Ablauf
Vor jeder Behandlung erfolgt eine umfassende Abklärung mittels MRI, CT und gegebenenfalls Katheterangiographie. Die Untersuchungsergebnisse werden anschliessend von Spezialistinnen und Spezialisten der Neurochirurgie, Neuroradiologie, Neurologie und Radiotherapie gemeinsam beurteilt. Darauf basierend wird ein individueller Behandlungsplan erstellt.
Mehr zum Krankheitsbild
Je nach Art der Gefässmissbildung kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten infrage:
Arteriovenöse Malformation (AVM)
Nicht jede AVM muss behandelt werden. Ob und welche Therapie sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel:
- Grösse und Lage der AVM
- Art der Beschwerden
- Blutungsrisiko
- Alter und persönliche Situation der Patientin oder des Patienten
Grundsätzlich stehen folgende Behandlungsoptionen zur Verfügung:
Beobachtung und regelmässige Kontrollen
Wenn eine AVM keine Beschwerden verursacht und das Blutungsrisiko als gering eingeschätzt wird, kann eine sorgfältige Beobachtung ausreichend sein. Dabei werden in regelmässigen Abständen Kontrolluntersuchungen durchgeführt, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Operative Entfernung
In den meisten Fällen kann eine AVM durch eine Operation vollständig entfernt werden. In diesen Fällen bietet die Operation eine sofortige Heilung der Erkrankung mit dauerhaftem Schutz vor einer Hirnblutung. Diese Behandlung wird durch Neurochirurginnen und Neurochirurgen durchgeführt, die in der operativen Behandlung von Hirn- und Rückenmarksgefässen hochspezialisiert sind.
Endovaskuläre Katheterbehandlung
Bei dieser Methode wird über ein Blutgefäss an Arm oder Bein ein sehr feiner Schlauch bis zu den veränderten Gefässen im Gehirn geführt, um krankhafte Gefässverbindungen gezielt zu verschliessen. Diese Behandlung wird in bestimmten Fällen unmittelbar vor einer Operation eingesetzt, um die operativen Risiken für Komplikationen zu senken. In bestimmten Fällen kommt sie auch als alleinige Therapie zum Einsatz, insbesondere wenn die AVM klein ist oder eine Operation aufgrund der Lage oder des Aufbaus der AVM mit zu hohen Risiken verbunden ist. Diese Behandlung wird durch Spezialistinnen und Spezialisten der interventionellen Neuroradiologie durchgeführt.
Gezielte Radiotherapie (stereotaktische Radiochirurgie)
Bei der Radiotherapie wird die AVM sehr präzise bestrahlt. Dadurch verschliessen sich die krankhaften Gefässe langsam über Monate bis Jahre. Diese Methode eignet sich vor allem für AVMs, die aufgrund ihrer Lage den anderen Behandlungsmethoden nicht zugänglich sind. Diese Behandlung wird durch die Expertinnen und Experten der Radio-Onkologie durchgeführt
Individuelle Therapieentscheidung
Häufig ist eine Kombination mehrerer Verfahren sinnvoll, um ein möglichst sicheres und gutes Ergebnis zu erreichen. Welche Behandlung, oder Behandlungskombination, am besten geeignet ist, wird immer individuell entschieden und ausführlich mit den Patientinnen und Patienten besprochen.
Unser Ziel ist es, bestehende Beschwerden zu behandeln und das Risiko einer Hirnblutung zu senken und gleichzeitig die Lebensqualität und Selbstständigkeit langfristig zu erhalten.
Durale arteriovenöse Fistel (dAVF)
Nicht jede dAVF muss sofort behandelt werden. Ob und welche Therapie sinnvoll ist, hängt vom individuellen Risiko und den Beschwerden ab.
Grundsätzlich stehen folgende Behandlungsoptionen zur Verfügung:
Beobachtung und regelmässige Kontrollen
Wenn eine dAVF das umgebende Gehirn durch den veränderten Blutfluss nicht beeinträchtigt und ein geringes Blutungsrisiko besteht, kann eine sorgfältige Beobachtung ausreichend sein. Das Ziel von regelmässigen Kontrolluntersuchungen ist es, mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Endovaskuläre Katheterbehandlung
Bei dieser Methode wird über ein Blutgefäss an Arm oder Bein ein sehr feiner Schlauch bis zur Fistel geführt, um die krankhafte Gefässverbindung gezielt zu verschliessen. Dies ist die häufigste Therapieform, kann in vielen Fällen die Fistel vollständig ausschalten und wird durch die interventionellen Neuroradiologinnen und Neuroradiologen durchgeführt.
