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Erhebung der Effektivität von psychologischen Interventionen bei dem chronischen Müdigkeitssyndrom

Die Forschung zum Thema Schlafstörungen und chronischer Müdigkeit befasst sich schwergewichtig mit Untersuchungen zu Insomnien, Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen bei körperlichen Erkrankungen sowie chronischen Müdigkeitssyndromen und dem Einfluss von verschiedenen psychologischen Therapieverfahren auf die Beschwerdesymptomatik und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten.

Zielgruppe

Frauen und Männer zwischen 18 – 55 Jahren mit einem chronischen Müdigkeitssyndrom. Keine psychiatrisch stationären Behandlungen, psychiatrische Notfallbehandlungen oder Suizidversuche in den letzten 3 Monaten. Internetzugang und ausreichende Skills zur Benutzung elektronischer Geräte. Die Bereitschaft haben sich auf die Anwendungen von Akzeptanz-Commitmenttherapie (ACT) und das Konzept der Minipausen im Alltag (MIA) einzulassen oder für mindestens 3 Monate ohne Therapieinterventionen warten zu können.

Ziel

Diese Studie wird das Ansprechen auf zwei nicht-medikamentöse Therapieverfahren bei dem chronischen Müdigkeitssyndrom (CFS) in einem Beobachtungszeitraum von 9 Monaten, d.h. 13-14 Wochen im Rahmen einer Gruppentherapie und 2 Verlaufsterminen nach 3 und 6 Monaten nach der Therapie untersuchen. Hierfür werden die Patientinnen und Patienten, bei denen im Rahmen der Abklärung der Sprechstunde für chronische Müdigkeit der Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik, Universitätsspital Zürich, ein CFS festgestellt wurde, über die Studie informiert. Bei Einverständnis der Patientin oder des Patienten in die Studienteilnahme werden die Teilnehmenden zufällig in eine der Gruppen, d.h. in einer der zwei Therapiegruppen oder in eine wartende Gruppe zugeteilt. In der Gruppentherapie werden durch eine Psychotherapeutin entweder die Übungen aus der ACT oder dem Konzept der MIA vermittelt. Die Gruppentherapie umfasst 8 Termine, je 90 Minuten. Bei dem ersten Termin werden die möglichen Ursachen und die Krankheitsentstehung vom chronischen Müdigkeitssyndrom erörtert, in den weiteren Sitzungen die Übungen eines der zwei Therapieverfahren vermittelt. Die Teilnehmenden an der Gruppentherapie werden gebeten die Anwendungen bzw. Techniken zwischen den Sitzungen fortzusetzen und bei den Sitzungen bestimmte Fragebögen auszufüllen. Zudem werden vor und nach der Therapie Blut- und Speichelprobenentnahmen zur Bestimmung von Entzündungswerten und Stresshormonen sowie zur Analyse von Genbestandteilen durchgeführt. Es wird vor und nach der Therapie eine Messung der Aktivitäts- und Ruhephasen mittels Tragen einer Armbanduhr über 7 Tage vorgenommen. Die wartenden Teilnehmender werden nach mindestens dreimonatiger Wartezeit auch in eine der nächsten Therapiegruppen aufgenommen. Für eine gute Aussagekraft werden hierfür über drei Jahre insgesamt 76 teilnehmende Personen in die Studie eingeschlossen.

Ablauf: Was erwartet Sie als Teilnehmende?

