Breadcrumb Navigation

Story

Von der guten Idee zum Unternehmen

19. August 2022

Mit dem Health Innovation Hub fördert das USZ Innovationen im Gesundheitsbereich. Massgeschneidert von der Idee bis zum Markteintritt.

Am Anfang steht immer eine gute Idee. Viele gute Ideen scheitern jedoch schon früh an den nächsten Schritten zum Erfolg, weil ökonomisches Wissen, Kenntnisse des Marktes und Kontakte in die Industrie fehlen oder schlichtweg das Geld nicht vorhanden ist, um eine Idee weiterzuverfolgen und ihr zum Durchbruch zu verhelfen. Das gilt auch für innovative Forschung, Dienstleistungen und Produkte im Gesundheitswesen. Der Health Innovation Hub des USZ bietet genau hier Hilfestellung: mit Expertenwissen, Erfahrung, einem Netzwerk und mit finanzieller Unterstützung.

«Die Aufgabe des Health Innovation Hub ist es, Innovationen mit dem Potenzial zum Start-up oder Unternehmen zu fördern mit dem Ziel, das Leben von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Indem Ideen realisiert oder dank der Unterstützung schneller umgesetzt werden können», fasst Matthias Herrmann, Bereichsleiter Innovation Management & Startup Support und Verantwortlicher des Health Innovation Hub, zusammen. Der Health Innovation Hub versteht sich dabei als Dreh- und Angelpunkt, an dem viele Fäden zusammenlaufen. Gerade das, so Matthias Herrmann, mache die Stärke des Hubs aus. Die Idee eines solchen Förderprogramms bestand am USZ schon länger. Nach einer Konzeptphase, in der das Potenzial am USZ evaluiert wurde, wurde der USZ Health Innovation Hub im August 2019 durch den Bereich Innovation Management gegründet. Das Hub-Team vereint Erfahrung in Forschung, Spitalprozessen, Naturwissenschaften, Start-up-Gründungen und -Finanzierungen sowie fundierte Kenntnisse des Gesundheitsmarkts. Geförderte Projekte profitieren von diesem umfassenden Wissen und von der engen Zusammenarbeit mit internen Stellen und externen Expertinnen und Experten aus diesen Geschäftsfeldern.

Massgeschneiderte Unterstützung bis zum Durchbruch

Projekte, die in einer ersten Beurteilung alle Bedingungen erfüllen, werden in das Portfolio des Health Innovation Hub aufgenommen. Zusammen mit den Forscherinnen und Forschern wird dann eruiert, welche Unterstützung ein Projekt benötigt, und ein Projektplan festgelegt. «Der Bedarf unterscheidet sich dabei sehr und reicht von Informationen über den angestrebten Markt, über medizinisches Wissen, finanzielle oder juristische Unterstützung bis zum Zugang zu Forschungsdaten», so Matthias Herrmann. Im nächsten Schritt wird ein Businessplan erarbeitet, danach steht die Präsentation beim Expertenpanel und beim Innovation Board an, das abschliessend über die weitere Begleitung und Förderung durch den Hub entscheidet.

FimmCyte: ein neuer Behandlungsansatz bei Endometriose

Das Projekt FimmCyte hat diesen Prozess durchlaufen und vor Kurzem die Zusage für weitere Unterstützung erhalten. FimmCyte will in wenigen Jahren eine völlig neuartige Behandlungsmöglichkeit bei Endometriose entwickeln, die das eigene Immunsystem der Patientinnen nutzt, um das Endometriosegewebe gezielt und präzise zu zerstören. Als der Kontakt zum Health Innovation Hub im Juli letzten Jahres zustande kam, befand sich das Projekt noch in einer sehr frühen Phase. «Aufgrund der ersten aussichtsreichen Forschungsergebnisse stand aber schnell fest, dass ein Start-up gegründet werden sollte», erinnert sich Matthias Herrmann. Das Projekt benötigte dafür primär finanzielle Unterstützung sowie rechtliches Grundwissen über die Gründung einer Aktiengesellschaft, dazu gab es noch offene Fragen zur IP- und Regulations-Strategie. Der Health Innovation Hub legte deshalb zu Beginn den Schwerpunkt darauf, FimmCyte den Zugang zu Finanzierungsquellen zu verschaffen, indem das FimmCyte-Team für die Auswahlverfahren bei potenziellen Geldgebern beraten und vorbereitet wurde. Die weitere Beratung umfasste die rechtlichen Aspekte, die Verbesserungen der Projektpräsentation bis zur Unterstützung bei der Entwicklung einer Markenstrategie. In enger Zusammenarbeit durchlief FimmCyte zudem den Prozess und schaffte so auch die letzte Hürde beim Innovation Board. Anfang 2022 wurde das Unternehmen gegründet und befindet sich seither im Aufbau. Der Health Innovation Hub steht aber weiterhin im regelmässigen Austausch mit FimmCyte und unterstützt das junge Unternehmen weiterhin mit seinem Know-how.

