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Darmkrebs Behandlung

Sowohl chirurgisch als auch von Seiten der Narkose sind heute Eingriffe möglich, die noch vor 20 Jahren undenkbar waren. Früher beispielsweise galten Metastasen («Ableger») in der Leber häufig als nicht operabel. Heute dagegen können sie sehr häufig operativ entfernt werden.

Behandlung des Dickdarmkrebses (Kolonkarzinom)

Die Operationen werden bei uns standardmässig minimal-invasiv, also mit nur einzelnen kleinen Hautschnitten (sogenannte Schlüssellochtechnik oder Laparoskopie). Für diese Chirurgie (laparoskopische Dickdarmentfernung) wird eine Kamera über einen kleinen Schnitt (2 cm) am Bauchnabel in den Bauchraum eingeführt (Abbildungen 2 und 3). Mithilfe weiterer feiner Instrumente, welche im Mittelbauch und Unterbauch durch kleine Hautschnitte (0.5-1.5 cm) eingeführt werden, kann der betroffene Dickdarmabschnitt im Bauch gelöst und anschliessend über einen etwa 7 bis 10 cm grossen Schnitt im Mittelbauch oder Unterbauch entfernt werden. Anschliessend werden die verbleibenden Darmenden miteinander verbunden (Anastomose). Nach der Operation können sie in der Regel innerhalb von wenigen Tagen wieder normal essen und sich frei bewegen.

Visualisierung eines Kolonkarzinoms
Abbildung 1: Schematische Darstellung des gesamten Dickdarmes

 

Der gesamte Dickdarm (Kolon)

  1. Aufsteigendes Kolon (Kolon ascendens)
  2. Querkolon (Kolon transversum)
  3. Absteigendes Kolon (Kolon descendens)
  4. Mastdarm (Kolon sigmoideum)
  5. Enddarm (Rektum)
  6. Tumor (Karzinom)
Visualisierung einer laparoskopischen Kolonsegmentresektion
Abbildung 2: Laparoskopische Kolonsegmentresektion

Mittlerweile wird auch oft ein Operations-Roboter eingesetzt, mit dem in Kombination mit unserer grossen laparoskopischen Erfahrung auch in schwierigeren Fällen ein grosser Hautschnitt oft vermieden werden kann.

Der Vorteil aller minimal-invasiven Techniken ist, dass die Erholung nach der Operation rasch vorangeht und die kleinen Schnitte kosmetisch unauffällig sind.

Bei uns ist nur noch in vereinzelten Fällen bei Dickdarm-Operationen ein längerer Hautschnitt notwendig. Dies kann zum Beispiel notwendig werden, wenn ein Patient oder eine Patientin schon mehrfach operiert wurde. Dann wird die Operation sogenannt «offen» durchgeführt und das betroffene Dickdarmstück über einen Schnitt in der Mitte des Bauches entfernt (offene Dickdarmresektion). Alle Techniken sind bezüglich der Radikalität (umfassende Entfernung des kranken Gewebes) und Aussicht auf Heilung gleichwertig.

 

Arbeitstrokare und Schnittführung bei einer laparoskopischen Entfernung des Dickdarmes
Abbildung 3: Arbeitstrokare und Schnittführung bei einer laparoskopischen Entfernung des Dickdarmes

Bei einigen Patientinnen und Patienten ist es notwendig, vorübergehend einen «künstlichen Darmausgang» (Stoma) anzulegen. Ein künstlicher Darmausgang kann in den allermeisten Fällen vermieden werden. Heutige Techniken und Materialien sind so gut, dass auch mit einem Stoma fast immer ein völlig normales Leben möglich ist. Unsere Stromaberatung berät und unterstützt Sie in allen Belangen.

Nach der Operation fördern wir die frühe Mobilität und Selbständigkeit, um Ihnen eine rasche Rückkehr in Ihre häusliche Umgebung zu ermöglichen.