Operative Behandlung
Eine operative Behandlung von dAVFs hat die höchste Chance auf eine endgültige Heilung der Erkrankung. Eine Operation ist allerdings nur bei bestimmten Fisteln möglich und sinnvoll, was insbesondere von der Lage und dem genauen Aufbau der Fistel abhängt. Diese Behandlung wird durch Neurochirurginnen und Neurochirurgen durchgeführt, die in der operativen Behandlung von Hirn- und Rückenmarksgefässen hochspezialisiert sind.
Kombinierte Verfahren
In komplexeren Fällen werden Katheterbehandlung und Operation miteinander kombiniert, um ein möglichst sicheres und endgültiges Ergebnis zu erzielen.
Individuelle Therapieentscheidung
Da dAVFs in ihrem Risiko stark variieren, ist eine sorgfältige Beurteilung durch erfahrene Fachpersonen entscheidend. Am USZ werden alle Fälle gemeinsam von Expertinnen und Experten der Neurochirurgie, Neuroradiologie, Radiotherapie und Neurologie besprochen. Das Ziel dieses individuellen Behandlungsplans ist es, dass jede Patientin und jeder Patient eine sichere, individuell abgestimmte Behandlung erhält, die das Blutungsrisiko zuverlässig senkt und gleichzeitig die Lebensqualität langfristig erhält.
Kavernom
Nicht jedes Kavernom muss behandelt werden. Ob eine Therapie sinnvoll ist, hängt davon ab, ob Beschwerden bestehen, ob es zu Blutungen gekommen ist und wo das Kavernom liegt.
Grundsätzlich gibt es folgende Behandlungsoptionen:
Beobachtung und gegebenenfalls Kontrollen
Wenn ein Kavernom keine Beschwerden verursacht und ein sehr geringes Blutungsrisiko besteht, sind häufig keine routinemässigen Kontrollen notwendig. Ob und in welchem Abstand Kontrollen sinnvoll sind, wird immer individuell und gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten entschieden.
Operative Entfernung
Bei wiederholten Blutungen, neurologischen Ausfällen oder medikamentös nicht kontrollierbaren epileptischen Anfällen kann eine Operation sinnvoll sein. Ziel einer Operation ist es, das Kavernom vollständig zu entfernen und damit das Risiko weiterer Blutungen zu beseitigen und Symptome zu lindern. Diese Behandlung wird durch Neurochirurginnen und Neurochirurgen durchgeführt, die in der operativen Behandlung von Hirn- und Rückenmarksgefässen hochspezialisiert sind.
Individuelle Therapieentscheidung
Ob ein Kavernom behandelt werden soll, wird immer individuell entschieden. Dabei spielen vor allem die Lage im Gehirn oder Rückenmark sowie die bestehenden Beschwerden eine wichtige Rolle.
Am USZ werden alle Fälle gemeinsam von Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen beurteilt. Ziel ist es, zusammen mit den Patientinnen und Patienten eine Behandlung zu wählen, die Sicherheit bietet und die langfristige Lebensqualität in den Mittelpunkt stellt.
Vorbereitung
Die Vorbereitung richtet sich nach dem geplanten Eingriff. Vor einer Behandlung werden die notwendigen Untersuchungen durchgeführt und die Befunde ausführlich besprochen. Die behandelnden Spezialistinnen und Spezialisten informieren individuell über notwendige Vorbereitungsmassnahmen.
Nachsorge bei Gefässmissbildungen
Nach einer Behandlung erfolgen je nach Erkrankung und Therapieform klinische sowie bildgebende Kontrollen. Diese dienen dazu, den Behandlungserfolg zu überprüfen und mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Patientinnen und Patienten werden am USZ langfristig durch ein spezialisiertes Team begleitet.