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Nasenpolypen

Wenn die Schleimhaut in der Nase und deren Nebenhöhlen anfängt übermässig zu wachsen, behindert sie die natürliche Atmung. Diese gutartigen Wucherungen nennen Fachleute Nasenpolypen. Sie sind oft mit einer Entzündung der Nasennebenhöhlen verbunden. Werden die Polypen nicht rechtzeitig behandelt, können sie diverse Folgeerkrankungen auslösen. Meist treten Nasenpolypen bei Menschen über 30 Jahren auf. Sie werden mit Kortison behandelt oder müssen operiert werden.

Überblick: Was sind Nasenpolypen?

Nasenpolypen entstehen meistens in den Nasennebenhöhlen. Von dort aus können sie langsam in die Nasenhaupthöhle hineinwachsen. Häufig sind sie einige Millimeter gross, sie können aber auch die Grösse von mehreren Zentimetern erreichen. Nasale Polypen („Polyposis nasi et sinuum“) sind gutartig, verwachsen also nicht mit ihrer Umgebung. Üblicherweise treten die Polypen symmetrisch auf beiden Körperseiten auf. Ausgangsorte sind vor allem das Siebbein und die Kieferhöhle. Dort lagern die Zellen vermehrt Gewebeflüssigkeit ein. Deshalb sehen die Polypen wie kleine Tropfen aus, die an einem Stiel aus der Schleimhaut wachsen. Manche liegen allerdings auch flach auf der Schleimhaut auf.

Wegen der wuchernden Nasenpolypen können Betroffene nicht mehr gut durch die Nase atmen. Dadurch fallen ihre nützlichen Funktionen weg: Die Nase kann die Atemluft nicht mehr richtig befeuchten und erwärmen. Betroffene atmen stattdessen meistens verstärkt durch den Mund. Das führt dazu, dass Erreger ungehindert in die Atemwege gelangen und dort zu Infekten führen können. Auch der Geruchssinn wird durch die Polypen gestört. Umgekehrt erhöhen chronische Entzündungen der Nasenschleimhaut oder Nasennebenhöhlen deutlich die Gefahr, dass sich Polypen entwickeln.

Häufigkeit und Alter bei Nasenpolypen

Umgangssprachlich werden auch Rachenmandel-Wucherungen als Polypen bezeichnet, die häufig bei Kindern auftreten. Diese bestehen jedoch aus völlig anderem Gewebe und befinden sich im Rachen. Echte Nasenpolypen sind bei Kindern sehr selten zu finden. Falls doch, leiden diese mit hoher Wahrscheinlichkeit unter der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose. In der Regel treten Nasenpolypen jedoch erst nach dem 30. Lebensjahr auf. Männer erkranken daran doppelt so häufig wie Frauen. Nach Schätzungen kommen zwischen einem und zwölf Prozent der Menschen in der Schweiz im Laufe ihres Lebens wegen Nasenpolypen zum Arzt oder zur Ärztin. In vielen Fällen reicht jedoch die Behandlung mit einem Kortison-Nasenspray aus.

Nasenpolypen: Ursachen und Risikofaktoren

Warum bei einem Menschen Nasenpolypen entstehen und beim anderen nicht, bleibt unklar. In manchen Familien scheint es eine individuelle Veranlagung für die Entwicklung von Polypen zu geben. Einige Grunderkrankungen sorgen für eine deutlich erhöhte Anfälligkeit für Nasenpolypen. So leiden vier von zehn Betroffenen mit dieser Wucherung an Asthma bronchiale. Besonders gefährdet sind Menschen mit einer chronischen Nasennebenhöhlen-Entzündung (Sinusitis). Bei ihnen wachsen sehr oft auch Nasenpolypen. Weitere Erkrankungen, die häufig zu Nasenpolypen führen, sind:

  • Allergien
  • chronischer Schnupfen
  • Pilze auf der Schleimhaut
  • Schmerzmittelunverträglichkeit (Intoleranz gegenüber Acetylsalicylsäure)

Sehr häufig treten die Polypen bei Kindern auf, die an der erblichen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose leiden. Jedes dritte von ihnen hat auch Nasenpolypen. Umgekehrt zeigt es sich bei fast allen Kindern mit diesen Wucherungen, dass sie Mukoviszidose haben.

Grundsätzlich sorgt auch ein geschwächtes Immunsystem für eine höhere Anfälligkeit für Nasenpolypen. Wer sich häufig in Räumen mit sehr trockener Luft aufhält oder am Arbeitsplatz mit Chemikalien hantiert, hat ebenfalls ein höheres Risiko.

Symptome: Nasenpolypen verstopfen die Nase

Im Anfangsstadium merken Betroffene meist nicht, dass ihre Schleimhäute anfangen, zu wuchern. Beschwerden treten vor allem auf, wenn die Polypen in die Nase hineinwachsen. Dann fliesst die Luft nicht mehr ungehindert durch die Nase. Betroffene atmen verstärkt durch den Mund und ihre Stimme klingt näselnd. Die Symptome werden stärker, je grösser die Polypen wachsen. Auch der Ort der Wucherung bestimmt das Ausmass der Beschwerden.

