Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie

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Ganzkörperscan bei Multiplem Myelom

Der Ganzkörperscan (“whole body MRT”) ist eine radiologische Untersuchung, bei der mittels Schnittbildern die Beurteilung des ganzen Körpers ermöglicht wird. Die Untersuchung ermöglicht eine sehr gute Auflösung und Beurteilbarkeit von Weichteilstrukturen (z.B. Muskeln), Organen sowie auch der Knochen und des Knochenmarks.

Das multiple Myelom ist die häufigste primäre bösartige Erkrankung des Knochens beim Erwachsenen. Hierbei kommt es zur krankhaften Vermehrung von gewissen Zellen (Plasmazellen), welche wiederum vermehrt Antikörper oder Bruchteile davon produzieren. Die Folgen der Krankheit wirken sich hauptsächlich aufgrund von Infiltration des roten Knochenmarks aus. Neben der Wirbelsäule, welche am häufigsten bei multiplem Myelom betroffen ist, können auch alle anderen knöchernen Strukturen betroffen sein, so wie selten auch andere Organe als das Skelett.

Heute gilt der Ganzkörperscan mittels MRT als etablierte Methode, um sowohl Komplikationen wie z.B. krankheitsbedingte Knochenbrüche (“pathologische Frakturen”) darzustellen, als auch Therapieansprechen laufend zu überwachen (“disease monitoring”). Durch die Untersuchungsmethode ist sichergestellt, dass man keine Stelle des Körpers übersieht.

Vor- und Nachteile des Ganzkörperscans

Vorteile

  • Die Untersuchung ermöglicht Bildaufnahmen des ganzen Körpers.
  • Dank Verwendung moderner Geräte und ständig weiterentwickelter Untersuchungsprotokolle können die Untersuchungen in vielen Fällen in weniger als 30 Minuten durchgeführt werden.
  • Die Untersuchung basiert auf der Methode der Magnetresonanztomographie. Es wird keine ionisierende Strahlung (“Röntgenstrahlung”) angewendet.
  • Die Untersuchung kann nach entsprechender Abklärung auch mit den meisten Herzschrittmachern, Gelenkersatzen oder sonstigen Implantaten durchgeführt werden.

Nachteile

  • Patienten und Patientinnen müssen für aussagekräftige Aufnahmen über eine längere Dauer ruhig liegen bleiben können. Etwaige Atemkommandos (z.B. Luft für mehrere Sekunden anhalten) werden durch unsere Fachpersonen vor Ort stets unmittelbar vorher angekündigt. Darüber hinaus sind sie mittels Mikrofon und Notfallknopf stets mit unseren Fachpersonen verbunden.
  • Die Untersuchung ist verhältnismässig laut und erfolgt in einer schmalen Röhre. Dies kann bei einigen Patienten und Patientinnen zu Platzangst führen. Oft kann dies bereits mit gut verträglichen beruhigenden Medikamenten in sanfter Dosierung verhindert werden.
  • Eventuell kann bei der Untersuchung der Einsatz von Kontrastmittel erforderlich sein. Diese Kontrastmittel sind heutzutage sehr gut verträglich und führen fast nie zu Nebenwirkungen. In seltenen Fällen kann es jedoch, wie bei jedem Medikament, zu einer allergischen Reaktion – bis hin zum Kreislaufzusammenbruch – kommen. Unabhängig davon sollte bei Nierenerkrankungen vor der Untersuchung abgeklärt werden, ob eine Kontrastmittelgabe möglich ist.
  • Im Falle einer Schwangerschaft kann es sein, dass die Untersuchung nicht durchgeführt werden kann.
  • Die Ganzkörper-MRT ist eine verhältnismässig teure Untersuchung.

International renommierte Institution

Unsere Abteilung ist international renommiert im Gebiet der diagnostischen Radiologie.

Der Grossteil unserer Ärztinnen und Ärzte ist bereits während der Assistenzarztzeit aktiv in Wissenschaft und Lehre tätig, unser Kader bildet sich überwiegend durch ausgewiesene Expertinnen und Experten in einzelnen Spezialgebieten. Damit stellen wir sicher, stets am aktuellen Stand der Wissenschaft zu stehen. Durch die exzellente Vernetzung mit allen klinischen und sonstigen medizinischen Disziplinen sind Sie am USZ in idealer Behandlung.

Bei bösartigen Erkrankungen wie und anderen komplexen Krankheitsfällen stehen uns als universitäres Zentrumsspital eine Fülle an spezialisierten Expertenrunden (“Boards”) zu Verfügung, welche in periodischen Treffen interdisziplinär Patienten und Patientinnen besprechen können und Behandlungsoptionen nach bestem Gewissen und aktuellem Stand der Wissenschaft gemeinsam festlegen.

