Welche Aufgaben hat der Darm?
Der Darm ist ebenso wichtig für die Immunabwehr wie für die Verdauung. Im drei bis vier Meter langen Dünndarm «zerlegen» Verdauungssäfte die Speisen. Eiweissstoffe, Fette und Kohlenhydrate sowie Mineralstoffe und Vitamine werden hier aufgenommen. Das geschieht mit Hilfe von Verdauungssäften.
Der Dickdarm entzieht dem Speisebrei das Wasser und verdickt das noch übrig Gebliebene. Er beherbergt ebenso Billionen von Bakterien, die nützliche Substanzen produzieren.
Anatomisch gegliedert, besteht der Dickdarm aus mehreren Teilen:
- Zökum: ein kurzes Stück Darm, das rechts unten im Bauch liegt und blind endet. Dort entspringt der «Wurmfortsatz» (Appendix vermiformis), ein kleines Anhängsel.
- Dickdarm (Kolon), bestehend aus aufsteigendem Kolon, Querkolon, absteigenden Kolon und Sigmoid
- Mastdarm (Rektum)

Darm – Aufbau, Funktion, Krankheiten
Der Darm ist ein wichtiger Teil unseres Verdauungssystems, der aus zwei Hauptteilen besteht: Dünndarm und Dickdarm. Er verarbeitet die Nahrung, die wir täglich essen, und nimmt die Nährstoffe auf. Ausserdem sorgt er dafür, dass schädliche Stoffe wieder ausgeschieden werden.
Wie häufig ist Darmkrebs?
In der Schweiz erkranken jedes Jahr über 4000 Menschen an Darmkrebs. Von 100 Frauen sind hier zu Lande im Lauf ihres Lebens fast fünf betroffen, von 100 Männern sind es etwa sechs. Der Dickdarmkrebs gehört damit bei beiden Geschlechtern zu den häufigsten Tumorerkrankungen.
Fast immer handelt es sich dabei um Dickdarm- oder Mastdarmkrebs (Kolorektalkarzinom), Dünndarmkrebs ist selten. Bei etwa jeder fünften betroffenen Person hat der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits sichtbare Ableger gebildet (Stadium IV).
Darmkrebs ist auf der linken Seite des Darms häufiger als auf der rechten Seite. Für die Diagnostik und Behandlung ist wichtig: Die meisten Darmtumore, nämlich rund 60 bis 70 Prozent, befinden sich auf den letzten dreissig Zentimetern dieses Organs: Im absteigenden Teil des Kolons, im Sigmoid oder im Rektum.
Fast immer entstehen Darm- und Mastdarmkrebs aus (noch gutartigen) Vorstufen, die eines Tages entarten. Diese Vorstufen werden als «Polypen» bezeichnet, feingeweblich handelt es sich in der Mehrzahl um Adenome, gutartige drüsige Wucherungen. Etwa eines von fünf Adenomen entwickelt sich im Verlauf weiter und kann gefährlich werden. Werden Adenome rechtzeitig entdeckt und entfernt, z.B. im Rahmen einer Vorsorgekoloskopie, so lassen sich bis zu 80 Prozent der kolorektalen Karzinome verhindern.
Wird Darmkrebs diagnostiziert, hängen die Art der Therapie und auch die Heilungschance von vielen Faktoren ab. Wichtig ist das Tumorstadium, das angibt, wie tief der Tumor in die Darmwand eingedrungen ist, ob Lymphknoten befallen sind und ob Metastasen vorliegen. Jeder Betroffene wird deshalb genau und ausführlich untersucht.
Nur eine Minderheit der Darmtumoren wird im Stadium I entdeckt, da hier fast nie Symptome auftreten. Die meisten werden erst im Stadium II oder III diagnostiziert. Dann hat der Krebs bereits alle Wandschickten des Darm befallen (Stadium II) oder auf benachbarte Lymphknoten übergegriffen (Stadium III).
Darmkrebs kann über die Blutbahn vor allem in Leber und Lunge metastasieren. Über die Lymphgefässe gelangen die Krebszellen primär in nahe gelegene Lymphknoten und durch direkte Ausbreitung ins Bauchfell. Unter dem Mikroskop betrachtet, sind diese Metastasen aber ähnlich beschaffen wie der sogenannte Primärtumor im Darm, von dem sie ursprünglich stammen.