Typisch sind zudem folgende Symptome:

  • Schnarchen wegen der verstärkten Mundatmung
  • häufige Entzündungen der Nasennebenhöhlen
  • Kopfschmerzen
  • eingeschränkter Geschmackssinn durch mangelndes Riechen
  • Entzündungen der oberen Luftwege

Alle diese Symptome haben als Ursache, dass die Polypen sowohl das Strömen der Luft in der Nase behindern als auch oft die Ausgänge der Nebenhöhlen verschliessen. Wegen der fehlenden Belüftung und des mangelhaften Abflusses von Nasensekret entwickeln sich dann schnell Entzündungen in den Nebenhöhlen. Werden die Polypen nicht gestoppt, greifen sie möglicherweise auch auf weitere Organe über. So können sie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Entzündung der Augenhöhle (Orbitaphlegmone) auslösen.

Falls stark wuchernde Nasenpolypen nicht behandelt werden, besteht die Gefahr, dass im Laufe der Jahre auch Veränderungen in der Anatomie entstehen. Durch die Wucherung wird die Nase dicker und der Abstand zwischen den Augen vergrössert sich. Angesichts der guten medizinischen Versorgung sind solche Änderungen in Europa jedoch sehr selten geworden.

Nasenpolypen: Diagnose bei uns

Wir werden Ihnen zuerst mit Hilfe einer Spreizzange in die Nase und in den Rachen schauen. Sind die Polypen bereits ziemlich gross gewachsen, sehen wir sofort die glänzende Wucherung. Um kleinere Polypen zu entdecken, nehmen wir ein Endoskop zur Hilfe. Mit dieser Nasenspiegelung (Rhinoskopie) erhalten wir einen guten Einblick in die Nasenschleimhaut. Allerdings können wir auf diesem Weg nicht erkennen, wie die Lage in den Nebenhöhlen ist. Deshalb müssen wir bei Verdacht auf Polypen in den Nebenhöhlen ein bildgebendes Verfahren wie Röntgen, Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) nutzen. So sehen wir sowohl, wie verbreitet und gross Polypen in den Nebenhöhlen sind, als auch, ob oder wie stark diese entzündet sind. In manchen Fällen stelllen wir dann fest, dass es sich bei der Wucherung nicht um einen Polypen handelt, sondern um eine Geschwulst (Papillom oder Malignom). Diese – im Gegensatz zum Polypen einseitig auftretenden Gebilde – sind meist leuchtend rot statt grau oder rosig. Erkennen wir bei unserer Untersuchung eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), nehmen wir zusätzlich einen Abstrich von dessen Sekret. Unter dem Mikroskop können wir erkennen, welcher Erreger für die Entzündung verantwortlich ist.

Nasenpolypen: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Es existiert kein Mittel, mit dem Sie Nasenpolypen vorbeugen können. Hilfreich ist es jedoch, wenn Sie Grunderkrankungen wie Asthma oder Allergien in den Griff bekommen. Wenn Sie bemerken, dass Sie Probleme mit der Nasenatmung haben, sollten Sie diese frühzeitig behandeln lassen. Insbesondere bei Symptomen wie Schnarchen oder verstärktem Atmen durch den Mund sollten Sie sich ärztlichen Rat holen. Besonders aufmerksam müssen Menschen sein, die an Mukoviszidose leiden.

Grundsätzlich können Sie die Schleimhäute Ihrer Nase und Nebenhöhlen schützen, wenn Sie auf eine gute Raumfeuchtigkeit achten und bei Bedarf Ihre Schleimhäute zusätzlich durch Nasenduschen und Salzwassersprays befeuchten. Auch eine grundsätzliche Stärkung des Immunsystems durch eine gesunde Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft kann das Risiko einer Erkrankung mindern.

Verlauf und Prognose (Nasenpolypen)

Die durch stark wuchernde Nasenpolypen hervorgerufenen Beschwerden verschwinden in der Regel durch die Operation abrupt. Sobald die akuten Folgen der OP abgeklungen sind, können die Betroffenen wieder frei durch die Nase atmen, schlafen ruhiger und können wieder besser riechen. Je früher ein Nasenpolyp entdeckt und beseitigt wird, desto besser sind die Aussichten für die Betroffenen. Wichtig ist dabei natürlich, dass auch die Grunderkrankungen behoben werden. Allerdings bilden sich manchmal im Laufe der Zeit wieder neue Polypen. Das passiert insbesondere bei Menschen, die an Allergien, Asthma, Schmerzmittelunverträglichkeit oder Mukoviszidose leiden. Für sie ist das Risiko eines Rückfalls (Rezidiv) mit bis zu 50 Prozent deutlich erhöht.

Nasenpolypen: Behandlung mit Kortison oder durch Operation

Es gibt in der Regel zwei Wege, um Nasenpolypen zu behandeln. Welche wir wählen, hängt von der Grösse und Lage der Wucherungen ab.

Behandelnde Fachbereiche

Klinik für Neuroradiologie

Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie