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Studie zu Emotionen, Wohlbefinden und Burnout bei Gesundheitsfachpersonen

Die Prävalenz von Stressfolgestörungen wie Burnout ist bei Gesundheitsfachpersonen alarmierend hoch. Dies hat nicht nur Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Betroffenen (u.a. verbunden mit beruflichen Einschränkungen), sondern auch für den Behandlungserfolg, die Patientenzufriedenheit und damit für das Gesundheitssystem als Ganzes.

Teilprojekt A

Die hohe Prävalenz von Stressfolgestörungen wird mit den zunehmend herausfordernden Arbeitsbedingungen (steigender administrativer Aufwand, Kosten- und Zeitdruck, Beeinträchtigung des Privatlebens durch Bereitschaftsdienste und andere arbeitsbezogene Faktoren) in Verbindung gebracht. Bisher ist jedoch unklar, wie sich diese Arbeitsstressoren a) auf die emotionale Auseinandersetzung mit Patienten, die sowohl sinnstiftend als auch belastend sein kann, und b) auf die Regulation von Emotionen nach schwierigen Interaktionen auswirken und dadurch zur Entstehung oder Verschärfung der Burnout-Problematik beitragen.

Im Rahmen einer Studie der Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik des Universitätsspitals Zürich (in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford) soll daher untersucht werden, wie der Arbeitskontext emotionale Prozesse bei Gesundheitsfachpersonen beeinflusst. In einem ersten Schritt ist es uns gelungen, Charakteristiken von emotionalen Zuständen und Emotionsregulation zu identifizieren, die mit dem Wohlbefinden von Gesundheitsfachpersonen zusammenhängen. Aufbauend auf diesem Schritt wollen wir nun mittels kurzen Fragebogen im Alltag von Gesundheitsfachpersonen untersuchen, wie sich der Zeit-, Kosten- und Administrationsdruck, die verfügbare soziale Unterstützung im Arbeitsteam und die work-life balance auf die identifizierten Emotionen und Emotionsregulationsstrategien auswirkt. Dies soll in einem nächsten Schritt ermöglichen, Wege zu untersuchen, wie der berufliche Kontext optimiert werden kann, um vorteilhafte emotionale Prozesse und damit das Wohlbefinden von Gesundheitsfachpersonen zu fördern.

Teilprojekt B

Um Burnout besser zu verstehen, soll untersucht werden, wie das Risiko für Burnout mit dem Erleben von Emotionen im Alltag zusammenhängt. Von Personen mit Depressionen ist bekannt, dass diese kleineren Schwankungen in der Intensität von Emotionen erleben als Gesunde. Während sich Emotionen bei gesunden Personen dauernd verändern (z.B. kann bei einem schwierigen Gespräch mit einem Vorgesetzten eine Anspannung entstehen, die sich aber schnell wieder abbaut), bleiben sie bei depressiven Personen länger stabil (z.B. bleibt die Anspannung nach dem Gespräch mit dem Vorgesetzten bestehen und es tritt keine Entspannung ein). Da ein schweres Burnoutsyndrom oft zusammen mit einer Depression vorkommt, wollen wir testen, ob die Stärke der Schwankungen der Intensität von Emotionen auch bei Personen mit Burnout eingeschränkt ist. Ein besseres Verständnis emotionaler Prozesse bei Burnout kann dabei helfen, geeignete Massnahmen zur Prävention sowie Therapie von Burnout bei Gesundheitsfachpersonen zu entwickeln.

Im Rahmen einer Studie der Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik des Universitätsspitals Zürich soll daher untersucht werden, wie die Schwankungen der Intensität von Emotionen bei Gesundheitsfachpersonen mit Burnout zusammenhängt. Dies wollen wir mittels eines kurzen Fragebogens im Alltag von Gesundheitsfachpersonen herausfinden.

Studienteam

M.Sc. Sonja Weilenmann
Dr. med. Tobias Spiller
Prof. em. Dr. med. Ulrich Schnyder
Prof. Dr. med. Roland von Känel
Prof. Dr. phil. Monique Pfaltz

Kontakt

Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik
Universitätsspital Zürich
Haldenbachstrasse 16/18
8091 Zürich

Tel. +41 44 255 56 10