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Untersuchung der Dopaminaktivität von Fibromyalgiepatientinnen nach einer 8-wöchigen achtsamkeitsbasierten Intervention

Zusammenfassung

Aus aktuellen Studienbefunden geht hervor, dass Schmerz und Belohnung von ähnlichen Hirnregionen vermittelt werden und dass diese Regionen beide mit dem Dopamin- und dem Opiatsystem assoziiert sind. Dopamin ist ein chemischer Botenstoff im Gehirn, der in viele psychische Prozesse involviert ist. Aus neueren Studien weiss man, dass Dopamin auch für die Schmerzregulationsprozesse eine wichtige Rolle spielt. Fibromyalgie ist eine Erkrankung, deren Leitsymptom chronischer Schmerz ist. Hinsichtlich der psychophysiologischen Grundlagen von Fibromyalgie gibt es noch zahlreiche offene Fragen. Eine frühere Studie unseres Teams konnte zeigen, dass bei Fibromyalgie unter anderem Veränderungen in den dopaminergen Prozessen im Gehirn stattfinden und die Reaktion des Gehirns auf Belohnungen verändert sind.

Die Behandlung von Fibromyalgie gestaltet sich sehr schwierig. Internationale Guidelines empfehlen vor allem psychologische Interventionen, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie für Patienten mit Fibromyalgie. Fibromyalgie ist sehr oft mit Depressionen und negativen Gefühlen assoziiert. Die Hauptsymptome von Depression sind eine niedergeschlagene Stimmung, sowie Verlust an Interesse und Freude über einen längeren Zeitraum hinweg (mehrere Wochen).

Wir wollen in dieser Studie untersuchen, ob durch eine psychologische Intervention (MORE) die Funktionalität des dopaminergen Systems bei Fibromyalgie verbessert werden kann und die Fähigkeit positive Ereignisse und Dinge wahrzunehmen verbessert werden kann, was zu einer Verbesserung des allgemeinen Befindens und der Schmerzwahrnehmung führen sollte. Um den Effekt dieses Programms besser verstehen zu können, möchten wir die Belohnungsfunktion im Gehirn bei Fibromyalgiebetroffenen messen. Wir möchten auch Frauen ohne chronische Schmerzen einbeziehen, damit wir das dopaminerge System gesunder Frauen mit dem von Patientinnen vergleichen können. Gesunde Teilnehmerinnen machen die Untersuchungen nur einmal. Diese Daten dienen als Kontrolle.

Untersuchte Intervention

In letzter Zeit gab es vielversprechende Befunde in der Behandlung von Fibromyalgie im Zusammenhang mit psychologischen Therapien durch neuere Ströme der kognitiven Verhaltenstherapie, die sogenannte achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie. Achtsamkeit oder englisch «Mindfulness» ist definiert als Prozess des ständigen Gewahrseins des gegenwärtigen Augenblicks. Unter diesen neuen Therapieprogrammen gibt es ein 8-wöchiges achtsamkeitsbasiertes psychologisches Trainingsprogramm, das sogenannte MORE Programm, welches Achtsamkeitstraining mit kognitiver Verhaltenstherapie und positiver Psychologie verbindet. MORE ist eine Abkürzung und steht für Mindfulness-Oriented Recovery Enhancement und wurde ursprünglich für chronische Schmerzpatienten mit Opioidabhängigkeit entwickelt. Erste Studien konnten zeigen, dass MORE die Schmerzwahrnehmung reduziert und positive Gefühle fördert. Weiter gibt es erste Hinweise, dass MORE einen Einfluss auf die Verarbeitung von Belohnungsreizen im Gehirn hat und die Teilnehmer des Programms wieder lernen positive Gefühle und Freude an alltäglichen Dingen im Leben zu haben, was wiederum einen positiven Effekt auf die Schmerzwahrnehmung hat.

Einschlusskriterien für die FMS-Teilnehmer (Interventions- und Wartelisten-Kontrollgruppe)

  • weiblich
  • Erfüllung der Klassifizierungskriterien des American College of Rheumatology für FMS (Wolfe, 2010) und der Tenderpoint-Messungen
  • älter als 18 Jahre und jünger als 75 Jahre
  • gute Kenntnisse der französischen oder deutschen Sprache,
  • in der Lage sein, eine Einverständniserklärung abzugeben, welche durch eine Unterschrift dokumentiert ist
  • Dominanz der rechten Hand

Einschlusskriterien für gesunde Kontrollpersonen

  • weiblich
  • älter als 18 Jahre und jünger als 75 Jahre
  • gute Kenntnisse der französischen oder deutschen Sprache
  • in der Lage sein, eine Einverständniserklärung abzugeben, welche durch eine Unterschrift dokumentiert wird
  • Dominanz der rechten Hand

Ausschlusskriterien für die FMS-Teilnehmer (Interventions- und Wartelisten-Kontrollgruppe)

  • Männlich,
  • Schwangere oder stillende Frauen
  • Jünger als 18 Jahre oder älter als 75 Jahre
  • MRI-Ausschlusskriterien,
  • Vorgeschichte von neurologischen oder psychiatrischen Störungen
  • jede aktuelle psychiatrische Erkrankung
  • Konsum von mehr als 5 Zigaretten pro Woche
  • jede andere Form von chronischer Schmerzen ausser FMS,
  • Behandlung mit Medikamenten, die das zentrale Dopaminsystem in den drei Monaten vor der Scansitzung beeinflussen (einschliesslich Opioiden, Neuroleptika, Antileptika, Antidepressiva und Lithium)
  • Teilnahme an nuklearmedizinischen oder physiologischen Untersuchungen mit Radiopharmazeutika oder radioaktiv markierten Stoffen in den letzten 5 Jahren
  • Gleichzeitige Teilnahme an einer anderen klinischen Studie zum Zeitpunkt der Studie

Ausschlusskriterien für gesunde Kontrollpersonen

  • Männlich,
  • Schwangere oder stillende Frauen,
  • Jünger als 18 Jahre oder älter als 75 Jahre
  • Vorgeschichte neurologischer oder psychiatrischer Störungen,
  • jede aktuelle psychiatrische Erkrankung
  • Konsum von mehr als 5 Zigaretten pro Woche
  • jede Form von chronischen Schmerzen
  • Behandlung mit Medikamenten, die das zentrale Dopaminsystem in den drei Monaten vor der Scansitzung beeinflussen (einschliesslich Opioiden, Neuroleptika, Antileptika, Antidepressiva und Lithium)
  • Teilnahme an nuklearmedizinischen oder physiologischen Untersuchungen mit Radiopharmazeutika oder radioaktiv markierten Stoffen in den letzten 5 Jahren
  • Teilnahme an einer anderen klinischen Studie zum Zeitpunkt der Studie