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Kreative Musiktherapie für frühgeborene Kinder und ihre Eltern

Ein familienzentriertes, ressourcen-orientiertes Therapieangebot – in den letzten 20 Jahren in Praxis und Forschung entwickelt von unserer Musiktherapeutin und Forscherin Dr. Friederike B. Haslbeck

Bei einer Frühgeburt werden Mutter und Kind zu früh voneinander getrennt und den Kindern fehlen die Sinneserfahrungen aus der Schwangerschaft, wie z.B. die Stimme der Mutter, das Pulsieren ihres Blutes und ihr regelmässiger Herzschlag. Die Kreative Musiktherapie wird angeboten, um positive, entspannende und entwicklungsfördernde Hörerfahrungen zu vermitteln, sowie den Beziehungsaufbau von Eltern und Kind zu unterstützen. Ziel der Therapie ist es, die Kinder zu stabilisieren und den in der Anfangszeit so wichtigen menschlichen Kontakt über die Musik anzubieten. Indem auf dem Atemrhythmus der Kinder gesungen wird, können sich die Kinder stabilisieren, entspannen und ihre Atmung vertieft werden. Die Familien werden individuell in die Therapie einbezogen. So findet die Musiktherapie z.B. oft beim Känguruhen statt, so dass sich auch die Eltern entspannen und die Nähe zu ihrem Kind geniessen können. Die Eltern werden in ihrer Sprache und ihrem bevorzugten Musikstil zum eigenen Singen und / oder kind-gerichteten Sprechen motiviert. Über die Stimme kann so Nähe und Bindung aufgebaut werden, selbst an Tagen, an denen die Kinder nicht in den Armen der Eltern liegen können. Bisherige Studienergebnisse zeigen positive Auswirkungen von Musiktherapie, wie z.B. auf die Herzfrequenz und das Aufmerksamkeitspotential der Kinder sowie die Eltern-Kind-Bindung. Das Therapieangebot kann somit stressmindernd und gleichzeitig entwicklungs- und bindungsfördernd wirken.

Musiktherapie
  Dr. Friederike B. Haslbeck

Musiktherapeutin und Forscherin

In einer randomisierten kontrollierten Studie untersuchen wir momentan die positive Wirkung von Kreativer Musiktherapie. Mit Magnetresonanztomographie (MRT) -Untersuchungen konnten wir aufzeigen, dass sich bei Frühgeborenen unter Musiktherapie am erwarteten Geburtstermin gewisse Hirnfunktionen besser ausbilden. Die Ergebnisse zeigen, dass sich insbesondere funktionelle Netzwerke, die funktionelle Integration sowie die thalamo-kortikale Verarbeitung im Gehirn unter der Kreativen Musiktherapie verbessert hat. Dies sind Gehirnareale, die später für die Kognition, die Steuerung von Verhalten, Emotionen, Gefühlskontrolle und die motorische Entwicklung wichtig sind. Das bedeutet die Entwicklung in präfrontalen, motorischen und temporalen Gehirnregionen. Die Entwicklung der Kinder wird noch bis ins Schulalter weiter erhoben werden.

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