Ablauf des Ganzkörperscans

Je nach Fragestellung liegt die Gesamtdauer einer MRT etwa bei 15-60 Minuten. Inklusive Vor- und Nachbereitung ist mit einem Aufenthalt von max. zwei Stunden einzuplanen. Die Untersuchung läuft etwa so ab:

  • Sie ziehen sich um und legen unsere bequeme Untersuchungskleidung an. Bei Metallteilen im BH wird auch dieser ausgezogen, um Bildstörungen zu vermeiden. Ihre Kleidung und persönlichen Wertgegenstände sind in verschliessbaren Garderoben bei uns sicher, der Schlüssel bleibt bis zur unmittelbaren Untersuchung in ihren Händen.
  • Falls eine Kontrastmittelgabe erforderlich ist, wird Ihnen eine unserer Fachpersonen im Vorbereitungsraum einen peripheren Venenzugang
  • Nun ist es so weit: Nachdem sich eine Fachperson vergewissert, dass Sie keine magnetischen Gegenstände mit sich führen kommen Sie in den Untersuchungsraum. Sie werden merken, dass es dort etwas kühler ist, was auf die Kühlung des starken Magneten zurückzuführen ist.
  • Eine Fachperson lagert sie korrekt (in der Regel Rückenlage mit Knierolle) und bringt an Ihnen allenfalls sogenannte Spulen an. Diese sind manchmal notwendig, um optimale Bildresultate zu erreichen. Sollte Ihnen zu kalt sein, können Sie das jederzeit anmerken, wir haben warme Decken bereit für Sie. Zu guter Letzt erhalten Sie eine Notfallglocke in Ihre Hand und testen diese. Nun fährt der Tisch mit Ihnen in das Zentrum einer längeren Röhre.
  • Aufgrund der Lärmbelastung und des Magnetfelds sind Sie alleine im Untersuchungsraum, während eine Fachperson von aussen mit Computer ständig Ihre Untersuchung steuert und überwacht. Über schallschützende Kopfhörer hören Sie aber gleichzeitig den Radiosender Ihrer Wahl und können im Notfall jederzeit mit uns kommunizieren, wenn Sie die Glocke betätigen.
  • Das Gerät nimmt nun zahlreiche Bilder auf und macht dabei sonderbare, laute Geräusche. Dies ist normal bei der Untersuchung und soll Sie nicht weiter beunruhigen.
  • Zeitgleich wandeln komplexe Computerprogramme die Signale der Untersuchung in Bilder um, aus den Messwerten setzt sich ein dreidimensionales, vollständiges Bild des untersuchten Organs oder der Struktur zusammen. Verschieden dichte Gewebe erscheinen in unterschiedlichen Grautönen. Die Fachperson kontrolliert die Bilddaten in Echtzeit auf Richtigkeit. Bei Unklarheiten oder Spezialfällen können so Bilder direkt an die Radiologin oder den Radiologen demonstriert und gegebenenfalls ergänzende Bildaufnahmen durchgeführt werden.
  • Nach Abschluss der Bildaufnahme öffnet sich wieder die Türe und Sie werden aus der Röhre gefahren. Die Fachperson vergewissert sich, dass es Ihnen gut geht und hilft dabei, sich langsam wieder aufzusetzen. Manchen Leuten wird aufgrund der längeren Liegedauer kurz schwindelig oder schwarz vor Augen, auch das ist allerdings ungefährlich und dauert üblicherweise nur wenige Momente.
  • Die Bilddaten werden nun aufwendig verarbeitet und durch unsere Radiologinnen und Radiologen befundet. Den Befund erhält Ihre Zuweiserin oder Ihr Zuweiser in der Regel bereits wenige Stunden später per verschlüsselter Email-Verbindung.
  • Bei allfälligen Fragen stehen unsere Fachpersonen vor Ort jederzeit zur Verfügung. Ansonsten wird Ihnen nur noch der Venenzugang entfernt. Sie sind fertig und können sich wieder umziehen.

Nachsorge des Ganzkörperscans

Sollten aufgrund von Diagnose, Krankheitsverlauf oder Therapieplanung weitere oder erneute bildgebende Verfahren bei Ihnen nötig werden, wird dies Ihre Zuweiserin oder Ihr Zuweiser mit Ihnen besprechen und uns in Kenntnis setzen. Im Falle einer neuerlichen Zuweisung erhalten Sie von uns wieder ein Aufgebot.

Verantwortlicher Kaderarzt

Roman Guggenberger, PD Dr. med. univ.

Leitender Arzt, Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie

Spezialgebiete: Muskuloskelettale Radiologie, Neuroradiologie, Neurographie peripherer Nerven
Tel. +41 43 253 95 32

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich entweder selbst anmelden oder von Ihrer Hausärztin, Ihrem Hausarzt, Ihrer Spezialistin oder Ihrem Spezialisten zuweisen lassen.

Tel. +41 43 254 41 10

Für Zuweisende

Universitätsspital Zürich
Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie
Rämistrasse 100
8091 Zürich

Tel. +41 43 254 41 10