Darm – Aufbau, Funktion, Krankheiten

Der Darm ist ein wichtiger Teil unseres Verdauungssystems, der aus zwei Hauptteilen besteht: Dünndarm und Dickdarm. Er verarbeitet die Nahrung, die wir täglich essen, und nimmt die Nährstoffe auf. Ausserdem sorgt er dafür, dass schädliche Stoffe wieder ausgeschieden werden. Im Darm tummeln sich Milliarden von Bakterien als nützliche Helfer. Eine intakte Darmflora ist daher besonders wichtig für unsere Verdauung und für ein starkes Immunsystem. Der Darm kommuniziert sogar mit dem Gehirn und kann so unser Wohlbefinden beeinflussen. Viele gute Gründe also, um auf eine gute Darmgesundheit zu achten.

Was ist der Darm?

Der menschliche Darm ist ein ziemlich langer Schlauch, der sich durch den gesamten Bauchraum schlängelt. Er startet am Magen und reicht bis zum Enddarm, dem After. Der Darm wird in verschiedene Abschnitte unterteilt, die für unterschiedliche Aufgaben zuständig sind. Der Dünndarm ist vor allem für die Nahrungsverwertung wichtig. In ihm werden die Nährstoffe, die wir über die Nahrung aufnehmen, in verwertbare Einzelteile zerlegt und dann über die Dünndarmwand in den Körper aufgenommen. Zu diesen Nährstoffen zählen Kohlenhydrate, Fette und Eiweisse. Wenn sie in einzelne Bestandteile aufgespalten sind, kann der Körper sie zur Energiegewinnung und für seinen Stoffwechsel nutzen.

Darmmikrobiom – bei jedem Menschen einzigartig

Der Darm beherbergt aber noch unzählige unsichtbare Mitbewohner – nämlich Milliarden von unterschiedlichsten Bakterien, welche die Darmmikobiota bilden. Diese ist bei jedem Menschen einzigartig! Jeder Mensch besitzt eine andere Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm, auf die auch unsere Ernährungsweise einen Einfluss hat. Die winzigen Mikroben sind wichtig, damit sich der Körper besser gegen krankmachende Keime zur Wehr setzen kann. Ausserdem stellen manche Mikroorganismen im Darm Vitamine her, zum Beispiel Vitamin K (für die Blutgerinnung) und verschiedene B-Vitamine wie B1, B2, B5, Biotin oder Folsäure oder Botenstoffe für das Gehirn wie Dopamin und GABA.

Mikrobiom-Diagnostik in der Prävention – ist das sinnvoll?

Darm: Baustein des Immunsystems

Der Darm produziert zudem einige Hormone. Sie regen die Bildung und Abgabe von Gallen- und Bauchspeicheldrüsensäften an, die bei der Verdauung eine wesentliche Rolle spielen. Zu diesen Hormonen zählen Gastrin (Produktion der Magensäure), Leptin (Fettaufnahme) oder Ghrelin („Hungerhormon“). Auch ein Grossteil der Immunzellen (ca. 70 Prozent der Immunzellen des menschlichen Körpers) befindet sich im Darm. Er gilt als grösstes immunologisches Organ in unserem Organismus und ist ein wichtiger Pfeiler der Immunabwehr.

Wenn Ihr Darm nicht richtig funktioniert und arbeitet, kann Ihr Wohlbefinden darunter leiden. Unangenehme Verdauungsprobleme wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung kennen wohl die meisten Menschen. Auch verschiedene Krankheiten können sich im Darm entwickeln, zum Beispiel Darmpolypen, das Reizdarmsyndrom (RDS), chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) oder Darmkrebs. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung ist das beste Rezept, um Ihren Darm gesund zu erhalten.

Wo liegt der Darm im Körper?

Der Darm liegt bei der Frau und beim Mann in der Region unterhalb des Magens und füllt fast die gesamte Bauchhöhle aus. Er ist viele Meter lang und durchzieht den Bauchraum im menschlichen Körper in mehreren Kurven und Schlangen.

