Erkältung, Grippe und trübe Tage, welche die Stimmung drücken: Der Winter stellt unsere Gesundheit auf die Probe. Doch wie kann man sich für die trüben Tage wappnen?
Das Immunsystem lernt ein Leben lang. Die körpereigene Abwehr wird von Geburt an immer widerstandsfähiger, indem sie lernt, sich gegen immer mehr Erreger zu wehren. Es hat also durchaus etwas Gutes, dass wir in den ersten Lebensjahren so oft krank sind. Im Erwachsenenalter kann das Immunsystem die häufigsten Infekte wirksam bekämpfen. Jedoch kann aufs Alter hin unsere Körperabwehr wieder schwächer werden. Unser Immunsystem sorgt also dafür, dass wir nicht krank werden. Es ist naheliegend, dass wir es im Kampf gegen Erreger unterstützen möchten. Aber lassen sich die Abwehrkräfte wirklich stärken?
So wappnen Sie sich
Wir können unser Immunsystem nicht stärken, lediglich trainieren. Schwächen können wir es aber sehr wohl, – und zwar indem wir es von seinen eigentlichen Aufgaben abhalten. Etwa, indem wir uns mangelhaft ernähren, zu viel Alkohol trinken, zu wenig schlafen oder uns unter Dauerstress setzen. Wir haben es also zum Teil doch selbst in der Hand, ob wir krank werden oder nicht. Mit diesen Tipps können Sie sich für den Winter wappnen.
Wechselduschen helfen
Ein regelmässiger Gang in die Sauna mit anschliessender Abkühlung stärkt Herz-Kreislauf- und Immunsystem. Ähnlich wirken sich Wechselduschen aus. „Dafür wird der Körper abwechselnd heiss und kalt abgeduscht, wobei man jeweils mit dem warmen Wasser beginnt und mit dem kalten Wasser abschliesst“ rät USZ-Arzt Rostock. Der Oberkörper kann, muss aber nicht Teil dieser Dusche sein. Beine und Arme genügen auch.
Handpflege
Eines der wirksamsten und simpelsten Mittel gegen Krankheitserreger: Hände regelmässig mit Seife waschen. Trockene oder rissige Haut sollte mit fettender Crème behandelt werden, damit Krankheitserregern kein Einfallstor in den Körper geboten wird.
Bewegung schützt uns
Auch regelmässige Bewegung kann uns vor den Erregern schützen, wie Studien beweisen. Es empfiehlt sich, dafür nach draussen zu gehen. Denn im Winter ist die Produktion des Glückshormons Serotonin, das durch Licht ausgeschüttet wird, reduziert. Übrigens muss dafür nicht zwingend die Sonne scheinen. Auch ein Spaziergang an einem trüben Wintermorgen hilft. Wer lieber zuhause bleibt oder bleiben muss, kann eine Lichttherapie in Betracht ziehen – ihre Wirkung ist wissenschaftlich nachgewiesen. Gegen den Mangel an Sonnenlicht kann man sich in der Apotheke Vitamin D-Tropfen holen.
Vitaminspender für den Winter
Achten Sie auch auf Ihre Ernährung. „Die beste Vorsorge ist eine ausgewogene Ernährung anhand der Lebensmittelpyramide“, sagt Renato Vettiger, Ernährungsberater und -therapeut an der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung des USZ. Das gelte zwar während des ganzen Jahres, jedoch kämen gerade im Winter Vitamine oft zu kurz, weil weniger frische Früchte und Gemüsesorten verfügbar seien. „Tiefkühlprodukte können hier die Auswahl erweitern. Der Vitamingehalt von eingefrorenem Gemüse und Früchten ist mit jenem von frischen vergleichbar“, erklärt Vettiger. Ohne ärztlich nachgewiesenen Mangel sind Vitaminpräparate nicht notwendig.
Genügend Schlaf
Nicht nur gegen Erreger, sondern auch gegen Wintermüdigkeit hilft ausreichend Schlaf. Philip Valko, Oberarzt an der Klinik für Neurologie am USZ, sagt: „Wenn es dunkel wird, schütten wir mehr Melatonin aus. Das Schlafhormon macht uns müder.“ Auch hier helfen Bewegung, ausgewogene Ernährung sowie viel Licht und frische Luft. Sollte dies nicht ausreichen und zusätzlich eine bedrückte Stimmung vorherrschen, muss man auch an eine Winterdepression denken. Falls wir trotz allem krank werden, braucht unser Körper im Kampf gegen die Erreger Unterstützung. Gewähren Sie Ihrem Körper genügend Ruhe und greifen Sie bei der Ernährung auf Speisen zurück, auf die Sie gerade Lust haben und von denen Sie wissen, dass sie gut verträglich sind.
Falls man trotz allem krank werden sollte, braucht der Körper im Kampf gegen die Erreger Unterstützung. Greifen Sie in diesem Fall bei der Ernährung auf Speisen zurück, auf die Sie gerade Lust haben und die Sie gut vertragen. Achten Sie auch darauf, dass Sie genügend trinken. Flüssigkeit schützt die Schleimhäute vor dem Austrocknen und hilft dabei, den Schleim zu lösen.