Operationsinformationen

Dickdarmsegmentresektion (Laparoskopisch/Roboter) beim bösartigen Tumor

  • Vorbereitung: kleiner Einlauf
  • Anästhesie: Vollnarkose
  • Operationsdauer: 180 bis 240 Minuten
  • Krankenhausaufenthalt: 5 bis 7 Tage
  • Arbeitsunfähigkeit: 3 bis 4 Wochen
  • Nachbehandlung: keine Fadenentfernung, eventuell Chemotherapie
  • Nachkontrollen: Tumornachsorge, Kontrollen nach 3, 6, 12, 24, 36, 48 und 60 Monaten
Empfehlungen

Offene Dickdarmsegmentresektion beim bösartigen Tumor

  • Vorbereitung: kleiner Einlauf
  • Anästhesie: Vollnarkose
  • Operationsdauer 120 bis 180 Minuten
  • Krankenhausaufenthalt: 7 bis 10 Tage
  • Arbeitsunfähigkeit: 4 bis 5 Wochen
  • Nachbehandlung: keine Fadenentfernung, eventuell Chemotherapie
  • Nachkontrollen: Tumornachsorge, Kontrollen nach 3, 6, 12, 24, 36, 48 und 60 Monaten
Empfehlungen

Chemotherapie und / oder Bestrahlungstherapie

Je nach Tumorstadium und Ort des Tumors kann auch eine Chemotherapie und / oder eine Bestrahlungstherapie nötig sein. Die Chemotherapie hilft bei Darmkrebs in den meisten Fällen gut und verursacht heutzutage nur milde bis mässige Nebenwirkungen. Meist ist dafür kein Spitalaufenthalt nötig. Bei über der Hälfte der Patienten und Patientinnen mit metastasierter Erkrankung schrumpfen die Tumoren bei deutlich, bei etwa einem weiteren Drittel kommt das Wachstum dadurch zum Stillstand.

Eine noch neue Behandlung ist die Immuntherapie. Sie löst quasi die «Handbremse» bei bestimmten, körpereigenen Immunzellen. Diese beginnen daraufhin, die Krebszellen zu beseitigen. Auf die Immuntherapie sprechen bislang nur Tumoren mit bestimmten Eigenschaften an, deshalb eignet sich diese Behandlung nur für gewisse Patientinnen und Patienten.

Bis zu sechs von zehn Menschen sind über kürzere oder längere Zeit durch ihre Krebserkrankung psychisch stark belastet. Dieser Stress kann sich auf alle Lebensbereiche auswirken und die Lebensqualität einschränken. Deshalb gehört die Psychoonkologie genauso zum Therapieplan wie Chirurgie oder Chemotherapie. Komplementärmedizinische Behandlung, Ernährungstherapie, Bewegung und weitere Massnahmen können die Behandlung sinnvoll ergänzen.

Verantwortliche Fachpersonen

Matthias Turina, Prof. Dr. med.

Leitender Arzt, Stv. Klinikdirektor (Lehre), Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Leiter Kolorektale und Proktologische Chirurgie, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Stv. Leiter Darmtumorzentrum, Comprehensive Cancer Center Zürich

Spezialgebiete: Kolorektale und Proktologische Chirurgie
Tel. +41 44 255 23 89

Daniela Cabalzar-Wondberg, Dr. med.

Oberärztin, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Spezialgebiete: Kolorektale und Proktologische Chirurgie
Tel. +41 44 255 23 89

Andreas Rickenbacher, Dr. med.

Oberarzt meV, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Programm Direktor & Leiter Steuerungsgruppe Common Trunk

Spezialgebiete: Kolorektale und Proktologische Chirurgie
Tel. +41 44 255 23 89

Heike Simmack

Clinical Nurse, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Spezialgebiete: Kolorektale Chirurgie und Proktologie
Tel. +41 44 255 92 88

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten oder Ihre Spezialistin überweisen. Für Fragen nutzen Sie unser Kontaktformular.

Für Zuweisende

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Tel. +41 44 255 92 88

Behandelnde Fachbereiche

Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Comprehensive Cancer Center Zürich

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