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Hepatitis Diagnostik

Das Labor der Klink für Immunologie bietet eine breitgefächerte serologische Diagnostik für Hepatitis an. Im Rahmen der Hepatitis B und E Infektion bieten wir auch eine molekulare Diagnostik zum Nachweis der Viruslast bzw. der Bestimmung des Genotyp und möglichen Mutationen an.

Labordiagnostik der Hepatitis A

Das Labor der Klink für Immunologie bietet die serologische Diagnostik der Hepatitis A an. Sobald der Patient oder die Patientin Symptome zeigt, sind die IgG und IgM-Antikörper nachweisbar. Nach einer durchgemachten Infektion sind nur noch die Antikörper vom Typ IgG vorhanden. Das gleiche Bild zeigt sich nach einer Impfung. Durchgemachte Infektion und Impfung lassen sich nicht unterscheiden.

 

Phase ​Anti-HAV IgG ​Anti-HAV IgM
​Späte Inkubationsphase ​- ​-
​Akute Infektion + ​+
​Abgelaufene Infektion/Impfung ​+ ​-
​Polyklonale Stimulation im Rahmen eines anderen Infektes ​+ -​

Labordiagnostik Hepatitis B und D

Hepatitis B

Das diagnostische Labor der Klinik für Immunologie bietet eine umfassende Diagnostik der Hepatitis B an. Anhand der serologischen Muster lassen sich akute von chronischen oder bereits durchgemachten Infektionen unterscheiden, sowie eine Impfung nachweisen.

Verlauf akute Hepatitis-B. Quelle [1]
Verlauf chronische Hepatitis B-Infektion.

 

Anti-HBc Antikörper sind Marker für einen Kontakt mit dem Hepatitis B-Virus. Während das HBs-Antigen ein aktuelles Vorhandensein des Virus signalisiert, bedeutet der Nachweis der Anti-HBs Antikörper das Überwinden der Infektion. Nach einer Impfung sind ausschliesslich anti-HBs Antikörper nachweisbar, da nur mit dem Surface-Antigen immunisiert wird.

Phase HBs-Antigen Anti-HBc IgM Anti-HBc IgG/IgM Anti-HBs Anti-HDV
Akute Infektion + + -/+
Chronische Infektion + +
Status nach Hepatitis B + +
Status nach Impfung +
Hepatitis D Infektion + +/- + +

Für spezialisiertere Fragestellungen stehen noch weitere Parameter zur Verfügung. Das HBe-Antigen (sekretiertes Nebenprodukt des HBc-Antigens, welches die Immunreaktion gegen das HBc-Antigen dämpft) ist ein Hinweis auf eine aktive Virusvermehrung mit hoher Virämie. In einem früheren alten Modell wurde die Hepatitis B Infektion in zwei Phasen aufgeteilt, wobei die replikative Phase mit hohem HBe-Antigen, hohem HBs-Antigen, hoher Virämie und deutlich entzündlicher Reaktion (Histologie) und stark erhöhten Transaminasen verknüpft wurde.

Phasen der Hepatitis B-Infektion (Altes Modell)
Phasen der Hepatitis B-Infektion (Neues Modell)

 

Abgelöst wurde die replikative Phase von einer Nicht-replikativen Phase, gekennzeichnet durch die Serokonversion des HBe-Antigens zu Anti-HBe. Diese Phase zeichnete den Patienten als gesunden Träger aus. In der Zwischenzeit wurde dieses Zweiphasenmodell durch ein Vierphasenmodell abgelöst. Unterschieden werden eine Phase der Immuntoleranz (hohe Virämie, Nachweis von HBe- und HBs-Antigen ohne Entzündungsaktivität und normalen Transaminasen), eine anschliessende immunreaktive Phase mit heftiger Entzündungsreaktion, eine dritte, niedrig-replikative Phase (HBs-Antigen Persistenz, Serokonversion zu Anti-HBe, deutliche Reduktion der Viruslast und normale Transaminasen) und zum Schluss eine mögliche Reaktivierungsphase (gekennzeichnet durch HBs-Antigen Persistenz, fluktuierend erhöhte Transaminasen und Virämie bei negativem HBe-Antigen). Im neuen Modell wird also die HBe-Antigen-negative chronische Hepatitis als Reaktivierung nach dem inaktiven Trägerstatus aufgefasst, während sie im alten Modell als Übergang zum gesunden Träger angesehen wurde. Ausserdem gibt es Mutationen, welche kein HBe-Antigen bilden können und trotzdem hohe Viruslasten aufweisen. Heute wird die Virusreplikation mittels Direktnachweis (PCR) der HBV-DNA quantifiziert. Die Unterscheidung der HBe-Antigen-positiven von den HBe-Antigen-negativen chronischen Hepatitiden ist trotzdem sinnvoll, weil der Verlauf und das Therapieansprechen in den zwei Gruppen unterschiedlich ist [3].

