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Lebertransplantation

Im USZ werden seit 1986 Leber-TPL durchgeführt. Bis Ende 2020 konnten bereits über 900 Lebern transplantiert werden. Die Transplantate können sowohl von lebenden als auch von verstorbenen Organspendenden zur Verfügung gestellt werden.

Indikation und Kontraindikation

Leberzirrhose aufgrund

  • akutes Leberversagen, z.B. nach akuter Hepatitis A- oder B-Infektion
  • Stoffwechselerkrankung, z.B. familiäre Amyloidose, primäre Hyperoxalurie, Hepatitis B oder C, alkoholische Leberzirrhose

und alle anderen Formen einer Leberzirrhose, sobald die Leberfunktion eingeschränkt ist (Child-Pugh Stadium B/C) und die Lebensqualität durch die Leberzirrhose stark eingeschränkt ist, z.B. starker, medikamentös nicht behandelbarer Pruritus oder wenn sich ein kleiner Leberkrebs entwickelt hat.

Folgende Begleiterkrankungen oder Komplikationen gelten allgemein als Kontraindikation:

  • Zu weit fortgeschrittenes Tumorleiden
  • Fortgesetzter Alkoholkonsum
  • Schwere Herz- oder Lungenkrankheit

Abklärungen

alls eine Lebertransplantation grundsätzlich in Frage kommt, braucht es vor der Aufnahme auf die Warteliste eine ausführliche Abklärung während 4 – 5 Tagen bei uns im Spital, um die Nutzen und Risiken einer Lebertransplantation genau einschätzen zu können.

Folgende Untersuchungen müssen mindestens durchgeführt werden:

  • Blut- und Urinuntersuchungen
  • EKG und evtl. weiterführende Herzuntersuchungen
  • Computertomographie des Abdomens
  • Psychologische Beurteilung

Daneben finden Gespräche mit allen an der Transplantation beteiligten Personen statt. Dies können Fachleute der Transplantationschirurgie, Hepatologie, Anästhesie, Intensivmedizin, Psychologie/Psychiatrie und Transplantationskoordination sein.

Während eines anschliessenden Kolloquiums wird anhand der Untersuchungsergebnisse beurteilt, ob die Patientin oder der Patient für eine Lebertransplantation in Frage kommt und auf die Warteliste aufgenommen werden kann.

Warteliste

Die formale Aufnahme auf die nationale Lebertransplantationswarteliste erfolgt im Anschluss an das interdisziplinäre Kolloquium. Der Zeitpunkt der Transplantation kann nicht vorausgesagt werden, die Wartezeit kann je nach Blutgruppe der Empfängerin oder des Empfängers variieren. Die Spenderorgane können von lebenden oder verstorbenen Organspendenden zur Verfügung gestellt werden.

Nachdem eine Patientin oder ein Patient auf die Warteliste aufgenommen wurde, muss er jederzeit damit rechnen, zur Transplantation ins Spital aufgeboten zu werden. Aus diesem Grunde müssen die Leberempfänger während der Wartezeit jederzeit erreichbar sein.

Chancen und Risiken?

  • Die Lebertransplantation bietet vielen Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung die einzige Chance auf Heilung. Von den in unserem Zentrum transplantierten Patientinnen und Patienten leben nach fünf Jahren noch über 90 %. Somit sind die Überlebenschancen nach einer Transplantation viel besser als ohne.
  • Aber nicht nur die Überlebenschancen sind besser, sondern auch die Lebensqualität verbessert sich nach einer Transplantation oft dramatisch.
  • Die Lebertransplantation ist allerdings eine grosse und komplexe Operation, so dass auch ein kleines Risiko (5 – 10 %) besteht, dass man an der Transplantation versterben kann.

Was passiert bei einer Transplantation?

Vor der Operation

Steht ein passendes Spenderorgan zur Verfügung, wird durch die Transplantationskoordination Kontakt mit der Empfängerin oder dem Empfänger aufgenommen und er wird so schnell wie möglich zum Universitätsspital Zürich gebracht. Bei der Aufnahme werden einige Untersuchungen wie Bluttests, EKG und Röntgen-Thorax wiederholt. Es erfolgt eine abschliessende Beurteilung durch die Chirurgin oder den Chirurgen sowie durch die Narkoseärztin oder den Narkosearzt.

