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Verhütung für Männer: Methoden, Sicherheit & Forschung

Männliche Verhütung: Welche Methoden sind sicher, und was ist noch in Erprobung? Die Urologie gibt einen Überblick über Kondom und Vasektomie, ordnet Hodenring und Cocooner ein und zeigt, wie weit die Forschung zur "Pille für den Mann" ist. Mit Pearl-Index, Wirksamkeit und Nebenwirkungen der einzelnen Methoden.

Verhütung ist eine gemeinsame Verantwortung, doch für Männer gibt es bisher nur zwei zugelassene Methoden. Hier erfahren Sie, was sicher ist, was nicht empfohlen werden kann und woran die Forschung arbeitet.

„Verhütung geht beide Partner etwas an. Wir möchten Männern verlässliche Informationen an die Hand geben, damit sie gemeinsam mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner eine informierte Entscheidung treffen können – und damit klar ist, welche Methoden wirklich geprüft sind und welche nicht.“

Dr. med. Octavia Klee, Klinik für Urologie, Universitätsspital Zürich

 

Zugelassene Methoden: Kondom und Vasektomie

Kondom

Das einzige Verhütungsmittel für den Mann, das zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen (inkl. HIV) schützt. Es ist sofort verfügbar und hormonfrei. Der Pearl-Index liegt bei 2–13 (2 bei perfekter Anwendung), die Sicherheit hängt also stark von der korrekten Anwendung ab.

Vasektomie

Bei diesem kleinen Eingriff werden die Samenleiter durchtrennt. Der Pearl-Index beträgt 0,04–0,15, damit ist sie eine der sichersten Methoden, ohne Einfluss auf Hormonhaushalt, Sexualfunktion oder Libido. Sie gilt als dauerhaft und sollte nur nach abgeschlossener Familienplanung gewählt werden. Eine Rückoperation ist möglich, aber nicht immer erfolgreich. Die Vasektomie wird am USZ durchgeführt.

Nicht geprüfte Methoden: Hodenring, Cocooner, Samenleiter-Schalter

  • Hodenring: fixiert die Hoden täglich über Stunden körpernah, um die Spermienproduktion durch Wärme zu hemmen.
  • Cocooner: eine Hodenklammer, die den Nebenhoden per Diathermie auf ca. 41,5 °C erwärmt.
  • Samenleiter-Schalter (Bimek SLV): ein mechanischer Schalter, der operativ in den Samenleiter eingesetzt wird.

Für alle drei Methoden gibt es keine verlässlichen Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit und keinen belastbaren Pearl-Index. Schmerzen, Verletzungen und dauerhafte Schäden sind möglich. Sie können nicht als sichere Verhütung empfohlen werden.

Pille für den Mann? Der Stand der Forschung

„Pille für den Mann“ ist ein Sammelbegriff: Bei den Methoden in der Forschung handelt es sich nicht nur um Tabletten, sondern auch um Gele, Injektionen und kleine Eingriffe, und sie wirken entweder hormonell oder hormonfrei. Die folgenden Methoden werden in Studien untersucht. Keine davon ist bisher zugelassen, ein Pearl-Index liegt noch nicht vor.

Methode Wirkprinzip Anwendung
NES/T-Gel (hormonell) Hemmt die Spermienproduktion, Testosteron hält den Hormonspiegel normal. Gel, täglich auf die Haut.
DMAU (hormonell) Hemmt die Spermienproduktion, Wirkung umkehrbar. Tablette, täglich.
YCT-529 (hormonfrei) Blockiert den Vitamin-A-Signalweg in den Hoden. Tablette, täglich.
TDI-11861 (hormonfrei) Macht Spermien sofort unbeweglich. Tablette, bei Bedarf.
Hydrogel-Blockade (hormonfrei) Gel verschliesst den Samenleiter, soll umkehrbar sein. Ambulanter Eingriff am Samenleiter.
Silodosin (Prostatamedikament) Samenerguss in die Blase («retrograd»). Medikament, ca. 3 Stunden vor dem Verkehr (off-label).

Zusammengefasst gibt es also bereits mehrere vielversprechende Ansätze, aber noch keine zugelassene Alternative zu Kondom und Vasektomie. Ob sie sicher, wirksam und umkehrbar sind, müssen die Studien zeigen.

Alle Details, Studienlage und Quellen finden Sie in unserer Broschüre:

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Häufig gestellte Fragen zu Verhütungsmittel für Männer

Aktuell sind das Kondom und die Vasektomie als sichere, medizinisch geprüfte Methoden verfügbar.

Ein Kondom schützt nur, wenn es richtig angewendet wird. Achten Sie auf Folgendes:

  1. Vorher prüfen: Ablaufdatum und CE-Kennzeichnung kontrollieren, das Kondom sachgerecht lagern und in der passenden Grösse wählen.
  2. Verpackung vorsichtig öffnen: nicht mit scharfen Gegenständen, damit das Kondom nicht beschädigt wird.
  3. Rechtzeitig überziehen: Das Kondom wird vor jedem sexuellen Kontakt (vaginal, oral, anal) über den erigierten Penis gerollt, nicht erst kurz vor dem Samenerguss.
  4. Bis zum Ende anwenden: Das Kondom bis nach dem Samenerguss tragen und nicht vorzeitig entfernen. Beim Zurückziehen am Rand festhalten, damit es nicht abrutscht.
  5. Nur einmal verwenden und danach im Abfall entsorgen.

Training zur korrekten Anwendung erhöht die Sicherheit. Typische Fehler sind verspätetes Überziehen, vorzeitiges Entfernen, Beschädigung, falsche Lagerung und eine ungeeignete Grösse.

Noch nicht. Mehrere hormonelle und nicht-hormonelle Wirkstoffe werden in Studien untersucht, sind aber noch nicht zugelassen.

Nein. Für den Hodenring gibt es keine verlässlichen Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit. Er kann nicht als sichere Verhütungsmethode empfohlen werden.

Grundsätzlich ja: Mit einer Rückoperation (Vaso-Vasostomie) können die Samenleiter wieder verbunden werden, um die Fruchtbarkeit wiederherzustellen. Der Eingriff ist aber nicht immer erfolgreich. Die Vasektomie gilt deshalb als dauerhafte Verhütung und sollte nur nach abgeschlossener Familienplanung gewählt werden.

Mehr zur Vasektomie

Verantwortliche Fachpersonen

Octavia Klee, Dr. med.

Assistenzärztin, Klinik für Urologie

Tel. +41 44 255 54 40

Franziska Maria Heining

Oberärztin i.V., Klinik für Urologie

Tel. +41 44 255 54 40

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