Da die immunologischen Screening-Tests hochsensitiv sind, kann es zu falsch reaktiven Resultaten kommen. Bei einem fraglichen Nachweis des HBs-Antigens wird eine HBs-Antigen-Konfirmation durchgeführt. Dabei wird ein HBs-Antigen-neutralisierender Antikörper zugegeben und anschliessend erneut gemessen.

Es gibt Fälle, in denen nur HBc-Antikörper, aber kein HBs-Antigen oder Anti-HBs- Antikörper nachgewiesen werden kann. Die sogenannten „Anti-HBc only“-Befundkonstellationen können folgende möglichen Erklärungen haben: Die Anti-HBs-Antikörper sind unter die Nachweisgrenze gesunken, da die Infektion schon sehr lange zurückliegt, oder es handelt sich um eine HBs-Antigen-negative Infektion (HBs-Antigen Mutanten), theoretisch möglich ist auch die Testung in der „Fensterphase“ (kein HBs-Antigen mehr und noch keine Anti-HBs Antikörper) einer ausklingenden Infektion. Ein Direktnachweis mittels PCR ist für die Abklärung der Infektiosität sinnvoll. Ebenso wird die PCR zum Therapie-Monitoring durchgeführt.

Für die Abklärung von Patienten vor oder während einer antiviralen Therapie wird auch die HBV-Genotypisierung, als auch eine Resistenzbestimmung für die wichtigsten Mutanten des Hepatitis B Virus angeboten.

Hepatitis D

Das Hepatitis D Virus ist ein inkomplettes RNA-Virus, welches zur Vermehrung das Hepatitis B Virus benötigt. Zur Diagnostik einer Hepatitis D Infektion gehört zunächst der Nachweis einer Hepatitis B Infektion. Der Nachweis der Hepatitis D Infektion erfolgt über die Bestimmung der Anti-HDV Antikörper, als auch mittels PCR-Diagnostik.

Bei hochsensitiven immunologischen Testen können falsch reaktive Werte vorkommen. Bei einem fraglichen Nachweis des HBs-Antigens versucht man, das Resultat durch vorhergehende Neutralisation mit einem Antikörper gegen HBs aufzuheben. Wenn dies gelingt, handelt es sich tatsächlich um HBs-Antigen, anderenfalls ist das Resultat als falsch positiv einzustufen.

 

​Analyse Bedeutung
​HBV-DNA, HBV-PCR, Viruslast ​Abklärung der Infektiosität, Monitoring unter Therapie
​HBV-Genotyp ​Ansprechen auf Interferon-Therapie abhängig vom Genotyp
​HBV-Drug Resistance ​Nachweis von Mutationen gegen wichtige antivirale Medikamente

PCR-Diagnostik der Hepatitis B Infektion

Für den direkten Nachweis der infektiösen Viruspartikel (die Viruslast) steht die PCR zur Verfügung. Wichtig ist diese Bestimmung für die Abschätzung der Infektiosität, z.B. beim isolierten Nachweis von Anti-HBc und für das Monitoring vor und während einer antiviralen Therapie. Da der Test zum Nachweis des HBs-Antigens vor allem Partikel nachweist, die gar keine DNA enthalten, lassen sich die Resultate des HBs-Antigen-Tests nicht direkt mit der Viruslast vergleichen.

Für die Abklärung von Patienten und Patientinnen vor oder während einer antiviralen Therapie bieten wir auch die Bestimmung der HBV-Genotypen und eine Resistenzbestimmung für die wichtigsten Mutanten des Hepatitis B Virus an.