Während der Operation

Es wird ein Hautschnitt unterhalb des rechten und linken Rippenbogens gemacht, der in seltenen Fällen nach oben zum Brustbein verlängert wird. In einer etwa sechsstündigen Operation wird die erkrankte Leber entfernt und die neue Leber eingesetzt. Die entsprechenden Gefässe der Leber werden an die Blutgefässe angeschlossen. Der Gallengang der neuen Leber wird direkt mit dem Gallengang oder mit dem Dünndarm der Empfängerin oder des Empfängers verbunden. Nach der Operation wird die Patientin oder der Patient auf die Intensivstation gebracht. Entsprechend des Erholungsgrades wird  baldmöglichst auf die Abteilung des Transplantationszentrums verlegt.

Auf der Abteilung erfolgt dann eine genaue Instruktion wie die Medikamente, die eine Abstossung verhindern (Immunosuppressiva), eingenommen werden müssen. Nach dem stationären Aufenthalt am USZ erfolgt in der Regel ein Erholungsaufenthalt in einer Rehabilitationsklinik.

Nach der Entlassung wir die Patientin oder der Patient regelmässig in unsere Transplantationssprechstunde aufgeboten.

Muss ich Medikamente einnehmen?

Nach der Transplantation müssen die Empfängerinnen und die Empfänger lebenslang Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken und so eine Abstossung der neuen Leber verhindern. Diese Medikamente heissen Immunsuppressiva. Direkt nach der Transplantation erhält man zunächst eine relativ starke Immunsuppression, die im Laufe der Zeit erheblich reduziert werden kann. Die Medikamentenspiegel im Blut werden regelmässig überprüft, so dass jede Patientin und jeder Patient die für ihn optimale Dosis erhält.

Pflegesprechstunde

Die Pflegsprechstunde Lebertransplantation bietet Patienten und deren Angehörigen eine kontinuierliche Begleitung vor und nach der Lebertransplantation.

Wie werden empfangende Personen nachbetreut?

In den ersten Wochen nach der Entlassung erfolgen wöchentlich Nachkontrollen in unserer Transplantationssprechstunde. Hier kontrollieren wir den klinischen Verlauf, Laborparameter und die Immunsuppression.

Mit der Zeit kann bei stabiler Leberfunktion und Immunsuppression das Intervall zwischen den ambulanten Terminen verlängert werden, evtl. kann die Hausärztin oder der Hausarzt dann die Kontrollen übernehmen und unsere Fachleute sehen die Patientin oder den Patienten nur noch ein- bis zweimal pro Jahr.

Selbstverständlich stehen wir der Empfängerin oder den Empfängern bei Fragen oder Problemen weiterhin jederzeit zur Verfügung.

Das Leben nach der Transplantation?

Nach der Transplantation gibt es nur sehr wenige Einschränkungen, ausser der, dass regelmässig Medikamente eingenommen werden müssen, um eine Abstossung zu verhindern. Ausserdem dürfen Patientinnen und Patienten, bei denen ein übermässiger Alkoholkonsum zur Leberzirrhose führte, auch nach der Transplantation keinen Alkohol mehr trinken. Empfangende, die aus anderen Gründen eine Lebertransplantation erhalten haben, dürfen nur gelegentlich Alkohol trinken. In den ersten drei Monaten, bis die Wundheilung komplett abgeschlossen ist, sollte die Bauchmuskulatur nicht zu stark belastet werden. Körperliche Bewegung wie Wandern und Radfahren sind jedoch kein Problem. Ein Wiedereinstieg ins Berufsleben ist nicht nur möglich sondern erwünscht. Je nach der körperlichen Belastung kann in der Regel innerhalb von 3 – 6 Monaten die Arbeit wieder aufgenommen werden.

Wie sind die Resultate?

In unserem Zentrum leben nach 5 Jahren noch über 90 % der transplantierten Patientinnen und Patienten.

Aber nicht nur die Überlebenschancen sind besser, sondern auch die Lebensqualität verbessert sich nach einer Transplantation oft dramatisch.

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten oder Ihre Spezialistin überweisen. Für Fragen nutzen Sie unser Kontaktformular.

Zuweisungen an Gastroenterologie und Hepatologie

Weisen Sie Ihre Patientin oder Ihren Patienten einfach online zu.

Zuweisungen an Viszeral- und Transplantationschirurgie

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