Mit den klassischen Kinderwunsch-Behandlungsmethoden können wir diese Reduktion leider nicht voll ausgleichen. Wenn Sie aber rechtzeitig Eizellen einfrieren, kann Ihre Fruchtbarkeit über diesen Zeitraum hinaus erhalten werden.
In der Schweiz dürfen Eizellen zehn Jahre gelagert werden. Bei einem Kinderwunsch in fruchtbarem Alter würden Sie zunächst versuchen, ohne unsere Unterstützung schwanger zu werden. Führt dies nicht zu einer Schwangerschaft, so können Sie gerne auf die für Sie eingefrorenen Eizellen zurückgreifen. Diese werden bei Bedarf aufgetaut und über eine ICSI – Behandlung eine Befruchtung angestrebt. So wird sichergestellt, dass wirklich nur ein Spermium in die Eizelle gelangt. Die resultierenden Embryonen können Ihnen dann in die Gebärmutter zurückgegeben werden.
Beim Social Freezing entsprechen Vorgehen, Chancen, Risiken und Kosten weitgehend der IVF. Sie können sich gerne dort orientieren. Im Unterschied zur IVF wird der Ablauf nach der Gewinnung der Eizellen jedoch unterbrochen und erst fortgesetzt, wenn Ihr Kinderwunsch aktuell wird.
Sicherheit
Unsere Kryotanks sind mit modernsten Sicherheitssystem ausgerüstet und rund um die Uhr steht ein kompetentes Team sofort für eventuelle Notfälle zur Verfügung. So sind Ihre wertvollen Eizellen jederzeit bestens geschützt. Die Einbindung in ein bewährtes, langjärig bestehendes und solides Unternehmen wie das USZ stellt sicher, dass Ihnen Ihre Eizellen wirklich zur Verfügung stehen, wenn Sie sie brauchen.
Zukunft planen – heute informieren
Sichern Sie heute Ihre Fruchtbarkeit für morgen – entscheiden Sie sich jetzt für Social Freezing. Vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch und gestalten Sie Ihre Familienplanung selbstbestimmt und vorausschauend.
Organisation und Kosten
Verständlicherweise möchten Sie im Vorfeld wissen, welche Kosten auf Sie zukommen.
Bei einem Social Freezing sind die Behandlungskosten ab Beginn der Hormonbehandlung von Ihnen selber zu tragen. Pro Behandlungszyklus müssen Sie in unserem Zentrum je nach Aufwand mit 4’500 bis 5’500 Franken rechnen. Ein Behandlungszyklus umfasst dabei die Durchführung und Überwachung der Hormontherapie (Stimulation) und die Gewinnung der Eizellen (Punktion). Hinzu kommen allfällige Kosten für das Einfrieren (Kryokonservierung) und Aufbewahren der Eizellen von 700 Franken und die jährliche Aufbewahrungsgebühr von 400 Franken.
Für die Reifung der Eizellen (Stimulation) benötigen wir Hormone. Die zusätzlichen Kosten dafür betragen je nach Produkt und benötigter Hormonmenge 1’000 bis 2’000 Franken.
Häufig gestellte Fragen: Vor der Behandlung
Ziel eines Einfrierens von Eizellen ist das fruchtbare Fenster bei Frauen zu verlängern. Idealerweise erfolgt dies, wenn die Eizellreserve und -qualität noch sehr gut ist. Leider ist dies nicht in allen Fällen möglich. Eine Messung von Hormonwerten wie das Anti-Müller-Hormon (FSH) und das Follikelstimulierende Hormon (FSH) in Kombination mit einem Ultraschall ermöglicht eine Einschätzung Ihrer Fruchtbarkeit. Diese bietet eine sinnvolle Grundlage für die Entscheidung bezüglich eines Einfrierens von Eizellen.
Die Fachgesellschaften in Europa und den USA empfehlen das Einfrieren von 20-30 Eizellen. Dabei spielt es natürlich eine grosse Rolle, wie Ihre individuellen Voraussetzungen sind und ob Sie sich ein oder mehrere Kinder wünschen.
In der Regel empfehlen wir zunächst abzuklären, mit wie vielen Eizellen Sie bei einer Behandlung rechnen dürfen, ggfs. eine Stimulationsbehandlung durchführen zu lassen und auf dieser Basis über eventuelle weitere Schritte zu entscheiden.
Im Rahmen eines Social Freezings gewonnene Eizellen dürfen maximal 10 Jahre gelagert werden.
Fragen und Antworten zur Stimulation
Bitte nehmen Sie Schilddrüsenmedikamente weiterhin ein.