Der Darm lässt sich grob in zwei Hauptabschnitte gliedern:

  • Der Dünndarm liegt in der Mitte des Bauchraums zwischen Magenausgang und Dickdarm. Er bildet mehrere Windungen und Schlingen, schliesst sich direkt an den Magen an und nimmt die im Magen vorverdaute Nahrung auf.
  • Im rechten Unterbauch geht der Dünndarm jetzt in den Dickdarm über. Wie eine Art „Rahmen“ liegt der Dickdarm im Bauchraum um den Dünndarm herum. Es gibt einen aufsteigenden, einen horizontalen und einen absteigenden Teil. Der Dickdarm endet im linken Unterbauch mit dem Sigma (einem S-förmigen Abschnitt), dem Enddarm (Mastdarm), Analkanal und dem After (Anus) mit einem Schliessmuskelsystem. Über den Anus gelangen unverdaute Nahrungsreste mit dem Stuhl nach draussen.

Darm-Anatomie: Woraus besteht der Darm?

Der Darm besteht aus zwei Hauptabschnitten – dem Dünndarm und dem Dickdarm. Diese lassen sich wiederum in weitere Unterabschnitte gliedern. Die Teile des Darms haben verschiedenste „Jobs“ zu erledigen.

Wie ist der Dünndarm aufgebaut und wo liegt er?

Im Dünndarm wird die im Magen vorverdaute Nahrung weiter aufgespalten. Die entstandenen Nährstoffe kann der Körper jetzt über die Schleimhaut des Dünndarms ins Blut aufnehmen. Mit dem Blutstrom erhalten Organe und Gewebe diese Nährstoffe und können sie dann für ihren Stoffwechsel nutzen.

Die Innenwand des Dünndarms ist stark gefaltet und besitzt somit eine sehr grosse Oberfläche (so gross wie zwei Tennisplätze). Dieses Prinzip der „Oberflächenvergrösserung“ sorgt dafür, dass sich genügend Mengen an Nährstoffen aufnehmen lassen, welche die Organe und Gewebe für ihre Tätigkeit brauchen. Auf der Dünndarmschleimhaut befinden sich zusätzlich kleine Erhebungen, sogenannte Darmzotten. Im Dickdarm fehlen sie übrigens. Diese Darmzotten sind vor allem für die Aufnahme (Resorption) von Nährstoffen in den Körper zuständig.

Der Dünndarm ist ungefähr drei bis fünf Meter lang und lässt sich wiederum in drei Abschnitte unterteilen:

  1. Zwölffingerdarm (Duodenum) – er liegt im Oberbauch und ist etwa 30 Zentimeter lang. Die Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse münden jeweils über Gänge in den Dünndarm und geben ihre Säfte dorthin ab.
  2. Leerdarm (Jejunum) – er liegt im Mittelbauch und bildet viele Schlingen
  3. Krummdarm (Ileum) – er befindet sich ebenfalls im Unterbauch und besitzt viele Schlingen.
Illustration Anatomie Dünndarm

Anatomie des Dünndarms

Wie ist der Dickdarm aufgebaut und wo liegt er?

Im rechten Unterbauch geht der Dünndarm in den Dickdarm über. Dieser ist ungefähr einen bis anderthalb Meter lang und „rahmt“ den Dünndarm wie ein Viereck ein. Es gibt einen aufsteigenden Teil (Kolon ascendens), einen horizontalen Teil (Querdarm oder Colon transversum) und einen absteigenden Teil (Kolon descendens).

Der absteigende Teil des Dickdarms macht im linken Unterbauch eine leichte S-Kurve. Dieser Abschnitt heisst S-Darm (auch Sigma, Sigmoid oder Kolon sigmoideum). An den S-Darm schliesst sich dann der Mastdarm oder Enddarm (Rektum) an. Schliesslich folgen noch der Analkanal und After (Anus) – die Verbindung des Darms nach aussen.