Darmtumorzentrum
Am USZ haben sich zahlreiche Fachbereiche zu einem Darmtumorzentrum zusammengeschlossen. Das Zentrum ist nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Ein auf die medizinische Versorgung von Darmkrebs spezialisiertes Expertenteam arbeitet hier zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten eng zusammen. An DKG-zertifizierten Zentren werden Betroffene nach strengen Qualitätskriterien behandelt und haben, gemäss aktueller Studien, im Durchschnitt eine bessere Überlebenschance.
Darmkrebsrisiko: Welche Einflussfaktoren gibt es?
Das Alter, die Gene, Umweltfaktoren, Darmpolypen und chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn – diese fünf Risikofaktoren können Darmkrebs mehr oder minder stark begünstigen. Der Risikofaktor, der meist am stärksten wiegt, ist das Alter. Ab etwa 50 Jahren steigt das Erkrankungsrisiko bis zum circa 80. Lebensjahr stark an. Allerdings wird Darmkrebs auch bei jungen Menschen (<40-50 Jahre) häufiger, verdächtige Symptome müssen auch bei jungen Erwachsenen konsequent abgeklärt werden.
Hellhörig sollte man werden, wenn Adenome bereits vor dem 50. Lebensjahr auftreten. Denn dann ist das Darmkrebsrisiko nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern auch für seine Eltern und Geschwister deutlich höher. Adenome, die erst nach dem 60. Lebensjahr auftreten, sind für die Verwandten hingegen meist ohne Belang. Auch wenn sich andere Krebserkrankungen in der Familie häufen, beispielsweise Magenkrebs oder Gebärmutterkrebs, ist es sinnvoll, dies beim Arzt oder der Ärztin anzusprechen.
Die Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs steigt stärker, wenn mehrere Faktoren zusammentreffen. Eine gesunde Lebensweise kann das Risiko wieder verringern.
Zu diesen beeinflussbaren Faktoren zählen nach bisherigem Wissensstand:
- wenig Bewegung
- täglicher Konsum von rotem Fleisch (roh, getrocknet, zu Wurst verarbeitet oder gebraten)
- mässiger bis hoher Alkoholkonsum (zwei oder mehr alkoholische Getränke pro Tag oder mehr als circa 60 Gramm Alkohol pro Woche).
- Rauchen
- Übergewicht, vor allem viel Bauchfett
- geringe Zufuhr von Nahrungsfasern (z.B. aus Getreide, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse)
Das beste Rezept gegen Darmkrebs lautet: Genügend Bewegung (am besten täglich 30 bis 60 Minuten), vernünftiges Körpergewicht, gesunde Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen (am besten mindestens 30 Gramm täglich), wenig Alkohol und Nichtrauchen. Mit diesem Lebensstil lassen sich statistisch etwa sieben von zehn Darmkrebserkrankungen bei Männern und vier von zehn bei Frauen verhindern.
Darmkrebs Symptome
Das Tückische am Darmkrebs ist, dass diese Tumoren meist lange «im Stillen» wachsen, die Betroffenen merken also nichts. Wenn sich Darmkrebs bemerkbar macht, ist der Tumor oft schon Jahre lang unbemerkt gewachsen. Deshalb sind Früherkennungsuntersuchungen so wichtig.
Mit diesen Symptomen kann sich Darmkrebs bemerkbar machen:
- veränderte Stuhlgewohnheiten:
- Blut oder Schleim im oder auf dem Stuhl
- Durchfall abwechselnd mit Verstopfung
- neu aufgetretene Verstopfung
- Stuhldrang, aber keine Entleerung
- bleistiftdünner Stuhl
- teerschwarz gefärbter Stuhl
- Blutarmut (Anämie). Die Zeichen der Blutarmut sind Müdigkeit, Leistungsknick, Hautblässe
- Wiederkehrend Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden
- Übelkeit, fehlender Appetit, Völlegefühl
- Gewichtsabnahme, obwohl man keine Diät macht
- Fieber ohne Erkältungszeichen
Seltenere Anzeichen:
- anhaltender Juckreiz im Analbereich, etwa wenn sich ein Tumor in der Nähe des Afters befindet oder die Schleimhaut gereizt ist.
- wiederkehrende Aphthen im Mund – vor allem bei fortgeschrittenem Darmkrebs, wenn das Immunsystem geschwächt ist oder eine Tumortherapie begonnen wurde. Diese stehen jedoch meist nicht direkt mit dem Tumor selbst in Verbindung, sondern treten begleitend auf.
