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Gebärmutterhalskrebs Radiotherapie

Ablauf

Die Strahlentherapie (auch Radiotherapie genannt) ist eine Krebsbehandlung, bei der, je nach Technik, unterschiedliche Arten von Strahlen eingesetzt werden, um Krebszellen abzutöten. Bei Gebärmutterhalskrebs gilt die Strahlentherapie als eine gleichwertige Wahl zur Operation oder wird dann eingesetzt, wenn eine Operation nicht möglich ist. Manchmal wird eine Bestrahlung auch nach der Operation als zusätzliche Behandlung empfohlen. Häufig wird eine Strahlentherapie zur Verbesserung der Wirksamkeit mit einer Chemotherapie kombiniert.

Die sogenannte kurative Radiotherapie wird beim Gebärmutterhalskrebs eingesetzt, um allein oder zusammen mit Chirurgie und medikamentöser Therapie eine Heilung der Erkrankung zu erreichen. Wenn der Gebärmutterhalskrebs bereits gestreut hat, kann die sogenannte palliative Strahlentherapie die Beschwerden durch Metastasen z.B. in der Lunge oder in den Knochen verhindern oder lindern.

Für viele Patientinnen bieten wir schon heute die Behandlung von morgen an: in klinischen Studien arbeiten wir kontinuierlich daran die Behandlung des Gebärmutterhalskrebses zu verbessern, um diese noch wirksamer und verträglicher zu gestalten.

Jede Patientin wird von einem Expertengremium aus allen relevanten Fachgebieten ausführlich besprochen. Nach dieser Diskussion wird der Patientin die optimale Behandlungswahl vorgestellt und ihre Wünsche und Meinungen berücksichtigt.  Eine persönliche Betreuung ist bei uns selbstverständlich.

Arten der Strahlentherapie bei Gebärmutterhalskrebs

Bei Gebärmutterhalskrebs können zwei Arten der Strahlentherapie angewendet werden: die Bestrahlung von aussen und die Bestrahlung von innen.

Bei der Strahlentherapie von aussen, der externen Strahlentherapie, wird ein Linearbeschleuniger verwendet, um fokussierte hochenergetischen Röntgenstrahlen von aussen auf den Tumor zu senden, die diesen gezielt abtöten. Die externe Strahlentherapie erfolgt als ambulante Behandlung, benötigt keine Narkose und kann gut in den privaten und beruflichen Lebensalltag integriert werden. Die Behandlungen sind nicht schmerzhaft und dauert jeweils nur wenige Minuten. In der Regel erfolgt die Behandlung fraktioniert, das bedeutet, dass die Bestrahlungsdosis auf werktägliche Fraktionen aufgeteilt wird. Die Behandlung findet fünf Mal pro Woche statt und erfolgt über einen Zeitraum von ca. sechs Wochen. Im USZ verwenden hierfür ausschliesslich modernste Technik, um eine personalisierte und präzise Dosisverteilung im Gewebe zu erreichen.

Die Strahlentherapie von innen, auch interne Strahlentherapie oder Brachytherapie genannt, erfordert einen kurzen stationären Aufenthalt in unserer Abteilung. Die Brachytherapie ist ein klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt von Primoz Petric, einem international anerkannten Experten auf diesem Gebiet, der sein Wissen auf internationalen Kongressen, Kursen und durch Veröffentlichungen weitergibt. Während der Brachytherapie wird die Strahlenquelle unter kurzer Narkose oder Betäubung in den Gebärmutterhals eingeführt und zerstört die Tumorzellen aus unmittelbarer Nähe. Die Strahlung legt nur eine kurze Strecke zurück, so dass gesundes Gewebe in der Nähe nicht viel Dosis abbekommt und optimal geschont wird. Nach der Behandlung wird die Quelle aus dem Körper entfernt und die Patientin gibt keine Radioaktivität ab, sodass sie das Krankenhaus verlassen und zum normalen Privatleben zurückkehren kann. Typischerweise sind vier solcher Behandlungen erforderlich, um den besten Effekt zu erzielen. Im USZ wird die modernste Technik der Magnetresonanz- oder Computertomographie-gesteuerten Brachytherapie angewendet. Diese Technik ermöglicht eine hochpräzise und personalisierte Abgabe der Strahlendosis an den Tumor und eine maximale Schonung des gesunden Gewebes.

