Punktion (FNP) - Ambulatorium
Bei der Feinnadelpunktion (FNP) handelt es sich um einen diagnostischen Eingriff, der die Natur einer unklaren Schwellung, Knotenbildung oder Organvergrösserung häufig auf eine einfache und schnelle Art klären kann. Die Feinnadelpunktion kann von Ärzten diverser Fächer durchgeführt werden.
Feinnadelpunktion im Punktionsambulatorium Zytopathologie USZ
Die Zytopathologinnen und Zytopathologen in unserem Institut führen FNPs von oberflächlich gelegenen Läsionen im abteilungseigenen Feinnadelpunktions-Ambulatorium durch, was zusätzlich die hohe Qualität der Probe garantiert. Der Eingriff ist mit dem Einstich einer Spritze bei einer Blutentnahme vergleichbar. Aus der krankhaften Veränderung werden mit einer sehr dünnen Nadel (meist 0.55 mm im Durchmesser) Zellen gewonnen, welche anschliessend am Mikroskop auf allfällige Veränderungen untersucht werden.
In unserem Ambulatorium werden FNPs vor allem von Veränderungen in folgenden Organen durchgeführt:
- Schilddrüse
- Speicheldrüse
- Lymphknoten
- Weichteile und Haut
- Mamma und Mammazysten
Zytopathologie Allgemein/FNP
Lageplan Ambulatorium
Feinnadelpunktion extern
Die Bearbeitung und Beurteilung erfolgt genau gleich für FNP-Proben, die von Ärztinnen und Ärzten anderer Kliniken – USZ intern oder extern – (z.B. Radiologie, Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Gastroenterologie, Pneumologie, Dermatologie, Gynäkologie, Onkologie, etc.) durchgeführt und uns zugesandt werden.
Krebsvorsorge PAP-Abstrich
Die Beurteilung der Zellveränderung der PAP-Abstriche in Kombination mit der HPV-Testung ist wesentlich für die Vorsorge und Entdeckung der Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses.
Der PAP-Abstrich wird von den Frauenärztinnen und Frauenärzten während der gynäkologischen Untersuchung aus der Oberfläche des Gebärmutterhalses entnommen und in unser Zytologie-Institut zur Befundung eingesandt. Die Zytopathologinnen und Zytopathologen erstellen einen Bericht über den allfälligen Nachweis von Zellen der Krebsvorstufe. Je nach Ergebnis kann eine HPV-Typisierung vorgenommen werden. In Abhängigkeit von den Befunden wird von den Frauenärztinnen und Frauenärzten aufgrund der zytologischen Analyse des PAP-Abstriches, eines allfälligen HPV-Nachweises und unter Berücksichtigung der Vorgeschichte der Patientin eine weitere Behandlung oder Kontrollen veranlasst.
HPV-Typisierung
Die HPV-Diagnostik ist ein etabliertes molekulares Nachweisverfahren an zytologischen Proben. Je nach Testverfahren kann eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) von hohem bzw. niedrigem Risiko (high-risk bzw. low-risk) unterschieden werden.
Wir können darüber hinaus mit einem modernen Verfahren schnell und zuverlässig 28 relevante HPV-Typen nicht nur nachweisen, sondern auch individuell identifizieren (19 high-risk und 9 low-risk). Dies kann z.B. bei der Beurteilung von Mischinfektionen und der Frage nach einer persistierenden Infektion berücksichtigt werden. Durch unsere direkte Anbindung an das Labor der Molekularpathologie des Universitätsspitals ist grundsätzlich auch der Nachweis der zahlreichen weiteren, seltenen HPV-Subtypen möglich.
Die HPV-Diagnostik ist bei Dünnschichtzytologie-Proben direkt aus dem vorhandenen Probengefäss möglich, so dass der Patientin eine erneute Entnahme für die HPV-Diagnostik erspart wird.
Molekulare Diagnostik
Zytologisches Probenmaterial ist grundsätzlich sehr gut für die modernsten molekularpathologischen Untersuchungen geeignet. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Molekularpathologie des Universitätsspitals können wir aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen direkt umsetzen und innovative, neue diagnostische Methoden anbieten: So können zum Beispiel unklare Speicheldrüsenläsionen oder Weichgewebstumore durch s.g. NGS-Untersuchungen weiter eingeordnet werden.
Zudem kann eine erweiterte Erregerdiagnostik (z.B. bei unklarerer Lymphadenopathie) oder eine immunhistochemische Charakterisierung unklarer Herdbefunde bzw. fraglicher Metastasen direkt an zytologischen Proben durchgeführt werden.
Voraussetzung für diese Diagnostik ist entsprechend asserviertes Probenmaterial – wir empfehlen daher bei spezifischen Fragestellungen zu oberflächlichen Läsionen bzw. Herdbefunden eine Punktion in unserem Ambulatorium, um eine technisch optimale, direkte Aufarbeitung zu ermöglichen.