Natürlich hat jeder Mensch einmal Verdauungsprobleme. Halten sie aber an oder kehren sie wieder, sollte man sie ernst nehmen. Gehen Sie bei Warnzeichen für Darmkrebs zu einem Arzt oder einer Ärztin und schieben Sie diese Konsultation nicht auf die lange Bank – es kann lebensrettend sein. Werfen Sie nach jedem Stuhlgang einen Blick ins WC. So bemerken Sie etwaige Blutungen eher, auch wenn sich Darmkrebs meist über lange Zeit nicht bemerkbar macht.
Auch wenn sich Darmkrebs meist über lange Zeit nicht bemerkbar. Trotzdem kann man sowohl die Vorstufen der Erkrankung als auch den Darmkrebs mit fast 100-prozentiger Sicherheit finden – vorausgesetzt, man sucht danach. Das geschieht bei der «Früherkennung». Die Darmkrebs-Früherkennung wird in der Schweiz allen Personen zwischen 50 und 69 Jahren empfohlen. Risikogruppen (familiäre Belastung, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen) müssen deutlich früher untersucht werden.
Zweitmeinung Darmkrebs
Bei einer Krebsdiagnose ist eine medizinische Zweitmeinung eine wichtige Entscheidungshilfe. Das Comprehensive Cancer Center Zürich unterstützt Sie mit einer fachlich fundierten Expertenmeinung. Sie erhalten eine sorgfältige Situationsanalyse sowie eine persönliche Beratung und rasche Antworten auf ihre Fragen.
Was nützt die Früherkennung?
Von den Darmtumoren, die anlässlich einer Früherkennungsuntersuchung entdeckt wurden, sind viele noch in einem frühen Stadium und gut behandelbar. Dann ist die Chance für eine Heilung gross.
Zwei Methoden zur Früherkennung werden in der Schweiz zur Früherkennung empfohlen: Der Blut-im-Stuhl-Test und die Darmspiegelung (Koloskopie). Diese Früherkennungsmethoden bringen den grössten Nutzen und sind wissenschaftlich gut geprüft.
Aus der Sicht vieler Expertinnen und Experten sprechen sehr gute Argumente für die Darmspiegelung. Der Stuhltest auf verstecktes Blut ist zwar weniger belastend, gerade bei Frühstadien und Vorstufen aber nur wenig empfindlich, Die Darmspiegelung ist die Methode mit dem insgesamt besten Leistungsausweis. Etwaige Darmpolypen können bei der Darmspiegelung fast immer gleich entfernt werden. Was die Kosten betrifft, sind beide Früherkennungsmethoden über die Jahre gerechnet vergleichbar.
Auch die beste Früherkennungsmassnahme nützt jedoch nichts, wenn sie nicht regelmässig angewendet wird. Für welche auch immer Sie sich entscheiden: Führen Sie sie in den empfohlenen Abständen durch: Alle zwei Jahre beim Test auf Blut im Stuhl und alle zehn Jahre bei der Darmspiegelung. Wurden Polypen gefunden oder liegen Risikofaktoren vor, empfiehlt die Magen-Darm-Spezialistin oder-spezialist (Gastroenterologie) engmaschigere Kontrollen.
Darmkrebsvorsorge
Von allen Früherkennungsmassnahmen ist die Darmspiegelung (Koloskopie) diejenige mit dem besten Leistungsausweis. Sie wird aktuell ab 50 Jahren regelmässig empfohlen.
Darmkrebs-Stadien: Wie weit ist der Tumor fortgeschritten?
Bei der Diagnose von Darmkrebs ist entscheidend, in welchem Stadium sich der Tumor befindet. Das Stadium beschreibt, wie weit sich der Krebs im Körper ausgebreitet hat – und ist grundlegend für die Wahl der Therapie und die Einschätzung der Heilungschancen.
Die Stadieneinteilung erfolgt nach der international anerkannten TNM-Klassifikation:
- T steht für die Tumorgrösse bzw. Tiefe der Ausbreitung in die Darmwand
- N beschreibt, ob und wie viele Lymphknoten befallen sind
- M gibt an, ob Fernmetastasen vorhanden sind (z. B. in Leber oder Lunge)
Der Darmkrebs wird anschliessend in folgende Stadien eingeteilt:
- Stadium 0 (Carcinoma in situ): Der Krebs ist noch auf die oberste Zellschicht begrenzt – eine Vorstufe.