 

Analyse ​Beschreibung ​Bedeutung
​HBs-Antigen Konfirmation ​Bestätigungstest für HBs-Antigen ​Wichtig bei Fragen nach falsch positivem HBs-Antigen-Nachweis

PCR-Diagnostik der Hepatitis D Infektion

Die Bestimmung der HDV Viruslast ist besonders indiziert bei HBV-Trägern, die im Serum ein hohes HBs zeigen, aber negative oder grenzwertige HBV-Viruslasten haben. Die HDV-PCR ist deutlich empfindlicher als die Bestimmung des HDV-Antigens, da das HDV-Antigen schnell maskiert wird, wenn die Anti-HDV-Antikörper gebildet werden.

Labordiagnostik der Hepatitis C

Als Screening-Untersuchung werden mittels Immunoassay Antikörper gegen das Hepatitis C Virus bestimmt. Da Screeningtests sehr sensitiv sein müssen, um alle Patienten und Patientinnen mit dieser Erkrankung zu detektieren, können unspezifische Reaktionen auftreten. Daher muss ein positives Resultat mit zusätzlichen Testen weiterabgeklärt werden. Mit dem HCV-Konfirmationstest (LIA), der Antikörper gegen verschiedene Antigene des Hepatitis C Virus erkennt, kann das Ergebnis des Screeningtests bestätigt werden.

Da die Antikörper gegen das Hepatitis C Virus, auch nach Abheilung der Infektion, jahrzehntelang nachweisbar bleiben, sagen diese beiden Tests noch nichts darüber aus, ob die Infektion noch aktiv ist. Dazu steht der Nachweis der HCV-RNA mittels PCR zur Verfügung. Ein positiver PCR-Befund beweist eine aktive Infektion, ein negativer Test schliesst eine solche jedoch nicht völlig aus (bei chronischer Infektion liegen positive HCV-RNA Befunde gelegentlich nur transitorisch vor).

Vor einer antiviralen Therapie werden die HCV-RNA, die sogenannte Viruslast, und der HCV-Genotyp bestimmt. Auch bei Verdacht auf eine frische Infektion ist die Bestimmung der Viruslast wichtig, da die Antikörper gegen das Hepatitis C Virus erst nach sechs bis acht Wochen nachweisbar werden.

Einige der HCV Infektionen haben eine Kryoglobulinämie zur Folge. Kryoglobuline sind Immunglobuline, die unterhalb von 37°C präzipitieren und bei Wiedererwärmung auf 37°C wieder vollständig in Lösung gehen. Sie werden nach Brouet in drei Typen eingeteilt, je nachdem ob monoklonales und/oder polyklonales Immunglobulin vorhanden ist. Da fliessende Übergänge stattfinden, kann die Einteilung manchmal schwierig sein. Bei der HCV Infektion handelt es sich um den Typ II. Die Präanalytik ist essentiell bei der Suche nach Kryoglobulinen. Wenn die Gerinnung unterhalb von 37°C abläuft, fallen die Kryoglobuline aus, bleiben im Koagulum und können im Überstand nicht mehr oder nur noch in verringerter Menge nachgewiesen werden.

Labordiagnostik der Hepatitis E

Zum Nachweis einer Hepatitis E Infektion werden Teste zum Nachweis der IgG- und IgM-Antikörper gegen das Hepatitis E Virus eingesetzt.
Wenn sowohl IgG- wie auch IgM-Antikörper vorhanden sind, handelt es sich um eine akute Infektion, sofern eine polyklonale Stimulation durch einen anderen Infekt, z.B. eine EBV Infektion, ausgeschlossen ist. Bei alleinigem Nachweis der IgG-Antikörper hat der Patient früher eine Hepatitis E-Infektion durchgemacht. Wenn nur IgM-Antikörper positiv sind, dann liegt wahrscheinlich eine unspezifische Reaktion im Rahmen eines anderen Infektes vor.

 

Phase ​Anti-HEV IgM ​Anti-HEV IgG
​Akute Infektion ​+ ​+
​Status nach Hepatitis E ​- ​+
​Polyklonale Stimulation im Rahmen eines anderen Infektes ​+ ​-

Zusätzlich zu dieser Serologie führen wir neu auch die quantitative Hepatitis E-PCR durch. Im Rahmen von nachgewiesenen IgM-AK in der Serologie kann so schnell erkannt werden, ob die Infektion tatsächlich aktiv ist. Dank der quantitativen Bestimmung kann im Verlauf zusätzlich untersucht werden, ob es sich um eine akute oder eine chronische Infektion handelt.

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