Sie werden von international ausgewiesenen Experten und Expertinnen in der Forschung und Behandlung des Gebärmutterkrebses betreut. Die Bestrahlung des Gebärmutterhalskrebses mit einer modernen magnetresonanzgesteuerten Technik ist ein klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt von Prof. P. Petric. Er gibt sein Wissen in einer Vielzahl an internationalen Kursen und Kongressen weiter und ist in Leitlinienkommissionen als internationaler Expert aktiv. Er ist an Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten beteiligt, die Auswirkungen auf den globalen Bereich der Gebärmutterhalskrebs-Strahlentherapie haben.

In der Klinik für Radio-Onkologie des USZ kommen ausschliesslich modernste Techniken zur präzisen und nebenwirkungsarmen Bestrahlung des Gebärmutterhalskrebses zu Anwendung. Modernste Geräte und erfahrene medizinische Mitarbeitende tragen zu einer Behandlung in optimaler Qualität und Sicherheit bei. Unser Team arbeitet eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Gynäkologie und der Medizinischen Onkologie um eine Behandlung „aus einem Guss“ zu garantieren.

Für viele Patientinnen und Patienten bieten wir schon heute die Behandlung von morgen an: in klinischen Studien arbeiten wir kontinuierlich daran die Behandlung des Gebärmutterhalskrebses zu verbessern, um diese noch wirksamer und verträglicher zu gestalten. Zur Übersicht der aktuell offenen Studien.

Im Folgenden werden wir die Strahlentherapie bei den verschiedenen Arten und Stadien des Gebärmutterhalskrebses beschreiben.

Gebärmutterhalskrebs im frühen Stadium

Die Mehrheit der Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium wird chirurgisch behandelt. In einigen Fällen kann es vorkommen, dass der Krebs Merkmale aufweist, die mit einem erhöhten Risiko für eine Rückfall einhergehen. In diesen Fällen kann eine zusätzliche Strahlentherapie mit Chemotherapie empfohlen werden, um das Behandlungsergebnis zu verbessern, das Rückfallrisiko zur reduzieren und die Heilungschancen zu steigern. In diesen Fällen wird typischerweise eine fünfwöchige, externe Strahlentherapie empfohlen.
Bei Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium kann manchmal auch ganz auf eine Operation verzichtet werden. In diesem Fall wird die Patientin mit einer kombinierten Therapie behandelt: zunächst wird eine ca. fünfwöchigen externe Strahlentherapie durchgeführt und parallel dazu wird eine leichte Chemotherapie verabreicht. Danach erfolgen üblicherweise vier Sitzungen der Brachytherapie.

Die Heilungschancen der Chirurgie (mit oder ohne zusätzlicher Bestrahlung) und der kombinierten Strahlen- und Chemotherapie ohne Operation sind gleichwertig und ausgezeichnet. Sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Behandlungsdauer und der Nebenwirkungen. Wir beziehen unsere Patientinnen immer in den Entscheidungsprozess ein, um die Behandlung auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen.

In klinischen Studien arbeiten wir kontinuierlich daran die Behandlung des Gebärmutterhalskrebses zu verbessern, um diese noch wirksamer und verträglicher zu gestalten. Zur Übersicht der aktuell offenen Studien.

Gebärmutterhalskrebs im lokal fortgeschrittenen Stadium

In lokal fortgeschrittenen Stadien ist Strahlentherapie mit gleichzeitiger Chemotherapie, gefolgt von Brachytherapie die Behandlung der Wahl. In diesen Situationen wird eine Operation nicht als primäre Behandlung empfohlen. Wir arbeiten jedoch eng mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Gynäkologie und Medizinischen Onkologie zusammen, um jeder unserer Patientinnen die modernste und persönlichste Behandlung zu bieten.