- Stadium I: Der Tumor ist auf die Darmschleimhaut oder -wand begrenzt und hat keine Lymphknoten befallen.
- Stadium II: Der Tumor ist weiter in die Darmwand eingewachsen, aber es sind noch keine Lymphknoten betroffen.
- Stadium III: Der Tumor hat sich auf regionale Lymphknoten ausgebreitet.
- Stadium IV: Es liegen Fernmetastasen vor – z. B. in der Leber oder Lunge.
Wie wird Darmkrebs behandelt?
Die Therapiemöglichkeiten bei Darmkrebs sind klassischerweise in drei Säulen eingeteilt:
- Chirurgie/Operation
- Strahlentherapie/Radiotherapie
- Medikamentöse Therapie/Systemtherapie
Um die Wirksamkeit zu erhöhen, werden je nach Art, dem Stadium und der Ausbreitung des Darmtumors mehrere Behandlungen miteinander kombiniert. Das Alter und der Allgemeinzustand der Betroffenen spielen ebenfalls eine Rolle bei der Wahl der Therapien.
Ein zentraler Bestandteil der Behandlung ist in vielen Fällen die Operation. Dabei wird der betroffene Abschnitt des Darms entfernt. Je nach Lage und Ausdehnung des Tumors kann es notwendig sein, vorübergehend oder dauerhaft einen künstlichen Darmausgang (Stoma) anzulegen – etwa dann, wenn eine direkte Verbindung der verbliebenen Darmabschnitte nicht möglich ist oder der Heilungsprozess entlastet werden soll.
Das USZ ist auf modernste Endoskopie und endoskopische Tumorabtragung, robotisch minimalinvasive Chirurgie, innovative Präzisionsbestrahlung, molekulare Onkologie, Immuntherapie und klinische Studien spezialisiert. Wir bieten für die Behandlung von Darmkrebs zukunftsgerichtete, fachübergreifende Therapiekonzepte nach höchsten medizinischen Standards. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse beziehen wir mit ein. Für die Beratung und Behandlung steht den Patientinnen und Patienten ein erfahrenes Expertenteam aus zahlreichen Fachbereichen zur Verfügung.
Wie hoch sind die Überlebenschancen bei Darmkrebs?
Seit etwa 1990 hat sich die Prognose bei Darmkrebs ständig verbessert, und dieser Trend setzt sich aktuell fort. Im Stadium I kann die Erkrankung bei mehr als neun von zehn Betroffenen geheilt werden. Auch bei fortgeschrittenem Darmkrebs haben sich die Überlebenschancen in den letzten Jahrzehnten verbessert.
Bessere und mehr Früherkennungsuntersuchungen haben dazu ebenso beigetragen wie verbesserte Diagnosemethoden, neue Operationstechniken, Medikamente und weitere, neue Behandlungsmethoden. Die Schweiz zählt bei Darmkrebs zu den Ländern mit den höchsten Überlebensraten.
Häufig gestellte Fragen rund um Darmkrebs
Ein Darmkarzinom verursacht im frühen Stadium oft keine Beschwerden. Erste Anzeichen von Darmkrebs können jedoch Blut im Stuhl, anhaltende Veränderungen beim Stuhlgang (wie Durchfall oder Verstopfung), Bauchschmerzen, ungewollter Gewichtsverlust oder Müdigkeit sein. Da diese Symptome auch andere Ursachen haben können, ist eine medizinische Abklärung wichtig – insbesondere ab dem 50. Lebensjahr oder bei familiärer Vorbelastung.
Grundsätzlich können die Symptome von Darmkrebs bei Frauen und Männern ähnlich sein. Dennoch zeigen sich in der Praxis teils unterschiedliche Schwerpunkte in der Wahrnehmung und Ausprägung der Beschwerden.
Darmkrebs Symptome Frau – häufig genannte Anzeichen:
- wiederkehrende oder diffuse Bauchschmerzen
- Völlegefühl oder Übelkeit ohne erkennbare Ursache
- Appetitlosigkeit
- allgemeine Erschöpfung, die oft unterschätzt wird
Darmkrebs Symptome Mann – häufig genannte Anzeichen:
- Blut im Stuhl oder auf dem Toilettenpapier
- veränderte Stuhlgewohnheiten (z. B. Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung)
- bleistiftdünner Stuhl
- ungewollter Gewichtsverlust
Wichtig: Diese Symptome können bei allen Geschlechtern auftreten. Entscheidend ist nicht das Geschlecht, sondern die Dauer und Kombination der Beschwerden. Halten sie länger an oder kehren wieder, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen – unabhängig vom Alter oder Geschlecht.