Der Dickdarm besitzt einen grösseren Durchmesser als der Dünndarm – daher rührt auch sein Name. Er besitzt diese Abschnitte:

  • Blinddarm (Caecum) und Wurmfortsatz (Appendix): Der Blinddarm liegt im rechten Unterbauch und bildet am Anfang des Dickdarms eine Darmschleife. Diese endet blind im Wurmfortsatz. Besonders bekannt ist der Wurmfortsatz, weil er sich entzünden und eine schmerzhafte Blinddarmentzündung (Appendizitis) auslösen kann.
  • Grimmdarm (Colon): Dieser ist der längste Teil des Dickdarms. Optisch ähnelt er einem umgedrehten „U“ oder einem „Rahmen“ um den Dünndarm herum. Der letzte Teil des Grimmdarms ist der S-Darm.
  • Mastdarm oder Enddarm (Rektum): Er ist nur vergleichsweise kurz, nur ungefähr 15 bis 20 Zentimeter lang und endet im After (Anus). Der Mastdarm besitzt ein besonderes Verschlusssystem, das ihn nach aussen hin „abdichtet“. So geht der Stuhl nicht unkontrolliert „verloren“. Dieses sogenannte Kontinenzorgan besteht aus mehreren Muskeln, unter anderem dem Schliessmuskel. Darüber befördert der Körper den gesammelten und unverdauten Darminhalt nach draussen.
Illustration Aufbau Dickdarm

Aufbau des Dickdarms

Darmschleimhaut und Darmmuskulatur

Der Darm besitzt eine Darmschleimhaut, die seinen Innenraum wie eine „Tapete“ auskleidet. Über die Darmschleimhaut nimmt unser Körper die aufgespaltenen Nährstoffe ins Blut auf. Darmzotten auf der Schleimhaut helfen bei der Resorption der Nährstoffe mit. Der Blutstrom ist das Transportmittel, mit dem die Nährstoffe zu allen Organen und Geweben gelangen.

Die Darmwand selbst verfügt über kräftige Darmmuskulatur. Sie ist wichtig, damit der Transport des Nahrungsbreis nicht ins Stocken gerät. Auch besitzt der Darm viele Nerven, die Reize weiterleiten. Dies ist auch der Grund, warum sich Stress oder Ärger auf den Darm schlagen können. Verdauungsprobleme wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung können die unangenehmen Folgen sein. Psyche und Verdauung sind also eng miteinander verknüpft.

Darmflora  

Daneben beherbergt der Darm viele Milliarden Darmbakterien, die wir weder sehen noch im Alltag spüren können. Sie bilden die Darmmikrobiota. Die Darmmikrobiota besteht aus normalerweise aus „guten“ Bakterien, die der Gesundheit helfen. Es können sich aber auch “krankmachende“ Bakterien ansiedeln, die verschiedene Erkrankungen hervorrufen können.

Durch verschiedene Einflüsse kann die Darmmikrobiota jedoch aus der Balance geraten. So töten zum Beispiel Antibiotika krankheitsauslösende, aber auch schützende Bakterien ab.

Der Darm ist zudem ein „Quartier“ für Immunzellen, die ein wesentlicher Teil des Immunsystems sind. Forschende gehen heute davon aus, dass diese Immunzellen auch über verschiedenen Botenstoffe mit unserem Gehirn in Verbindung stehen. Der Begriff „Darm-Hirn-Achse“ beschreibt diese Verbindung ganz gut. Dahinter steckt ein komplexes System, welches über verschiedene Wege Informationen austauscht. Auch die Darmmikrobiota ist in diese Kommunikation mit eingebunden.

So könnten zum Beispiel neurologische Krankheiten wie eine Demenz, die sich vor allem im Gehirn abspielt, auch mit dem Darm zusammenhängen. Darmbakterien produzieren zum Beispiel Substanzen, die sich auch auf das Gehirn auswirken können.

Aufgabe und Funktion des Darms

Die wichtigste Aufgabe des Darms ist die Verwertung der aufgenommenen Nahrung. Alle Organe und Gewebe unseres Körpers – vom Herz bis zum Gehirn – brauchen jeden Tag verschiedenste Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe für ihren Energiestoffwechsel. Nur so können sie gut arbeiten und ihre Aufgaben erfüllen. Der Darm hilft bei der weiteren Aufspaltung der Nahrung, die aus dem Magen kommt, mit. So sind die notwendigen Nährstoffe für unseren Körper verfügbar.