Als Schmerzmittel sind während der Stimulation Dafalgan oder Paracetamol möglich. Alle weiteren Medikamente sprechen Sie bitte direkt mit Ihrer behandelnden Ärztin ab.
Sie dürfen bis zum 6. Tag der Stimulationsphase ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. 2-3 Tage später kommen Sie zu einem Ultraschalltermin. Bitte sprechen Sie dort mit der Ärztin das weitere Procedere ab.
Ja, gerne dürfen Sie auch während der Stimulationsphase sportlich aktiv sein. Ab dem 6. Stimulationstag wenn die Eierstöcke grösser werden, sollten Sie jedoch ruckartige Bewegungen (Tennis, Joggen etc.) vermeiden. Grundsätzlich bitte den Bauch/Unterleib schonen und schützen.
Aus dem Informationsblatt «Wichtigste Informationen zum Stimulationsablauf», welches Sie in der weissen Mappe bei der Planung der Behandlung erhalten haben, finden Sie den für Sie persönlich festgelegten Beginn und das Ende der Einnahme/Applikation.
Ja, während dieser Zeit treten häufiger bis zu Mens-starke Blutungen auf. Dies ist normal und kein Grund zur Beunruhigung.
Die Medikamente müssen mindestens 9 Tage gespritzt werden. Bei der Ultraschalluntersuchung wird die Ärztin jeweils mit Ihnen besprechen, ob und wie lange die Spritzen fortgesetzt werden müssen.
Spritzen in den Oberschenkel ist in Bezug auf die Handhabung deutlich angenehmer als in den Bauch. Die Aufnahme und Wirkung des Medikamentes erfolgt sehr zuverlässig.
Nutzung der eingefrorenen Eizellen
Nein, in der Schweiz dürfen eingefrorene Eizellen nur innerhalb einer Partnerschaft genutzt werden.
Wenn Sie und ihr Partner beide fruchtbar sind, würden Sie zunächst versuchen, spontan d.h. ohne unsere Unterstützung schwanger zu werden. Ist dies – je nach Alter – über 6-12Monate nicht möglich oder gibt es klare Hinweise auf Hindernisse (z.B. eine Unterbindung des Mannes), so können die eingefrorenen Eizellen genutzt werden.
Es müsste geprüft werden, ob alle Voraussetzungen für eine gesunde Schwangerschaft erfüllt sind. Hierzu gehört ein Abklären verschiedener Infektionen, eine Abklärung der Gebärmutterhöhle mittels Wasserultraschall (Hydrosonographie), Untersuchungen der Spermien sowie bei auffälligem Spermiogramm eine Vorstellung des Mannes bei einem Urologen. Liegen bei Ihnen Erkrankungen, die für eine Schwangerschaft von Bedeutung sind vor, so würden wir diese in die Abklärungen mit einbeziehen. Aus dieser Basis wird geprüft, ob eine Schwangerschaft grundsätzlich möglich ist und ob ggfs spezielle Massnahmen getroffen werden müssen.
Ein Einfrieren von Eizellen bedeutet daher nicht, dass ein Anrecht auf eine Schwangerschaft besteht. Idealerweise sollte daher bereits vor dem Einfrieren von Eizellen geklärt werden, ob grundsätzliche Bedenken in Bezug auf eine spätere Schwangerschaft bestehen.
Für das Auftauen der Eizellen der Befruchtung der Eizellen und die Zurückgabe eines Embryos entstehen Kosten von 2000-3000 CHF.
Um die gewonnenen Eizellen möglichst rasch und damit ohne die Entstehung schädigender Eiskristalle einfrieren zu können, müssen die die Eizelle umgebenden Ernährungszellen entfernt werden. Diese dienen bei einer eigenständigen Befruchtung der Eizellen durch Spermien als Filter, der verhindert, das mehr als ein Spermium in die Eizelle eindringen kann. Dringen mehrere Spermien in die Eizelle ein, so ist diese nicht wie gewünscht entwicklungsfähig. Daher muss ein Spermium direkt in die Eizelle eingebracht, d.h. eine ICSI-Behandlung durchgeführt werden.
Ein solche ICSI-Behandlung ist mit einer leicht höheren Fehlbildungsrate wie in der Natur verknüpft – wobei aktuell nicht klar ist, ob dies an den angewendeten Methoden oder an Besonderheiten der werdenden Eltern liegt.
Die hier durchgeführte Stimulationsbehandlung darf nicht mit dem Ziel einer Gewinnung von Eizellen für einen Transport ins Ausland erfolgen. Sollten Sie jedoch dauerhaft in ein anderes Land ziehen, so dürfen die gewonnenen Eizellen in dieses Land überführt werden.