In der Schweiz wird die Darmkrebsvorsorge ab 50 Jahren empfohlen – bei erhöhtem Risiko (z. B. familiärer Vorbelastung) auch früher. Zur Vorsorge gehört meist eine Darmspiegelung (Koloskopie), bei der Vorstufen von Krebs (Polypen) frühzeitig erkannt und entfernt werden können. Alternativ kann ein Stuhltest auf verstecktes Blut durchgeführt werden – er ist einfach, aber weniger zuverlässig als die Darmspiegelung.
Darmkrebs entwickelt sich meist über viele Jahre aus gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut, sogenannten Darmpolypen. Diese Vorstufen verursachen in der Regel keine Beschwerden, können aber im Laufe der Zeit entarten – also zu einem bösartigen Tumor werden. Durch eine Darmspiegelung lassen sich Polypen frühzeitig entdecken und entfernen – so lässt sich die Entstehung von Darmkrebs oft verhindern.
Bei Darmkrebs können bestimmte Blutwerte auffällig sein, sind aber meist nicht eindeutig. Häufig zeigt sich eine Blutarmut (Anämie), zum Beispiel durch einen Mangel an Eisen – ein Hinweis auf einen chronischen Blutverlust im Darm. Auch Entzündungswerte wie das CRP oder der Tumormarker CEA (Carcinoembryonales Antigen) können erhöht sein. CEA eignet sich jedoch eher zur Verlaufskontrolle nach der Diagnose und nicht zur Früherkennung. Eine sichere Diagnose ist nur durch weitere Untersuchungen – wie eine Darmspiegelung – möglich.
Veränderungen der Stuhlfarbe können ein Hinweis auf Darmkrebs sein, müssen aber nicht. Typisch ist sichtbares Blut im Stuhl – dieser kann dann rötlich oder dunkel verfärbt (schwarz) sein, je nachdem wo im Darm die Blutung auftritt. Auch sehr heller oder bleicher Stuhl kann auffallen, ist aber eher selten bei Darmkrebs. Wichtig: Nicht jede Veränderung bedeutet gleich eine schwere Erkrankung – eine medizinische Abklärung schafft Klarheit.
Nach der Diagnose folgt eine sorgfältige Abklärung: Wie weit hat sich der Krebs ausgebreitet? Ist eine Operation möglich? Meist wird der betroffene Teil des Darms chirurgisch entfernt. Je nach Stadium kann zusätzlich eine Chemotherapie oder Bestrahlung nötig sein. Ziel der Behandlung ist es, den Krebs vollständig zu entfernen und ein Wiederauftreten zu verhindern. Während und nach der Therapie werden Betroffene eng begleitet – medizinisch wie psychologisch.
Darmkrebs entwickelt sich meist langsam – oft über viele Jahre aus gutartigen Polypen. Wann und ob er Metastasen bildet, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Tumorart, Lokalisation, Aggressivität und individuelle Faktoren. In frühen Stadien bleibt der Krebs oft lokal begrenzt. Eine frühe Diagnose erhöht die Heilungschancen erheblich und kann verhindern, dass sich der Krebs im Körper ausbreitet.
Wenn Darmkrebs bereits Metastasen gebildet hat (z. B. in der Leber oder Lunge), ist die Heilung schwieriger – aber nicht ausgeschlossen. In einigen Fällen können Metastasen chirurgisch entfernt oder mit modernen Therapien kontrolliert werden. Ziel ist es dann, den Krebs langfristig zurückzudrängen oder sogar vollständig zu beseitigen. Die Behandlung wird individuell angepasst und interdisziplinär geplant, z. B. in einem der Tumorboards des Universitätsspitals Zürich.
In etwa 5–10 % der Fälle ist Darmkrebs erblich bedingt. Die bekanntesten Formen sind das Lynch-Syndrom und die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP). Bei diesen genetischen Erkrankungen ist das Risiko, bereits in jungen Jahren an Darmkrebs zu erkranken, stark erhöht. Wer mehrere Fälle in der Familie hat oder sehr früh an Darmkrebs erkrankt, sollte eine genetische Beratung in Anspruch nehmen.