Eine weitere Aufgabe des Darms ist es, jene Nahrungsbestandteile, die wir nicht verdauen und verwerten können, über den Stuhl nach aussen zu befördern. Der Darm ist also nicht nur eine gute „Verwertungsanlage“, sondern dient auch als eine Art „Müllabfuhr“.

Aufgaben des Dünndarms

Aus dem Magen kommt der Nahrungsbrei im Dünndarm an und bleibt dort über mehrere Stunden. Spezielle Enzyme – das sind kleine „Biokatalysatoren“ – spalten die Nahrungsbestandteile in Nährstoffe auf, die der Organismus verwerten und für seinen Stoffwechsel nutzen kann. Diese Enzyme für die Verdauung bildet zum Beispiel die Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Mit den Verdauungssäften gelangen sie in den Dünndarm. Dazu kommen die Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase und Darmsekrete, die den Enzymen bei der „Zerlegung“ der Nahrung helfen.

Kohlenhydrate zerlegen die Enzyme in Zucker, Eiweisse in Aminosäuren und Fette in Fettsäuren. Auch Vitamine und Salze nimmt unser Körper über die Schleimhaut im Dünndarm auf und transportiert sie über die Blutbahnen zu anderen Organen und Geweben. Die Darmzotten im Dünndarm haben die Aufgabe, bei der Resorption von Nährstoffen mitzuhelfen.  Der Darm gibt ausserdem Schleim ab. Dieser soll verhindern, dass die Enzyme die Darmschleimhaut angreifen.

Zellen in der Dünndarmwand bilden zudem Hormone. Sie regen zum Beispiel die Produktion der Galle oder des Pankreassaftes an. Im Gehirn sorgen einige Hormone dafür, dass ein Sättigungsgefühl entsteht und wir nicht immer weiter essen.

Im Dünndarm entzieht der Organismus dem Nahrungsbrei schon einen Grossteil des Wassers und dickt ihn ein. Das Wasser gelangt aus dem Darminneren ins Blut. Durch diesen Wasserentzug ist der Darm auch an der Regulation des Wasserhaushalts beteiligt.

Die Darmmuskulatur hat die Aufgabe, den Nahrungsbrei durch rhythmische Bewegungen zu durchmischen und ihn Stück für Stück in Richtung Dickdarm zu befördern.

Aufgaben: Dickdarm

Der Blinddarm ist der erste Teil des Dickdarms und verbindet ihn mit dem Dünndarm. Der Blinddarm hat die Aufgabe, den Nahrungsbrei weiter zu transportieren und zu verhindern, dass er zurückfliesst. Ausserdem gibt es dort viele Lymphgefässe, weshalb der Blinddarm auch als Abwehrorgan dient. Er beseitigt eindringende „Krankmacher“.  Der Dickdarm hat verschiedene Aufgaben – ein Überblick:

Nahrungsbrei eindicken

Eine sehr wichtige Funktion ist, dem flüssigen Speisebrei weiter Wasser und Salze zu entziehen und ihn noch mehr einzudicken. Der Darminhalt verfestigt sich somit immer weiter. Gleichzeitig mengt der Dickdarm dem Speisebrei Schleim bei, damit er besser gleitfähig ist und sich leichter weitertransportieren lässt.

Die Muskulatur unseres Dickdarms vollführt wellenartige Bewegungen. Diese sorgen dafür, dass der Nahrungsbrei Stück für Stück in Richtung Darmausgang gelangt. „Darmperistaltik“ ist der medizinische Begriff dafür. Wenn die unverdaute Nahrung schliesslich unseren Enddarm erreicht hat, setzt der Stuhldrang ein: Das Gefühl entsteht, zur Toilette zu müssen und den Darm zu entleeren. Die nicht verdaute Nahrung gelangt dann als Stuhl nach aussen.

Wie oft ein Mensch Stuhlgang hat, ist individuell sehr verschieden. Manche entleeren ihren Darm einmal pro Tag, manche dreimal und manche auch nur wenige Male pro Woche. Die Häufigkeit hängt vor allem davon ab, wie viele Ballaststoffe wir mit der Nahrung aufnehmen. Eine ballaststoffreiche Ernährung, zum Beispiel aus Obst, Gemüse, Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten, fördert die Darmtätigkeit und unterstützt die Darmgesundheit.

