Entzündungen und Infektionen im Mundraum sind häufig und verlaufen meist unkompliziert. Ihre Erreger oder die durch sie ausgelösten Entzündungsreaktionen können unter bestimmten Voraussetzungen Auswirkungen auf andere Organsysteme haben. Eine gute Mundhygiene und Zahnpflege helfen, dies zu verhindern.
Zahnfleisch- und Zahnwurzelentzündungen oder Entzündungen in der Mundhöhle sind häufig. Fast jeder und jede kann sich erinnern, wenigstens einmal daran gelitten zu haben. Häufig heilen sie von allein oder nach einer Zahnbehandlung ab. Dennoch sollte man Entzündungen im Mundraum Aufmerksamkeit schenken, denn gelangen Bakterien oder Entzündungsbotenstoffe beispielsweise aus entzündeten Zahnfleischtaschen in die Blutbahn, können sie auf diesem Weg zur Entstehung oder Verschlechterung bestimmter Erkrankungen beitragen.
Wie Mundbakterien in den Körper gelangen
Sobald im Mundraum eine Entzündung entstanden ist, reagiert das Immunsystem, und Abwehrmechanismen werden aktiviert. So werden die betroffenen Bereiche stärker durchblutet, damit mehr Immunzellen in den entzündeten Bereich gelangen, um die Erreger unschädlich zu machen. Gleichzeitig können Bakterien, Bakterienbestandteile und Entzündungsbotenstoffe über das entzündete Gewebe vorübergehend in den Blutkreislauf gelangen und sich im Körper verteilen.
Menschen ohne relevante Vorerkrankungen verkraften diese Streuung in der Regel problemlos. Bei Personen mit bestimmten Herzerkrankungen, insbesondere bei vorgeschädigten oder künstlichen Herzklappen, können die Erreger jedoch ernst zu nehmende Erkrankungen auslösen. «Studien geben Hinweise darauf, dass Herzklappenentzündungen und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch so verschleppte spezifische Mundbakterien ausgelöst werden könnten. Die Reduktion der Gefässfunktion durch diese Bakterien konnte nachgewiesen werden», sagt Isabella Sudano, Leitende Ärztin in der Klinik für Kardiologie und Spezialistin für kardiovaskuläre Risikofaktoren.