Mit b-rayZ Mammographien verbessern

b-rayZ, eines der ersten Projekte, die begleitet wurden, war schon einige Schritte weiter, als der Kontakt zum Health Innovation Hub entstand. In diesem Projekt entwickelten Radiologinnen, Radiologen und Naturwissenschaftler die b-box, eine künstliche Intelligenz, die die Früherkennung von Brustkrebs verbessert, indem sie die Mammographien nach standardisierten Kriterien analysiert. «Die Informationen von b-box helfen schon während der Untersuchung, bessere Bilder zu machen, und sie unterstützen die Technikerinnen sowie die Radiologen bei der Auswertung der Aufnahmen», erklärt Cristina Rossi, eine der Gründerinnen. Die Mammographien werden dadurch genauer, und Gewebeveränderungen werden differenzierter erkannt. Dadurch sind weitere Abklärungen weniger nötig. Und bösartige Veränderungen werden mit grösstmöglicher Genauigkeit erfasst. «Das Projekt war technisch bereits sehr weit», erinnert sich Matthias Herrmann. «Auf der Business-Seite fehlten aber noch ein klares Konzept sowie die notwendigen Ressourcen.» Der Health Innovation Hub unterstützte b-rayZ in der Anfangsphase insbesondere in der Ausarbeitung von Anträgen für diverse Fördermittel und mit einem finanziellen Entwicklungsplan. Dazu wurden auch Pricing- und Fundraising-Strategien in mehreren Workshops ausgearbeitet. Das Jungunternehmen ist inzwischen auf Erfolgskurs: Es hat mehrere Preise gewonnen, Spitäler als Kunden akquiriert und sogar schon erfolgreich ins Ausland expandiert.

Starke Partner und ein grosses Netzwerk

«Ohne Gönner und Partner wäre der Health Innovation Hub in dieser Effizienz und Effektivität nicht umsetzbar», stellt Matthias Herrmann klar. «Eine besonders enge Zusammenarbeit pflegen wir mit der USZ Foundation. » Durch diese Zusammenarbeit entstand auch das Partnermodell des Hubs. Die Dr. Hans-Peter Wild Family Foundation ist Gründungspartner, die SWICA und die Zürcher Kantonalbank sind Pionierpartner des Hubs, zudem bewegt er sich in einem grossen Netzwerk akademischer Institutionen und im Schweizer «Innovations-Ökosystem». «In der Innovationswelt ist gerade sehr viel in Bewegung», erklärt Matthias Herrmann. «Im April wurde zum Beispiel der HealthTech Park Schlieren eröffnet, bei dem das USZ mit dem Health Innovation Hub und dem Clinical Trials Center auf allen Ebenen vertreten ist. Dazu laufen Initiativen des Kantons Zürich mit dem Blue Lion Incubator und eine nationale Initiative der Innosuisse.» Dass das USZ beim HealthTech Park Schlieren einen aktiven Beitrag als Gründungspartner mit Experten, als Unterstützer, im Vorstand und als Ansprechpartner leistet, wird dort sehr geschätzt. Und der Health Innovation Hub wird auch in der Gegenrichtung als Vermittler wahrgenommen: «Inzwischen melden sich schon Startups und Unternehmen, die an einer Zusammenarbeit mit Spezialistinnen und Experten aus dem USZ interessiert sind. Sehen wir darin Potenzial, versuchen wir auch in diese Richtung Türen zu öffnen.»

 

Mehr zur Zusammenarbeit des USZ Health Innovation Hub und der USZ Foundation

Verwandte Themen