Vitamine aufnehmen

Der Dickdarm hat zusätzlich die Aufgabe, Vitamine aufzunehmen, zum Beispiel Folsäure und Vitamin B12. Vitamine sind ganz allgemein für unseren Körper unentbehrlich. Der Dickdarm beherbergt ausserdem Milliarden von Bakterien. Diese Darmmikrobiota hat ebenfalls verschiedene Aufgaben. Die Bakterien leben zum Beispiel von jenen Nahrungsbestandteilen, die für uns unverdaulich und nicht verwertbar sind. Manche Bakterien stellen wichtige B-Vitamine wie Biotin oder Folsäure sowie Vitamin K (z.B. Escherichia coli, Lactobacillus acidophilus) her. Eine intakte Darmflora hält ausserdem „schädliche“ Bakterien in Schach. Sie können sich nicht richtig ansiedeln, übermässig vermehren und ausbreiten. Achten Sie daher besonders gut auf Ihre Darmgesundheit.

„Krankmacher“ abwehren

Der Dickdarm ist – wie der Dünndarm – ein Teil des Immunsystems und gilt als wichtiges „Immunorgan“. Die Immunzellen im Darm sind darauf spezialisiert, „krankmachende“ Bakterien zu erkennen und zu bekämpfen. Sie befinden sich in der Bindegewebsschicht der Darmschleimhaut, kommunizieren über Botenstoffe miteinander und bilden Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper. Diese Informationen gelangen über das Blut- und Lymphsystem auch zu anderen Immunzentren des menschlichen Körpers.

Kommunikation herstellen

Ausserdem sind in der Darmwand viele Nervenzellen lokalisiert. So kann Ihre psychische Verfassung auch den Darm beeinflussen. Wenn Sie häufig gestresst sind oder viel Ärger haben, können Verdauungsprobleme wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung entstehen.

Darm – Krankheiten und Infektionen

Im Darm können verschiedene Krankheiten und Infektionen entstehen. Medizinische Fachleute bringen eine gestörte Mikrobiota mit Krankheiten wie entzündlichen Darmerkrankungen, Allergien, Diabetes, Depressionen oder neurologischen Erkrankungen wie einer Demenz in Verbindung.

Erkrankungen von Magen und Darm können unterschiedliche und meist sehr unangenehme Symptome auslösen. Einige Beispiele: Blähungen („Blähbauch“), Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder Durchfall. Dazu können weitere Symptome wie Fieber, Müdigkeit und Abgeschlagenheit vorkommen. Lesen Sie die wichtigsten Erkrankungen des Darms im Überblick.

Darminfektionen

Infektionen im Darm, zum Beispiel eine „Magen-und Darm-Grippe“, zählen zu den häufigsten Ursachen von Darmbeschwerden. Die Erreger können verschieden sein und lassen sich zum Beispiel durch einen Stuhltest nachweisen.

Häufige Auslöser von Darminfektionen sind:

  • Bakterien, z. B. Salmonellen, Campylobacter, E. coli wie Enterohämorrhagisches Escherichia coli (EHEC), Staphylokokken, Vibrio cholerae (Cholera). Hier können Antibiotika helfen, die gegen die krankmachenden Bakterien vorgehen.
  • Viren, z. B. Noroviren, Rotaviren – viele sprechen umgangssprachlich von einer „Magen-Darm-Grippe“, wenn Viren am Werk sind. Die Symptome eine Magen-Darm-Grippe können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sein. Bei solchen Durchfall-Erkrankungen verliert der Körper viel Wasser und Salze. Ein Ausgleich des Wasser- und Elektrolythaushalts ist daher sehr wichtig.
  • Würmer, z. B. Band-, Faden- der Saugwürmer
  • Einzeller wie Giardia lamblia (Lamblien) – die Erreger können eine Giardiose (Lambliose) mit Durchfall auslösen.

Mit Darmerregern können Sie sich auf verschiedenen Wegen infizieren, beispielsweise über verdorbenes Essen oder über den Kontakt mit infizierten Menschen. Anstecken können Sie sich mit den krankheitsauslösenden Keimen unter anderem beim Händeschütteln oder wenn Sie infizierte Gegenstände berühren. Je nach Erreger können die Symptome verschieden sein, zum Beispiel Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit oder Fieber.

Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Bei einer Appendizitis ist nicht der Blinddarm selbst, sondern der Wurmfortsatz (Appendix) entzündet.  Die Ursachen und Entstehung der Blinddarmentzündung sind noch weitgehend unklar. Ärztinnen und Ärzte vermuten aber, dass Kotstücke im Wurmfortsatz für die Entzündung verantwortlich sind. Der Wurmfortsatz verengt und entzündet sich. Die Appendizitis kommt oft bei jungen Erwachsenen vor und gilt als häufige Erkrankung. Viele fragen sich bei einer Blinddarmentzündung, was sie tun sollen: Um eine Operation kommen die meisten Menschen nicht herum.

Chronisch-entzündliche Darmkrankheiten (CED)

Zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zählen zum Beispiel Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Sie gehören zu den sogenannten Autoimmunkrankheiten, bei denen der Organismus irrtümlich körpereigene Strukturen angreift und zerstört – in diesem Fall richtet sich der Angriff gegen den Darm.

Beide Arten der Darmentzündung besitzen viele Gemeinsamkeiten, weshalb sie nicht ganz leicht zu unterscheiden sind. Es gibt aber auch einige Unterschiede. So betrifft die Colitis ulcerosa meist nur den Dickdarm und löst eine Dickdarmentzündung aus. Morbus Crohn kann dagegen den gesamten Verdauungstrakt in Mitleidenschaft ziehen. Eine Darmentzündung kann mit verschiedenen Symptomen einhergehen, zum Beispiel mit übelriechenden („stinkenden“) Blähungen.

Was Sie bei einer Darmentzündung tun können, hängt immer von der Ursache ab. Chronische Darmentzündungen lassen sich mit verschiedenen Strategien behandeln, zum Beispiel mit Medikamenten oder einer Operation. Auch Sie selbst können etwas tun, zum Beispiel durch Ihre Ernährung. Ausserdem kann die Darmentzündung durch Stress „befeuert“ werden. Hier können Entspannungsmethoden hilfreich sein.

Dickdarmpolypen

Dickdarmpolypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut im Dickdarm. Meist sind sie harmlos, aber sie können mit der Zeit in Darmkrebs (Kolonkarzinom) übergehen. Im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie) lässt sich ein Dickdarmpolyp aufspüren und gleichzeitig entfernen. Dann kann Darmkrebs meist gar nicht entstehen. Die Darmkrebsfrüherkennung ist daher besonders wichtig! Für Männer und Frauen in der Schweiz ist sie ab dem 50. Lebensjahr empfohlen.

Divertikel und Divertikulitis

Im Darm können sich Ausstülpungen bilden, sogenannte Divertikel. Diese Divertikel im Darm stülpen sich nicht ins Darminnere hinein, sondern ragen nach aussen vor. Meist bilden sich die Ausstülpungen im letzten Teil des Dickdarms, im sogenannten Sigma. Diese gutartige Erkrankung heisst Divertikulose. Die Divertikel können sich jedoch entzünden und in einer Divertikulitis münden.

Reizdarmsyndrom (IBS/RDS)

Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Störung des Darms, für die Ärztinnen und Ärzte mittels „normaler“ Untersuchungsmethoden keine organische Ursache finden können. Die Erkrankung heisst auch Reizkolon, Colon irritable oder nervöser Darm. Ein Reizdarmsyndrom kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und den Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Frauen leiden häufiger am Reizkolon als Männer.

Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)

Die Zöliakie zählt zu den Autoimmunkrankheiten. Dabei reagiert der Körper fälschlicherweise auf das normalerweise harmlose „Klebereiweiss“ Gluten. Dieses ist in Getreide und Getreideprodukten (z. B. aus Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste) enthalten. Die Zöliakie betrifft meist den Dünndarm, kann sich aber auch an anderen Organen zeigen.

Die Aufnahme von Gluten löst eine Entzündung in der Darmschleimhaut aus, meist im Dünndarm. Die Darmzotten bilden sich bei dieser Dünndarm-Krankheit zurück und die Oberfläche des Dünndarms verringert sich. Somit kann der Dünndarm nicht mehr genügend Nährstoffe aufnehmen. So erleben Betroffene im Laufe ihrer Erkrankung mehr oder weniger starke Nährstoffdefizite.

Kurzdarmsyndrom

Das Kurzdarmsyndrom kann entstehen, wenn nach einer Operation ein Teil des Dünndarms fehlt. So sind zum Beispiel bei Menschen mit Morbus Crohn manchmal umfangreichere Operationen und die Entfernung von Darmabschnitten nötig. Manchmal fehlt auch ein Teil des Darms bei Neugeborenen und sie leiden von Geburt an unter dem Kurzdarmsyndrom. Durch den fehlenden Darmabschnitt sind die Aufnahme und Verwertung der Nährstoffe eingeschränkt. Betroffene müssen ihre Ernährungsweise an die verminderte Nährstoffaufnahme anpassen. Sie sollten sich ernährungsmedizinisch beraten lassen.

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Dies ist ein gut durchblutetes Gefässpolster, welches den Analkanal umgibt und diesen zusammen mit der Muskulatur am Darmausgang verschliesst. Bei manchen Menschen sind die Hämorrhoiden jedoch vergrössert und verursachen verschiedene Symptome, zum Beispiel hellrotes Blut auf dem Stuhl oder Juckreiz. Die Ursache der Hämorrhoiden ist vor allem die Verstopfung (Obstipation). Als Risikofaktoren dafür gelten eine ballaststoffarme Ernährung, häufiges und langes Sitzen, Bewegungsmangel oder genetische Faktoren.

Durchblutungsstörungen des Darms

Bei Durchblutungsstörungen des Darms ist seine Blutversorgung eingeschränkt. Die Zellen bekommen dann nicht mehr genügend Blut und damit Sauerstoff und Nährstoffe. Die Ursache einer akuten Durchblutungsstörung kann zum Beispiel ein Blutgerinnsel (Thrombus) sein. Eine Durchblutungsstörung kann auch chronisch sein. Angina abdominalis heisst dieses Krankheitsbild. Hier sind die Arterien im Darm verkalkt oder verengt und der Darm ist nicht mehr genügend durchblutet.

Darmverschluss

Ein Darmverschluss ist lebensgefährlich und immer ein Notfall, bei dem Ärztinnen und Ärzte schnell handeln müssen. Bei einem Darmverschluss stockt der Transport des Nahrungsbreis, von Flüssigkeiten und Verdauungssekreten. Manchmal kommt die Beförderung auch ganz zum Erliegen. Der Grund dafür ist eine Blockade oder ein Hindernis im Darm. Einige Beispiele:  Narbengewebe nach einem chirurgischen Eingriff, Tumore oder Hernien – hier treten Eingeweide, etwa Teile des Darms, durch eine Lücke in der Bauchwand hervor.

Die Anzeichen bei einem Darmverschluss können starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Verstopfung sein. Suchen Sie bei solchen Anzeichen immer umgehend ärztliche Hilfe.

Darmkrebs

Darmkrebs ist ein bösartiger Tumor, der im Dickdarm (Kolonkarzinom) oder im Enddarm (Rektumkarzinom) entsteht. In der medizinischen Sprache heisst diese Krebsart auch kolorektales Karzinom oder Kolorektalkarzinom. In der Mehrzahl der Fälle (ca. 90 Prozent) entwickelt sich Darmkrebs aus einem gutartigen Darmpolypen. Eine gesunde Zelle kann entarten und sich zu einer Krebszelle entwickeln. Dieser Prozess der Umwandlung von „gutartig“ zu „bösartig“ kann bis zu zehn Jahre dauern. Daher ist auch die Darmkrebsfrüherkennung so wichtig.

Medizinischer Check-Up

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