Wenn Sie sich für die Studienteilnahme entscheiden, werden verschiedene Angaben anhand von Fragebögen erhoben. Nach abschliessender Prüfung Ihrer Eignung für eine Studienteilnahme, werden Sie vor dem geplanten Therapiebeginn in eine der drei Gruppen (zwei Therapiegruppen und die Wartegruppe) zufällig eingeteilt. Nach ausführlicher Information über das Krankheitsbild des chronischen Müdigkeitssyndroms, werden Sie zu der Gruppentherapie in der Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik, USZ aufgeboten. An zwei oder drei Terminen (je nach Gruppenzugehörigkeit), wird eine Blutentnahme (Menge: 1 x 9 ml und 1x 2.5ml, vergleichbar mit einem Ristretto) durch medizinisch geschultes Personal in der Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik, USZ, durchgeführt. Wenn Sie direkt der Gruppentherapie zugeteilt wurden, entsprechen diese beiden Termine dem Termin vor Beginn der Gruppentherapie und dem letzten Gruppentherapietermin, wenn Sie der Wartegruppe zugeteilt wurden, einem Termin vor und nach den mindestens 3 Monaten Wartezeit sowie nach der erfolgten Gruppentherapie. Zudem wird Ihnen vor jedem dieser Termine ein Armband (ähnlich wie eine Armbanduhr, wasserfest und kaum wahrnehmbar) mit einem integrierten Aufzeichnungsgerät abgegeben oder geschickt, das am Handgelenk für 7 Tage getragen wird und Armbewegungen aufzeichnet. Sie werden gebeten, das Armband nach der Aufzeichnung in die Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik, USZ zurückzubringen. Gleichzeitig mit dem Armband erhalten Sie die Röhrchen zur Gewinnung von Speichel aus Ihrem Mund. Die Gesamtmenge des zu entnehmenden Speichels entspricht weniger als zwei Teelöffel. Die Entnahme ist aufwand- und schmerzlos und sollte an einem Werktag ohne aussergewöhnliche körperliche Anstrengung an demselben Tag erfolgen. Die Speichelprobe soll zu sechs Zeitpunkten an einem Tag entnommen und direkt im Kühlschrank (bei 4° bis 8°) gelagert werden. Alle Teilnehmenden erhalten nach Zuordnung in eine Gruppentherapie Interventionen aus der ACT oder MIA durch eine erfahrene Ärztin oder Psychotherapeutin. Bei jedem Termin werden Sie gebeten, verschiedene Fragebögen auszufüllen (resp. beim ersten Termin sechs, beim zweiten bis sechsten Termin zwei und beim letzten Termin sechs Fragebögen). Sie werden gebeten, die Übungen (ACT oder MIA) zwischen den Terminen regelmässig zu Hause durchzuführen. Drei und sechs Monate nach der letzten Therapiesitzung werden Sie zudem gebeten, einen Fragebogen online auszufüllen, der Ihnen per E-Mail zugeschickt wird. Falls Sie der Wartegruppe zugeteilt wurden, werden Sie bei dem Termin vor und nach der Wartezeit gebeten, sechs Fragebögen auszufüllen. In der Zeit dazwischen wird Ihnen in regelmässigen Abständen (insgesamt 6-mal) ein Fragebogen per E-Mail zum Ausfüllen zugeschickt. Nach den mindestens 3 Monaten Wartezeit erhalten Sie ebenfalls eine Gruppentherapie (ACT oder MIA). Das Vorgehen nach Zuteilung in die Gruppentherapie entspricht demjenigen bei direkter Zuteilung in eine Gruppentherapie. Die Zuordnung zu ACT oder MIA erfolgt zufällig.

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass Ihre Daten bei Zustandekommen eines telefonischen Kontakts mit der Studienleitung bzw. den Studienmitarbeitenden registriert werden. Sollten Sie an einer Studienteilnahme nicht interessiert sein, werden Ihre Daten unverzüglich gelöscht.

Leitung

Sarah Lavinia Florence Schiebler, Dr. med.

Oberärztin, Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik

Spezialgebiete: Somnologist-Expert in Sleep Medicine, Diagnose und Therapie von Schlafstörungen, Psychosomatische Medizin, Spezialsprechstunde für Chronische Müdigkeit, Spezialsprechstunde für Angststörungen und Schwindel, Kognitive Verhaltenstherapie
Tel. +41 44 255 52 80

Sind Sie interessiert? Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Universitätsspital Zürich
Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik
Dr. med. Sarah Lavinia Florence Schiebler
Studienleitung

Tel. +41 44 255 52 80

Verantwortlicher Fachbereich

Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik