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Beckenverletzungen / Beckenringfrakturen Behandlung

Brüche des Beckenrings machen ungefähr 4 Prozent aller Brüche aus. Bei schwer verunfallten Patientinnen und Patienten (Hochrasanz-Trauma: Verkehrsunfall, Sturz aus grosser Höhe) ist das Becken bei 25 Prozent der Patientinnen und Patienten betroffen.

Häufig kommt es dabei zu schwer kontrollierbaren Blutungen im Bereich der instabilen Beckenring-Brüche. Die Blutungen können so ausgedehnt sein, dass das Leben der Patientin oder des Patienten akut gefährdet ist. In diesen Fällen ist eine sofortige Stabilisierung des Beckens notwendig. Ebenso sind die Harnorgane durch die nachbarschaftliche Lage gefährdet. Ältere Patientinnen und Patienten erleiden häufig durch Stürze (Niedrig-Energie-Trauma) sogenannte stabile Brüche (über 50% der Beckenbrüche).

Links: 3D-Darstellung einer Computertomographie nach kombiniertem linksseitigem Becken- und Hüftpfannenbrauch. Rechts:Postoperatives Röntgen nach Fixation mit Platten und Schrauben.
Links: 3D-Darstellung einer Computertomographie nach kombiniertem linksseitigem Becken- und Hüftpfannenbrauch. Rechts: Postoperatives Röntgen nach Fixation mit Platten und Schrauben.

Die zugrunde liegenden Kräfte werden unterteilt in:

  • Kompression von der Seite
  • Kompression von vorn nach hinten
  • Absicherung in vertikaler Richtung (entlang der Wirbelsäulenachse)
  • Kombinationsverletzungen
Einwirkende Kräfte und resultierende Brüche des Beckens
Einwirkende Kräfte und resultierende Brüche (Orthopädie und Unfallchirurgie up2date, Thieme)
 Grundsätzlich muss man zwischen stabilen und instabilen Beckenbrüchen unterscheiden. Wichtig: Das Becken ist dann stabil, wenn die wesentlichen Strukturen des hinteren Beckenrings unerletzt sind. Das Becken ist dann instabil, wenn knöcherne oder Bandstrukturen im Bereich des vorderen und hinteren Becknringes verletzt sind. Es gibt verschiedene Klassifikationssysteme, die aber letztendlich alle zwischen stabil, rotatorisch instabil und rotatorisch/vertikal instabil unterscheiden. Bei den stabilen Verletzungen handelt sich um Brüche oder Abrisse an den Darmbeinschauflen, dem Sitzbein, Schambein oder dem Steissbein unterhalb der Gelenkverbindungen, die die Stabilität des Beckenringhs nicht gefährden. Diese Verletzungen können häufig ohne eine Operation behandelt werden. Hier stehen die Schmerzbekämfungen und die Mobilisation des Patienten im Vordergrund. BildBeckenringRotationsinstabilitaet.jpgAbbildung: Stabile Beckenbrüche (Ficklscherer, Orthopädie und Traumatologie, Urban & Fischer) Rotationsinstabilität besteht beispielsweise bei Sprengungen der vorderen Beckenanteile oder aber auch Verschiebungen der hinteren Strukturen. Hier ist aber die vertikale Stabilität erhalten. Bei aussenrotierter Beckenhälfte spricht man von einer Open-book-Verletzung (siehe Abbildung 5). Diese Brüche werden je nach Verletzungsausmass konservativ oder operativ behandelt. BeckenringfrakturenAbb4.jpg Abbildung: Rotatorisch instabile Brüche (Ficklscherer. Orthopädie und Traumatologie, Urban & Fischer)​ Beckenfringfrakturen_Abb5Open_book.jpgAbbildung: Open-book-Verletzung Die Instabilsten Verletzungen stellen die Kombinationsverletzungen dar. Häufig sind sie mit anderen Verletzungen des Skelettsystems und anderer Körperregionen kombiniert. Hierbei sind gleichzeitig Strukturen des vorderen und des hinteren Beckenrings beteiligt. Die rotatorisch und vertikal instabile Brüche stellen eine absolute Operationsindikation dar. Je nach Zustand des Verletzten wird vor der definitiven Versorgung (häufig Platten oder Schrauben) eine notfallmässige externe Stabilisierung mittels Fixateur externe oder interne vorgenommen. Bild Becken 3.pngAbbildung: Links: Computertomographie nach Ausbruchverletzung des ersten Kreuzbeinwirbels. Rechts: Postoperatives Röntgen nach minimal-invasiver Stabilisation mittels langer Schrauben über kleine Hautschnitte.
Links: 3D-Darstellung einer Computertomographie nach sehr schwerem beidseitigen kombiniertem Becken- und Hüftpfannenbruch mit zudem Loslösung des Beckens von der Lendenwirbelsäule. Rechts: Postoperatives Röntgen nach Wiederherstellung des Alignements von Hüfte und Beckenring sowie der Verbindung zur Lendenwirbelsäule mittels Platten und Schrauben und Stangen.

Grundsätzlich muss man zwischen stabilen und instabilen Beckenbrüchen unterscheiden. Wichtig:

  • Das Becken ist dann stabil, wenn die wesentlichen Strukturen des hinteren Beckenrings unerletzt sind.
  • Das Becken ist dann instabil, wenn knöcherne oder Bandstrukturen im Bereich des vorderen und hinteren Becknringes verletzt sind.

Es gibt verschiedene Klassifikationssysteme, die aber letztendlich alle zwischen stabil, rotatorisch instabil und rotatorisch/vertikal instabil unterscheiden.

Bei den stabilen Verletzungen handelt sich um Brüche oder Abrisse an den Darmbeinschauflen, dem Sitzbein, Schambein oder dem Steissbein unterhalb der Gelenkverbindungen, die die Stabilität des Beckenringhs nicht gefährden. Diese Verletzungen können häufig ohne eine Operation behandelt werden. Hier stehen die Schmerzbekämfungen und die Mobilisation der Patientin oder des Patienten im Vordergrund.

Illustration Stabile Beckenbrüche
Stabile Beckenbrüche (Ficklscherer, Orthopädie und Traumatologie, Urban & Fischer)

Rotationsinstabilität besteht beispielsweise bei Sprengungen der vorderen Beckenanteile oder aber auch Verschiebungen der hinteren Strukturen. Hier ist aber die vertikale Stabilität erhalten. Bei aussenrotierter Beckenhälfte spricht man von einer Open-book-Verletzung (siehe Abbildung 5). Diese Brüche werden je nach Verletzungsausmass konservativ oder operativ behandelt.

Illustration Rotatorisch instabile Brüche
Rotatorisch instabile Brüche (Ficklscherer. Orthopädie und Traumatologie, Urban & Fischer)​
Röntgenbild open book-Verletzung
Open-book-Verletzung

Links: Computertomographie nach Ausbruchverletzung des ersten Kreuzbeinwirbels. Rechts: Postoperatives Röntgen nach minimal-invasiver Stabilisation mittels langer Schrauben über kleine Hautschnitte.
Links: Computertomographie nach Ausbruchverletzung des ersten Kreuzbeinwirbels. Rechts: Postoperatives Röntgen nach minimal-invasiver Stabilisation mittels langer Schrauben über kleine Hautschnitte.

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