Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie

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Facettengelenksinfiltration – Bildgesteuerte Infiltration der Facettengelenke

Die Facettengelenke (Synonym: Wirbelbogengelenke) dienen neben der Bandscheibe und den Wirbelsäulenbändern der gelenkigen Verbindung benachbarter Wirbel des Rückens. Die Facettengelenke sitzen jeweils rechts und links des Dornfortsatzes.

Im Laufe des Alterungsprozesses und insbesondere bei Übergewicht und Fehlhaltungen kommt es zu Verschleisserscheinungen der Facettengelenke. Verschlissene Facettengelenke führen in unregelmässigen Abständen zu einem schmerzhaften Aufflammen („aktivierte Arthrose“) dieser Gelenke im Sinne eines mechanischen Reizzustandes. Diesem Reizzustand kann mit schmerz- und entzündungslindernden Medikamenten begegnet werden. Im Rahmen einer „Infiltration“ können diese Medikamente – im Gegensatz zu oral verabreichten Tabletten – genau an den Ort der Entzündung, nämlich den Facettengelenken, gebracht werden und können somit lokal einen hohen Wirkspiegel aufbauen.

Vor- und Nachteile der Facettengelenksinfiltration

Vorteile

Die röntgengestützte Facettengelenksinfiltration ist ein radiologisch-schmerztherapeutisches Verfahren, um diesen schmerzhaften Facettengelenksverschleiss sehr präzise zu behandeln. Mittels Computertomographie (CT) oder Röntgendurchleuchtung kann die Nadel, die für die Infiltration der Medikamente benutzt wird, millimetergenau positioniert werden, so dass die Medikamente exakt an den richtigen Ort gegeben werden können. Durch die millimetergenaue präzise Steuerung sind die Risiken der Prozedur sehr gering und Nebenwirkungen äusserst selten. Häufig können durch solche Schmerzinfiltrationen grosse Rückenoperationen vermieden oder zeitlich deutlich herausgezögert werden. Sie können direkt nach der Infiltration ohne Einschränkungen nach Hause gehen. Eine Einschränkung der Fahrtauglichkeit besteht nicht.

Nachteile

Die Risiken der Prozedur sind äusserst gering und häufig können die Beschwerden der Patienteninnen und Patienten wochen- bis monatelang deutlich reduziert werden. Jedoch können diese Schmerzinfiltrationen ein verschlissenes Gelenk naturgemäss nicht heilen, so dass die Beschwerden je nach genauer Situation zurückkommen können.

Bei der röntgengestützten Facettengelenksinfiltration wird Röntgenstrahlung verwendet, um die Nadel optimal zu positionieren. Da dieser Gelenksverschleiss jedoch meist bei Patientinnen und Patienten jenseits des 50-60 Lebensjahres auftritt, welche in diesem Alter deutlich weniger negativ von den möglichen schädlichen Folgen der Röntgenstrahlung betroffen sind, sind die Nachteile in diesem Alter als eher gering einzuschätzen.

Ablauf der Behandlung

Vorbereitung

Keine blutverdünnenden Medikamente sollten Sie in den Tagen vor der Infiltration einnehmen, falls von Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin vertretbar. Sie müssen nicht nüchtern sein.

Ablauf

Nach einem Aufklärungsgespräch mit dem durchführenden Arzt / der durchführenden Ärztin, in dem Sie die Gelegenheit haben, letzte Fragen in Ruhe zu klären, wird Ihre Zustimmung schriftlich dokumentiert. Anschliessend ziehen Sie sich in unsere Klinikkleidung um und dann legen Sie sich bequem in Bauchlage auf den Untersuchungstisch. Je nach verwendetem Gerät werden anschliessend, z.B. bei der Computertomographie (CT) Bilder Ihres Rückens angefertigt, um die Infiltration optimal zu planen. Nach gründlicher Desinfektion des Rückens auf der Höhe, auf der die Infiltration stattfinden soll, wird eine sehr feine Nadel bildgesteuert millimetergenau an die betroffenen Gelenke geführt und dann meist ein Cortisonpräparat sowie ein lokales Schmerzmittel (ähnlich wie beim Zahnarzt oder bei der Zahnärztin) gespritzt. Anschliessend wird die Nadel entfernt, die Haut gereinigt und ein Pflaster aufgeklebt.

Die Untersuchungsdauer beträgt ungefähr 30 Minuten.

Nachsorge der Facettengelenksinfiltration

Eine spezielle Nachsorge ist wegen der Facettengelenksinfiltration nicht erforderlich.

Verantwortlicher Kaderarzt

Roman Guggenberger, PD Dr. med. univ.

Leitender Arzt, Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie

Spezialgebiete: Muskuloskelettale Radiologie, Neuroradiologie, Neurographie peripherer Nerven
Tel. +41 43 253 95 32

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich entweder selbst anmelden oder von Ihrer Hausärztin, Ihrem Hausarzt, Ihrer Spezialistin oder Ihrem Spezialisten zuweisen lassen.

Tel. +41 43 254 41 10

Für Zuweisende

Universitätsspital Zürich
Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie
Rämistrasse 100
8091 Zürich

Tel. +41 43 254 41 10