine gute Durchspülung der Niere und Harnleiter. Auch um einer erneuten Steinbildung vorzubeugen, sollten Sie täglich mindestens 2 Liter (am besten ungesüsste) Flüssigkeit über den Tag verteilt zu sich nehmen.

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse verringert die Wahrscheinlichkeit einer Bildung von Nierensteinen. Wenn Sie grössere Mengen von Lebensmitteln meiden, die Oxalsäure enthalten (das sind zum Beispiel Rhabarber, Spinat, Mangold, Mandeln und Nüsse), senken Sie das Risiko für die Entstehung von Kalziumoxalatsteinen, einer Untergruppe der Nierensteine.

Sorgen Sie für ausreichende Bewegung. Abgesehen davon, dass Bewegung allgemein gut für Ihre Gesundheit ist, kann sie unter Umständen bewirken, dass sich kleine Nierensteine nicht festsetzen.

Verantwortlicher Kaderarzt

Etienne Xavier Keller, PD Dr. med.

Leitender Oberarzt, Klinik für Urologie

Tel. +41 44 255 54 40
Spezialgebiete: Nierensteine (ESWL, URS, miniPNL), Prostata (TUR-P, Laser-Enukleation, Greenlight, REZUM), Harnblasentumor (TUR-B, Laser-Enukleation)

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