In den letzten 15 Jahren haben sich die Heilungschancen für die Patientinnen dieser Gruppe erheblich verbessert und die Nebenwirkungen sind deutlich weniger geworden. Dies ist hauptsächlich auf die Verbesserungen der Strahlentherapie, insbesondere der Brachytherapie-Techniken, zurückzuführen, die in dieser Zeit stattgefunden haben. Mitglieder unseres gynäkologischen Behandlungsteams waren an der Spitze dieser Entwicklungen und setzen dieses Wissen täglich bei der Behandlung ihrer Patienten ein.

In klinischen Studien arbeiten wir kontinuierlich daran die Behandlung des Gebärmutterhalskrebses zu verbessern, um diese noch wirksamer und verträglicher zu gestalten. Zur Übersicht der aktuell offenen Studien.

Metastasen des Gebärmutterhalskrebses z.B. im Gehirn oder Knochen

Der Gebärmutterkrebs ist eine aggressive Krebsart, die häufig im Verlauf der Erkrankung Absiedlungen bildet: man nennt dies Metastasierung. Häufige Orte der Metastasierung sind die Luge, Nebenniere, Knochen, die Leber oder das Gehirn. Die Strahlentherapie ist hier eine hoch-effektive und nebenwirkungsarme Methode um Beschwerden, die durch die Metastasen ausgelöst werden, zu verhindern oder zu behandeln. Dies erfolgt meist in Kombination mit einer Chemotherapie, Immuntherapie oder anderer zielgerichteter Therapie. Je kleinere die Metastasen sind und je früher sie bestrahlt werden, desto besser sind die Ergebnisse. Metastasen im Körper können heute fokussiert in nur wenigen effektiven Bestrahlungssitzungen behandelt werden.

Bei Tumorherden im Bauchbereich, z.B. Leber oder Oberbauch führen wir die körperstereotaktische Bestrahlung (SBRT) an unserem MRI-Hybridbeschleuniger durch. Hier wird modernste Bestrahlungstechnik mit MRI-Bildern vereint. Die Bestrahlung wird damit unter MRI-Überwachung des Tumors durchgeführt, so dass höchste Präzision mit bester Bildgebung vereint werden. Diese Technik wurde in unserer Klinik als erste in der Schweiz bereits 2019 eingeführt. Als weiterhin einzige Klinik der Deutsch-Schweiz mit dieser Technik bieten wir höchste Expertise in diesem Gebiet.

Hirnmetastasen werden an unserem Zentrum heute bei den meisten Patienten mittels einer einmaligen hochdosierten Bestrahlung behandelt: man nennt dies Radiochirurgie.

Auch Metastasen an anderen Lokalisationen im Körper können heute fokussiert in nur wenigen effektiven Bestrahlungssitzungen behandelt werden. Der metastasierte Gebärmutterkrebs ist ein klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt unserer Klinik. Wir geben unser Wissen in einer Vielzahl an internationalen Kursen und Kongressen weiter. Wir sind in Leitlinienkommissionen als internationale Experten aktiv.

Modernste Geräte und erfahrene Medizinphysiker und Medizinphysikerinnen, sowie MTRAs tragen zu einer Behandlung in optimaler Qualität und Sicherheit bei. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit den Kollegen und Kolleginnen der Medizinischen Onkologie zusammen um eine Behandlung „aus einem Guss“ zu garantieren. Ebenso beraten wir uns frühzeitig mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Palliativmedizin.

In klinischen Studien versuchen wir kontinuierlich die Behandlung des Gebärmutterkrebses zu verbessern, um diese noch wirksamer und verträglicher zu gestalten. Zur Übersicht der aktuell offenen Studien.

Verantwortliche Fachpersonen

Primoz Petric Ph.D., Prof. Dr. med.

Oberarzt meV, Klinik für Radio-Onkologie

Tel. +41 44 255 26 73

Claudia Linsenmeier, Dr. med.

Oberärztin m.e.V., Klinik für Radio-Onkologie
Koordinatorin Gynäkologisches Tumorzentrum, Comprehensive Cancer Center Zürich

Spezialgebiete: Schwerpunkt Mamma/Gynäkologie, Hämatologische Radio-Onkologie, Lymphome, Pädiatrische Radio-Onkologie
Tel. +41 44 255 26 73

Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten oder Ihre Spezialistin überweisen.

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Behandelnde Fachbereiche

Klinik für Radio-Onkologie

Comprehensive Cancer Center Zürich

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