Aufgabe und Funktion der Prostata und des Prostatasekrets
Die Prostata ist ein kleines, aber sehr wichtiges Organ im männlichen Körper. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Produktion eines Teils der Samenflüssigkeit. Diese ist keine einfache „Beilage“. Das Prostatasekret schützt und versorgt die Spermien mit wichtigen Nährstoffen und Enzymen, die ihre Beweglichkeit und Überlebensfähigkeit steigern. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Spermien bei der Fortpflanzung erfolgreich sind.
Beim Samenerguss ziehen sich die Muskelfasern in der Prostata zusammen und drücken die produzierte Flüssigkeit gezielt in die Harnröhre. Dort vermischt sie sich mit den Spermien aus den Hoden sowie der Flüssigkeit aus den Samenbläschen. Diese Mischung bildet das Ejakulat.
Neben ihrer entscheidenden Rolle bei der Fortpflanzung hat die Prostata auch eine wichtige Funktion im Harntrakt. Sie umgibt den oberen Teil der Harnröhre, durch den der Urin aus der Blase nach aussen gelangt. Solange die Prostata gesund ist, hat sie kaum Einfluss auf das Wasserlassen. Vergrössert oder entzündet sie sich jedoch, kann sie den Harnfluss einschränken. Das kann zu Beschwerden wie häufigem Harndrang oder einem schwachen Harnstrahl führen.
Zusätzlich ist die Prostata an hormonellen Abläufen beteiligt, da sie auf männliche Geschlechtshormone (Androgene) reagiert und deren Wirkung verstärkt. Diese Hormone beeinflussen sowohl das Wachstum der Prostata als auch ihre Funktion.
PSA – das prostataspezifische Antigen: Funktion in der Prostata
PSA ist ein spezielles Enzym, das von den Zellen der Prostata produziert wird. Es gehört zur Samenflüssigkeit und hat eine wichtige Aufgabe: Es hilft dabei, das Ejakulat nach dem Samenerguss flüssiger zu machen. So können sich die Spermien besser bewegen und haben eine höhere Chance, eine Eizelle zu erreichen. Demnach sorgt PSA also dafür, dass der Samen nicht zu dickflüssig ist und die Spermien frei schwimmen können.
Im Blut kann PSA in kleinen Mengen nachgewiesen werden. Ein erhöhter PSA-Wert kann ein Hinweis auf Veränderungen oder Erkrankungen der Prostata sein, wie zum Beispiel eine Entzündung, eine gutartige Vergrösserung oder Prostatakrebs. Deshalb wird PSA oft als wichtiger Wert bei der Prostatavorsorge verwendet.
Die Aufgabe der Prostata im Hormonstoffwechsel (DHT)
Die Prostata ist ein hormonabhängiges Organ, das heisst: Sie reagiert besonders auf männliche Geschlechtshormone, die sogenannten Androgene. Das wichtigste Androgen ist das Testosteron, das hauptsächlich in den Hoden produziert wird.
In der Prostata wird Testosteron durch ein Enzym in eine stärkere Form umgewandelt, das Dihydrotestosteron (DHT). Dieses Hormon ist entscheidend für das Wachstum, die Entwicklung und die Funktion der Prostata. Es sorgt dafür, dass die Drüsenzellen aktiv bleiben und die Prostatasekrete produziert werden.
Die Prostata ist stark vom männlichen Hormonstoffwechsel abhängig. Das Gleichgewicht der Androgene reguliert ihr Wachstum und ihre Funktion, weshalb Veränderungen im Hormonhaushalt die Gesundheit der Prostata beeinflussen können.
Wie unterstützt die Prostata die Ejakulation?
Die Prostata spielt eine zentrale Rolle beim Samenerguss. Sie produziert ein spezielles, milchiges Sekret, das wichtige Bestandteile wie Enzyme (z. B. PSA), Zink und Zitronensäure enthält. In der Harnröhre vermischt sich dieses Sekret mit den Spermien aus den Hoden und dem Sekret der Samenbläschen. Zusammen bilden sie das Ejakulat.
Während des Orgasmus zieht sich die glatte Muskulatur der Prostata rhythmisch zusammen und presst das Prostatasekret aktiv in die Harnröhre. Gleichzeitig sorgt ein Schliessmechanismus dafür, dass kein Urin in das Ejakulat gelangt und das Ejakulat nicht zurück in die Blase fliesst. So trägt die Prostata entscheidend zur Fortpflanzungsfunktion bei, indem sie das Ejakulat vollständig und gezielt freisetzt.