Forschungsschwerpunkte der Klink für Angiologie

Die Forschungsgruppe der Klinik für Angiologie hat das Ziel, neuartige medikamentöse und interventionelle Strategien zur Behandlung und Nachsorge angiologischer Patienten zu etablieren. Dabei untersuchen wir venöse Thomboembolien und deren Komplikationen aber auch arterielle und lymphatische Gefässkrankheiten, wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit. Ausserdem haben wir Beobachtungsstudien initiiert um die Wirkung und Einhaltung von lipidsenkende Therapien zu bewerten. Von klinischer Perspektive aus konnte die Ausweitung der Forschungsgebiete über die traditionelle Fachgebiete hinaus auf die Phlebologie und Lymphologie vergrössert werden.

Forschung zu Venöse Thromboembolie (VTE)

Venöse Thromboembolien (VTE), welche sich klinisch als tiefe Venenthrombose (TVT) oder akute Lungenembolie (LE) äussern, sind nach Myokardinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste akute kardiovaskuläre Erkrankung.

Die venöse Forschung der Angiologie USZ beschäftigt sich mit der Etablierung neuer Methoden zur Verhütung und zur interventionellen Behandlung der tiefen Venenthrombose, des postthrombotischen Syndroms und der akuten Lungenembolie. Unsere Forschung umfasst multinationale, randomisierte, klinische Studien, prospektive Managementstudien, epidemiologische Analysen und praxisbasierte Beobachtungsstudien. Die Registerforschung dient der Erforschung von der Verbreitung und Ursachen von Krankheiten sowie klinischer Patterns zu deren Abklärung und Behandlung.

Professor Dr. med. Nils Kucher und Prof. Dr. med. Ph.D. Stefano Barco fungieren als Experten und Mitglieder bei internationalen Leitlinien und Konsensusdokumente zur Behandlung venöser Thromboembolien.

Forschung zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (paVK)

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (paVK) in den Beinen oder oberen Extremitäten ist durch eine Verengung oder Blockierung der Gefässe, die Blut vom Herzen zu den Beinen transportieren, gekennzeichnet.

Sie wird hauptsächlich durch Atherosklerose – eine Ansammlung von Fettablagerungen in den Arterien – verursacht. Die paVK kann in jedem Blutgefäss auftreten, tritt jedoch häufiger in den Beinen als in den Armen auf.

Unsere Forschung an Erkrankungen der Arterien (Schlagadern) beschäftigt sich mit der Etablierung innovativer interventioneller Behandlungen der paVK. Durch Beteiligungen an Industriestudien sowie mit eigenen Investigator-initiated trials werden die Wirksamkeit und Sicherheit dieser neuartigen Behandlungen untersucht.

Forschung zu Chronisch venöse Insuffizienz (CVI) und post-thrombotisches Syndrom (PTS)

Chronisch venöse Insuffizienz (CVI) ist ein Zustand, der auftritt, wenn die Venenwand und/oder die Klappen in den Venen nicht effektiv funktionieren, was es dem Blut erschwert, von den Beinen zum Herzen zurückzukehren.

CVI kann nach einer Episode einer tiefen Venenthrombose auftreten: In diesem Fall wird es als „postthrombotisches Syndrom“ (PTS) bezeichnet. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus Reflux aufgrund einer Insuffizienz der Venenklappen und venöser Hypertonie aufgrund einer thrombotischen Obstruktion der Pathophysiologie des postthrombotischen Syndroms zugrunde liegt.

Das Beckenstauungssyndrom (engl. Pelvic congestion syndrome, PCS) ist eine Erkrankung, die chronische Schmerzen im Beckenbereich verursacht. Es wird angenommen, dass der Zustand auf Probleme mit den vergrößerten oder insuffizienten Venen im Beckenbereich zurückzuführen ist, und es wird als eine Form von CVI angesehen.

Forschung zu lipidsenkenden Therapien

Lipidsenkende Therapien, insbesondere mit Statinen und anderen cholesterinsenkenden Medikamenten, sind eine zentrale Massnahme zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos. Durch die Senkung des Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins (LDL-C) kann das Fortschreiten der Atherosklerose verlangsamt und das Risiko schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse, wie Herzinfarkt und Schlaganfall, verringert werden.

Forschung zu seltenen Gefässerkrankungen

Seltene Gefässerkrankungen sind oft schwer zu diagnostizieren und zu behandeln, da sie in der allgemeinen Bevölkerung nur selten auftreten und spezialisierte Expertise erfordern. Die Grösse des Universitätsspitals Zürich und den damit einhergehenden Zugang zu grossen Patientenkohorten, ermöglicht es uns diese seltenen Erkrankungen zu erforschen. Unser Ziel ist es, die Versorgung betroffener Patienten zu verbessern und neue Erkenntnisse zu diesen seltenen Krankheiten zu gewinnen.